65 Jahre Befreiung von Auschwitz – und was das mit Österreich zu tun hat

Ronald Pohoryles
65 Jahre der Menschen aus der Hölle: dem Vernichtungslager Auschwitz, in dem mehr als 1 Million Menschen, vorwiegend Jüdinnen und Juden, auch unter tatkräftiger österreichischer Mitwirkung umgebracht wurden. In Österreich wurde wenig Aufhebens darum gemacht; wohl deshalb, weil nach 1945 eine kleinere österreichische Flunkerei zur Staatsreligion wurde: Österreich war erstes Opfer, nicht Mittäter, der Nazi-Diktatur.
Die Ermordung von insgesamt 6 Millionen Jüdinnen und Juden betrifft natürlich auch Österreich direkt: Es gab in Wien eine Gemeinde von fast 200.000 Jüdinnen und Juden, ein Drittel davon kam in den Vernichtungslagern um, und nur etwa 1.000 kehrten nach dem Krieg nach Österreich zurück. Als kleine Anmerkung sei mir hier erlaubt, dass dies auch im kulturellen und wissenschaftlichen Milieu zu einem Aderlass geführt hat, der noch bis heute spürbar ist. Auch Nachum Schutz, Generalsekretär der israelischen Liberalen “Liberal Alliance”, der israelischen Schwesterpartei des Liberalen Forums, ist gebürtiger Wiener, der Wien rechtzeitig verlassen konnte…
In Europa wurde der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee durchaus eindrucksvoller gedacht: In Deutschland sprach Shimon Peres im Bundestag, die deutschen Fahnen wurden auf Halbmast gesetzt…
In Auschwitz fand das Gedenken in Anwesenheit von Benjamin Netanjahu statt. Im Anschluss an die Gedenkfeier begann in Auschwitz eine internationale Konferenz, bei der Bildungsminister aus 35 Staaten über eine neue Pädagogik zur Schoah im Geschichtsunterricht diskutierten. Diese ist aus zwei Gründen notwendig: Zum einen wird es bald keine Schoah-Überlebenden mehr geben, die als Zeitzeuginnen und –zeugen von den Gräueln des Nazi-Regimes berichten können; zum anderen liegen diese Gräuel und das Nazi-Regime schon zwei Generationen zurück; es ist die Aktualität des Themas, die es wachzuhalten gilt, ohne die historische Einzigartigkeit des Ereignisses in Frage zu stellen. Österreichs zuständige Ministerin war nicht anwesend.
Man darf gespannt sein, wie Österreichs Gedenken zum 65. Jahrestag der Befreiung von Mauthausen ablaufen wird.
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L.S. 03.03.2010 23:13
Auch Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SPÖ) äußerte sich ähnlich: “Wer das Verbotsgesetz infrage stellt und das mit der Meinungsfreiheit rechtfertigt, rüttelt bewusst an den Grundfesten unserer Demokratie.” (orf.at)
Schöne Grüße nach OÖ.
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L.S. 03.03.2010 23:21
http://orf.at/100303-48649/index.html
L.S. 03.03.2010 23:34
Ebenfalls lesenswert, zur Geschichte der NSDAP:
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&cob=475209
Helmut 22.02.2010 08:23
@Heimo
Ja, auch in anderen Staaten gab und gibt es Völkermord und Greueltaten.
Ganz pragmatisch, fast ohne Emotionen musste ich aber erkennen, dass es unserem wirklichen Anliegen, dem “nie wieder” in keiner weise dient, wenn wir auf andere mit dem Finger zeigen “der auch..” oder “die waren noch schlimmer…” wird nur als Ablenkungsversuch verstanden und überzeugt niemanden.
Wir sollten das aus unserer eigenen jüngsten Vergangenheit gelernt haben. Der “Waldheim Effekt” und die “Sanktionen” waren ein Lehrbeispiel.
Wenn wir unser Problem erfolgreich lösen, können wir es vorsichtig den Menschen in der VR China oder in den Ländern der ehemaligen UdSSR als Modell anbieten. Aber bis dahin haben wir noch viel Arbeit. Unser natürlicher Partner auf diesem Gebiet, das offizielle Deutschland, ist da schon wesentlich weiter. Nicht nur mit Worten sondern auch mit Taten. Sprüche von verstorbenen österreichischen Spitzenpolitkern und lebenden Nationalratspräsidenten führen bei unseren Nachbarn zur sofortigen und endgültigen politischen Entsorgung. Bei uns zu ärmlichen verbalen Protesten von Einzelmenschen.
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Heimo 27.02.2010 10:24
Deutschland sollte kein Vorbild sein… Dieser verkrüppelte Staat hat überhaupt kein Selbstbewusstsein – jeglicher Patriotismus wird unterdrückt und als Wiederbetätigung ausgelegt.
Die Majorität der Deutschen hat ein gestörtes Verhältnis zum Vaterlande: auf der einen Seite jene, die alles ablehnen, was nur irgendwie deutsch ist, und auf der anderen Seite, die winzig kleine Minderheit jener, die nach wie vor Hitler preisen.
Wollen Sie solche Zustände auch in Österreich? Gott bewahre !
Miriam Kofler 27.02.2010 11:01
@ Heimo
Wenn jemand Hitler und seine Greueltaten preist, dann ist das Wiederbetätigung und definitiv abzulehnen.
Heimo 27.02.2010 16:43
Ich habe das Gefühl, das Sie mein Kommentar nicht wirklich durchlasen… Ihre Aussage ist zwar richtig, ist aber hier fehl am Platze.
Heimo 01.03.2010 20:29
Anscheinend will die Miriam Koffer meine Aussage nicht lesen.
Fräulen Koffer, sind Sie eine linksextreme Ewiggestrige?
Miriam Kofler 02.03.2010 09:17
@ Heimo
möglicherweise habe ich ihre Aussage falsch verstanden. Aber nur weil ich Hitler ablehne, bin ich noch lange nicht links oder linksextrem.
Julian 17.02.2010 19:42
Österreich hat mit Auschwitz rein gar nichts zu tun.
Ich meine… hallo ?!? Dieser elendigen Thematik bedienen sich mittlerweile nicht einmal mehr die Grünen.. Herr Pohoryles, Sie und das Rest-LIF können sich getrost der KPÖ oder SLP anschließen. Ihre Programmatik scheint ja zum großen Theile dieselbe sein.
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Marius 10.02.2010 16:34
was Österreicher heute auch nach Auschwitz zieht, ist Gedenken und Erinnern, z.B. als Gedenkdiener – nachzulesen in
http://www.lass-uns-ueber-auschwitz-sprechen.eu
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Ronald J Pohoryles 11.02.2010 22:54
Leider zu wenige; sihe Veronique weiter unten: “langweilig”…
Die Antwort darauf von Thomas gibt allerdings Hoffnung, wie auch die von Marius erwähnte Website!
Paul Frühauf 29.01.2010 23:39
Ich denke, beim Gedenken ist wichtig, dass es nicht von Extremen vereinnahmt wird. Einerseits ist da natürlich die Rechte, die das alles gern verharmlost und als eh nicht so schlimm hinstellt (ich denke da an Haiders ekelhafte ‘Straflager’). Dann ist da die Linke, die auch jenen, die 30 Jahre nach 1945 geboren wurden, noch immer einen Schuldkomplex einzureden versucht. Auch das muss schiefgehen denn ich zB wars einfach nicht.
Ich wünsche mir im Mai vor allem einen ehrlichen Akt und keinen Missbrauch für politische Ziele.
Was die Erziehung betrifft: Ja, volle Zustimmung. Hier braucht es Konzepte. Man sieht doch schon jetzt, wie extrem rechts die Jungen schon wieder ganz leicht aufhetzen und für sich vereinnahmen kann. Das Problem ist nur, dass die Schule da keine Chance hat. Nehmen wir zB den Antisemitismus, der ja wieder salonfähig wird: Woher kommt er? Es gibt im Lebensbereich der meisten Jugendlichen ganz einfach keine Juden. Wie kann man etwas hassen, das man weder kennt noch mit dem man jemals in Berührung kommt? DIESE Fragen sollte man sich stellen. Woher kommt das, von wo aus wird der fäkalbraune Pott angerührt und wie können tolerantere, weltoffenere Kreise ebendort ansetzen?
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Peter 30.01.2010 21:22
Immer mehr Jugendliche kennen keine Grenzen, suchen nur den Nutzen -das hat auch die eben veröffentlichte Studie gezeigt. Österreichs Jugendliche als Schlußlicht in Europa. Das kommt ja nicht von heute auf morgen, sondern ist Ergebnis von seit langem scheiternder SPÖ/ÖVP-Bildungspolitik.
Wolfgang Grabensteiner 01.02.2010 07:09
Politik ist das eine, konkrete Vorbilder das andere.
Ich selbst hatte das Glück, sowohl in meiner Familie (meine beiden Großväter sind späte Deserteure gewesen) als auch durch tolle Lehrer/innen in der Hauptschule (1976-80) ein klares Geschichtsbild zu erhalten, um das das offizielle Österreich noch dreißig Jahre später ringt.
Hätte ich nur den Geschichtelehrer der Oberstufe als Anhaltspunkt gehabt, der diese Zeit totgeschwiegen hat, wer weiß, wie ich heute denken würde?
Die Abwesenheit unserer Ministerin in Ausschwitz ist jedenfalls beschämend (obwohl die von Pädagogik sowieso keine Ahnung hat, also fachlich war es nicht so schlimm, vielleicht hat sie ja kompetente Leute hingeschickt…..)
Veronique 29.01.2010 16:09
langweilig…
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Thomas 30.01.2010 02:19
@ Veronique
Bitte was soll das “langweilig…” bedeuten ???
Unter den Nazis wurden mehrere Millionen Menschen auf brutalste Art und Weise ermordet. Einen derartigen Massenmord als langweilig zu bezeichnen schockiert mich.
Ich habe 6 Jahre in einem jüd. Pflegeheim als Krankenpfleger gearbeitet und so habe ich engen Kontakt mit Überlebenden der Schoha gehabt. Es ist für mich schlimm gewessen wenn ich die eintätowierte Nummer am Unterarm gesehen habe, weil ich leider in meiner Familie einige Ewiggestrige gehabt habe.
Glaube mir, diese Menschen haben furchtbares erleben müssen und die die es überlebt haben sind für den Rest ihres Lebens gezeichnet.
Österreich war nicht Opfer sondern ein Täter. Wie gesagt ich hatte in meiner Familie einen ewiggestrigen Onkel und Tante (zum Glück bereits verstorben) und was die für eine braune Scheiße von sich gegeben haben spricht für sich. Auch war einer der Gründe warum ich bei der Israelischen Kultusgemeinde zu Arbeiten angefangen habe das mir die Alt-Nazis in den Pflegeheimen mit ihren Sprüchen so etwas gegen den Strich gegangen sind.
Es macht keinen Sinn sich hinter Dogmen (wie z.B. das erste Opfer der Nazis zu sein) zu verstecken. Besonders wenn diese nicht stimmen.
Gedenken wir den Opfern und ehren wir ihr Andenken.
Heimo 20.02.2010 16:35
Thomas… was soll das?
Stalin hat viel mehr Menschenleben als Hitler auf dem Gewissen.
Der chinesische Kommunismus verursachte rund 30 Millionen HUNGERTOTE innerhalb dreier Jahre.
Und ihr glaubt wirklich noch, der Nationalsozialismus ist der Hauptfeind?
Jegliche totalitäre Weltanschauung gehört bekämpft… nicht nur der Nationalsozialismus. Ihr seid so einseitig !!
Ronald J Pohoryles 22.02.2010 17:28
Erschreckend und ein Beispiel für mangelnde Geschichtskenntnis, die hiezulande leider recht verbreitet ist:
1. Der organisierte industrielle Massenmord nach rassischen Gesichtspunkten, der mehr als 6 Millionen Menschen das Leben kostete, ist historisch einmalig. Österreicherinnen und Österreicher waren führend daran beteiligt.
2. Aus diesem Grund sind die abscheulichen Verbrechen des Stalinismus in der Sowjetunion, Kampuchea oder China – und nicht nur der Hungertod, den Sie anführen, nicht zu vergleichen, unter anderem deshalb, weil hier kein industrieller Massenmord aufgrund rassischer Diskriminierung stattgefunden hat – und Österreicherinnen und Österreicher nicht daran beteiligt waren.
3. Mit Ihren revisionistischen Ansichten sind Sie hier falsch; vielleicht finden Sie Gesinnungsgenossen bei der FPÖ oder dem BZÖ; schon mal probiert?
Heimo 27.02.2010 10:21
Herr Pohoryles… Ich wählte noch nie FPÖ und werde das auch nicht tun… Ich lasse mir auch keine mangelnde Geschichtskenntnis vorwerfen… Ich bestritt auch nie die Einmaligkeit der nationalsozialistischen Verbrechen in punkt industrieller Massenmord…
Aber Sie werden doch nicht ernsthaft bestreiten, dass das Vielfache von 6 Millionen Menschen, die durch kommunistischen Terror vernichtet wurden, nicht so schlimm sind, nur weil sie nicht “industriell” umgebracht wurden ???