Quelle-Konkurs – wirtschaftspolitische Herausforderung für die Region

Landeskoordinatorin OOE
Noch im Wahlkampf wollte die Linzer SPÖ die 1.100 Quelle-Arbeitsplätze mit einer symbolischen Haftung von € 800.000 retten. Doch nun stehen an die 1.100 Quelle-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor einer noch unsichereren Zukunft, als noch vor wenigen Monaten. Wo bleibt der Zukunftsplan für die mittlerweile stark angeschlagene Wirtschaftsregion?
Über zwei Jahrzehnte Quelle-Mitarbeiter
Der Verkauf der Markenrechte an den Meistbieter Otto-Versand hat nun auch den Linzer Standort schwer getroffen. Dieser zusätzliche Keulenschlag des deutschen Insolvenzverwalters zwingt die Quelle nach eigenen Managementfehlern weiter in die Knie, der Konkursantrag ist in Vorbereitung.
Die potentiellen Investoren haben hoch gepokert und wohl gewonnen: nach dem Konkurs gibt’s die Quelle noch günstiger – oder vielleicht auch nur weitere Einzelteile wie die moderne Verpackungsstraße. Wird die Quelle tatsächlich weitergeführt, erspart sich der neue Eigentümer wohl die alten Abfertigungsansprüche und steigt mit neuen Verträgen ein.
Außenhandelsmitarbeiter, Verkäufer, Verpacker, Logistikverantwortliche, Marketer – 1.100 langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter samt deren Familien stehen kurz vor Weihnachten vor einer unsicheren Zukunft. Weitere Folgekonkurse der Quelle-Shops werden erwartet.
Wahlkampf 2009: Quelle-Haftung ohne Zukunftsvision
Diese Entwicklung war absehbar – sehr früh hatte man auf die geringen Sanierungschancen des deutschen Mutterkonzerns hingewiesen. Und die operativ erfolgreiche Quelle Österreich gab sehr offen zu, daß die finanzielle Stütze der Quelle Deutschland auch für das eigene Überleben wichtig wäre.
Doch unsere wirtschaftsfernen Landes- und Stadtpolitiker haben noch im Wahlkampf die Warnzeichen nicht erkannt. Anstatt die während des Wahlkampfs beschlossene Haftung in Höhe von € 800.000 an ein konkretes Fortführungsszenario zu binden und sich damit schützend hinter die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu stellen, hat die SPÖ 800.000 Euro Steuergelder in den Sand gesetzt. Denn die Haftung wird laut SPÖ-Webseite genau dann schlagend, „wenn die Quelle zahlungsunfähig ist.“
Aus dem SPÖ-Wahlkampfspruch „Krise bekämpfen. Rasch handeln. Linz hilft Quelle.“ bleibt folgendes übrig: die SPÖ hat verloren. Sie hat rasch, aber undurchdacht gehandelt. Linz hat zwar die Lebensdauer der Quelle etwas verlängert – die tausende Menschen bleiben jetzt aber trotzdem im Regen stehen.
Unternehmensgründungen im online-Versandhandel stützen
Die Wirtschaftskrise hat unsere Region mittlerweile stark getroffen – auch wenn es offensichtlich ein politisches Tabu ist, darüber zu sprechen. Oberösterreich weist im Oktober mit 40 Prozent plus die höchste Arbeitslosen-Zuwachsrate unter allen Bundesländern zum Vergleichsmonat 2008 auf. Da helfen inhaltsleere Politik-Floskeln wie „volle Unterstützung“ für die Quelle-Mitarbeiter, „Trauer und Erschütterung“ der Politik wenig.
Was wir brauchen, sind Wirtschaftspolitiker, die es verdienen, als solche bezeichnet zu werden. Auch die werden zwar einen Quelle-Konkurs, der auch auf Managementfehlern beruht, nicht verhindern können. Aber sie werden auch nkeine künstliche Lebensverlängerung als symbolischen Wahlkampf-Akt stillschweigend dulden.
Wirtschaftspolitiker könnten jetzt für Rahmenbedingungen sorgen, die es innovativen Gründern und Gründerinnen leichter macht und Investitions- und Risikofreude belohnt. Passend aus dem LIF-Linz-Wahlprogramm 2009:
§ Inkubator für Gründungen in Linz – der Start in die Selbständigkeit verlangt eine gründliche Vorbereitung. Ein gemeinsamer Raum in Form eines Inkubators ermöglicht den gegenseitigen Austausch und öffnet frühzeitig Kooperationschancen. Raum für den Linzer Inkubator wäre beispielsweise in der Tabakfabrik.
Gründerinformation auf www.linz.at – das Magistrat soll Gründerinnen und Gründer mit gebündelten Informationen über die bereits vorhandenen Anlaufstellen und Fördermöglichkeiten unterstützen.
One-Stop-Shop für Finanzierungsfragen
Privatkapital für innovative Unternehmen – um Investitionen am Standort Linz zu stärken (das Abwandern von (High-Tech-) Unternehmen und Arbeitsplätzen zu verhindern), soll gemeinsam mit dem Land Oberösterreich ein Finanzierungs-Fond forciert werden. Steuerliche Anreize sollen Privatinvestoren animieren, Kapital in diesen Finanzierungs-Fond und damit in junge Unternehmen zu investieren.
Unter anderem weist der E-Commerce-Bereich steigende Umsätze auf – sicherlich ein interessanter Bereich und eine Chance für so manche zukünftigen Ex-Quelle-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
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Bernd K. 28.01.2010 18:07
zum Quelle-Konkurs:
Kein deutscher oder österr. Politiker hatte m.E., eine Chance, innerhalb der letzten zwei Jahre sinnvoll bei der Quelle einzugreifen. Und zuvor gab’s keine Veranlassung dafür.
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In der letzten Phase wurden nicht nur erfolgte Lieferungen an die Zentrale bezahlt, sondern auch Gelder für erst zu erfolgende Lieferungen vorab deponiert. Und schließlich wurden alle Cashmittel eingezogen, sodass Österreich wirklich keine Luft mehr hatte.
Die beteiligten Proponenten bei der Quelle hatten natürlich auch diametral verlaufende Interessenslagen: der deutsche Masseverwalter braucht Geld und holt sich das auch in Österreich wenn er kann. Und in Österreich sitzen Leute die meinten, es wäre die Zeit gekommen, die Mutter zu übernehmen (da gab es tatsächlich kuriose Vorgänge, die ich leider nicht näher ausführen kann!).
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Auch wenn es mir um die Leute leid tut, es war klar, dass es zum Konkurs kommt und nur Teile übernommen werden können. Und selbst das kann nur funktionieren, wenn der Preis stimmt und die Rahmenbedingungen passen (Markenrechte usw).
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Die Quelle Österreich war übrigens weit nicht so erfolgreich wie es in der jüngsten Vergangenheit dargestellt wurde. Ich halte die Ergebnisse für äußerst bescheiden, insbesondere wenn man die Rahmenbedingungen (internat. Konzern, Know how, eingesessen usw.) und den Personaleinsatz betrachtet. Die einzige Hilfestellung die nun geleistet werden kann, sind Beratungen und Dienstleistungen, um etwa den Quelle-Shops zu einem eigenständigen Leben zu verhelfen (Einkaufmarketing usw), einzelnen Gruppen den Start in die Selbständigkeit zu ermöglichen, Arbeitsstiftung, Schulungen usw.
Es gibt immer einen “Bodensatz” an ungeschulten oder eindimensional einsetzbaren Mitarbeitern, die unvermittelbar sind. Dazu gibt es die vielleicht guten, aber alten und teuren Mitarbeiter, denen man vielleicht auch durch Sonderaktionen helfen kann. Und schließlich gibt es die vielleicht auch guten und noch jungen Mitarbeiter, die dringend das Geld brauchen das sie bisher verdienten weil sie eine Familie gegründet, Haus gebaut haben usw. Für die wird es am schwersten, weil in der derzeitigen Wirtschaftslage die Alternativen spärlichst gesät sind.
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Wie sie wissen, haben derzeit sogar bekannte, alteingesessene Wirtschaftsbetriebe Schwierigkeiten an Betriebskredite zu kommen. Die Alternative der Betriebsneugründung ist also nur dann eine solche, wenn man für entsprechende Unterstützung bis hin zur Finanzierung sorgt. In der Quelle gibt es nicht nur Organisatoren, Logistiker, Einkäufer und EDV-ler sondern auch Grafiker und viele sonstige Spezialberufe. Also durchaus Potential für Betriebe die nicht nur im Online-Business etabliert sind.
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Diese Angebote* müssen unmittelbar einsetzen, denn das Abwarten auf mögliche Übernahme-Teillösungen lähmt die Mitarbeiter und ihr Engagement. Und für Konkurse gilt das Sprichwort: Die Zeit heilt alle Wunden” leider nicht.
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L.S. 28.11.2009 08:36
Update: Massekredit über 40 Millionen Euro hält Quelle am Leben
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3926&Alias=wzo&cob=453276
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Viel Spaß beim weiteren Zerfetzen der anderen Parteien und ihrer ach so “bösen” Hilfsmaßnahmen … ach, das war gar nicht die SPÖ, na sowas. Und die Haftung für den Kredit bei der Oberbank ist damit auch passé, nein nein nein
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Linzer 30.11.2009 09:37
Da hat wohl jemand glaubhaft nachrechnen können, daß der Quelle Abverkauf auch ein Geschäft sein kann. Das hat allerdings mit der Quelle-Haftung der Stadt Linz rein gar nichts zu tun.
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Die Oberösterreichischen Nachrichten schreibt – unter der Überschrift “Sterbebegleitung”: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,301436
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Sterbebegleitung
Will Ludwig Scharinger nun auch beim Versandhaus Quelle als Retter auftreten? Nein, es ist ja keine Rettung, sondern der RLB-Kredit ermöglicht einen sanfteren Tod. Der Fall ist anders gelagert als bei voestalpine oder Lenzing AG, wo die Raiffeisenlandesbank – neben anderen – als heimischer Kapitalgeber auftritt.
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Eine humane Sterbebegleitung hat aber auch Wert. Der 40-Millionen-Kredit ist sicher mit Risiko behaftet, auch wenn der Masse durch die Quelle-Kunden noch satte Einnahmen winken. Immerhin: Andere Bankchefs wollten sich diesen Schuh nicht anziehen.
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Die Mitarbeiter spüren die Geldspritze sofort. Bislang war für sie die Hälfte des November-Bezugs und ein Anteil am Weihnachtsgeld nur aus dem Insolvenzfonds gesichert. Nun kann auch der Insolvenzverwalter seine Hälfte zahlen. Die Gläubiger werden später profitieren, so das Quelle-Erbe geordnet verwertet werden kann.
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L.S. 30.11.2009 12:08
1. Der Beschluss der Haftung durch die Stadt Linz war EINSTIMMIG.
2. Die Quelle Österreich wurde insolvent.
2. Der Kredit kam von Raiffeisen, die Haftung galt nur für die Oberbank und auch nur für die Überbrückung eines kurzfristigen Liquiditätsengpasses und zur Erhaltung ihrer Geschäftstätigkeit. Sh. 2.
3. Wurde diese (wie schon berichtet) nie in Anspruch genommen.
4. War dieses Thema daher einzig auf Unsachlichkeit begründet.
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Ich war im Übrigen auch schon zuvor der Meinung, dass in solchen Angelegenheiten eben nicht ein irrationaler Fundamentalismus sondern VERNUNFT-bezogene LÖSUNGEN angebracht sind. Das hat sich offensichtlich nicht nur die “rote” Stadt gedacht sondern auch der “schwarze” Scharinger. Und schließlich profitieren davon alle, die in Linz leben, wenn statt auf Vor-Urteile auf die *Nachhaltigkeit* von Maßnahmen Bedacht genommen wird.
Peter 23.11.2009 19:35
Ich wünsche mir Transparenz in Bezug auf die Wirtschaftskrise.
Arbeitslosigkeit vor Statistiken zu verstecken – in Form von Kursen, Stiftungen, Kurzarbeit, etc. bringt uns nicht weiter. Es ist auch gegenüber jenen Menschen unfair, die sich in unsicheren Situationen befinden und Angst vor der Zukunft haben.
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Peter 23.11.2009 20:12
+16% mehr Konkurse meldet beispielsweise der KSV zum Vergleichszeitraum 2008.
L.S. 23.11.2009 20:35
Dazu folgende Links:
- WIFO-Studie zu Arbeitslosenzahlen von 2007: http://oesterreich.orf.at/stories/232990/
- Aktuelle Zahlen 2009: http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?page_new=1420
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Daraus ergibt sich, dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit um ca. 3%-Punkte höher liegt als sich nach AMS-Berechnungen ergeben.
Ja, man muss wissen worüber man redet, damit Lösungen auch wirklich greifen können.
Im Übrigen hat sich die von “libertärer” Seite propagierte Vorstellung, dass geringere Löhne quasi “automatisch” zu höherer Beschäftigung führen würde, nicht bestätigt. Es kommt nämlich viel mehr darauf an, welche sonstigen Maßnahmen unternommen und (was sehr häufig “vergessen” wird) auch welche zwischenmenschlichen Qualitäten gegeben sind.
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Sehr empfehlenswert in Bezug auf die Krise und was man dagegen tun kann/sollte:
http://www.wifo.ac.at/wwa/servlet/wwa.upload.DownloadServlet/bdoc/VT_2009_104$.PDF
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Was auch sehr viel helfen würde, ist deutlich mehr Wettbewerb – insbesondere im Dienstleistungsbereich – zu unterstützen und eine geregelte, ganzheitliche Kompetenzanerkennung (auch der informell erworbenen Qualifikationen) mit Mentoring-Unterstützung einzuführen. Damit aus den Fähigkeiten und Anlagen auch nachhaltig gesicherte Einkommen werden können
Ira Shanker 22.11.2009 10:39
@ L.S. Die Quelle-Haftung wird laut SPÖ schlagend, wenn die Quelle zahlungsunfähig ist. Dies ist durch den Konkurs gegeben. Wenn Du hier die Information hast, dass die Bank auf die Haftung verzichtet, bitte hier zitieren.
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Im Gegensatz zu dem von Dir zitierten bayerischen FDP-ler, ging es der SPÖ in Oberösterreich darum, die Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Auch unten zu lesen. Von einem Fortführungskonzept war in Oberösterreich nie die Rede, außer von liberaler Seite.
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Hier der Original-Text der SPÖ aus dem Wahlkampf:
Quelle: So hilft die Stadt Linz
Die Quelle gehört dem deutschen Versandkonzern „Arcandor“. Dieser musste Konkurs anmelden. Allein in Linz wären dadurch 1.000 Arbeitsplätze gefährdet. Bürgermeister Dobusch hat rasch gehandelt: Nachdem sich die Hausbank der Quelle entschieden hat einzuspringen, da die Quelle ein gesundes Unternehmen ist, war auch die Stadt Linz bereit, für einen gewissen Betrag zu bürgen. Die Höhe der Bürgschaft entspricht der Kommunalsteuer, die die Quelle jährlich an die Stadt Linz abführt. Sie wird nur schlagend, wenn die Quelle zahlungsunfähig ist. Genau das soll aber verhindert werden.
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L.S. 23.11.2009 11:27
Naja, das sagte zwar nicht irgendwer sondern der stellvertretende Ministerpräsident und FDP-Wirtschaftsminister am Hauptsitz des Unternehmens, “an der Quelle” sozusagen. Und natürlich ging es vorab darum, die Insolvenz zu verhindern, das ist ja das Wesen von Rettungsbeihilfen. Aber egal.
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Zum Thema Fortführungskonzept: “Quelle konnte nach dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens fortgeführt werden, da die Banken nach eingehender Prüfung der Zukunfts- und Befriedigungsaussichten einen Massekredit als zusätzliche Sicherheit in Höhe von 50 Mio. Euro gewährt hatten und ein plausibles Fortführungskonzept(!) durch eine unabhängige Unternehmensberatung bestätigt wurde.”
(http://www.goerg-inso.de/Pressemitteilungen.186.0.html?&tx_kbgoerg_pi18showUid=44&cHash=e0e03218ef)
Die Bestätigung der Liquiditätswerte des Unternehmens über 70 Millionen(!) Euro kam übrigens von PWC, also auch nicht wirklich “wirtschaftskundlichen Nullen” …
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Dass es jedoch schon nach nur ca. 1 Monat zur Aufgabe der geplanten Sanierung, mit Terminen noch für den 11.11.2009 (http://www.goerg-inso.de/Pressemitteilungen.186.0.html?&tx_kbgoerg_pi18showUid=37&cHash=5137fd86b3) gekommen ist, ist der eigentliche “Witz” bei der Sache, wie nicht nur die bayerische Arbeitsministerin völlig zu Recht feststellte: http://www.abendzeitung.de/politik/140477
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Der Leiter der Quelle Österreich, Wolfgang Binder, verhandelte übrigens noch zumindest bis 3.11. über eine Stand-Alone-Lösung, doch die Entscheidung des Insolvenzverwalters, die Markenrechte zu verkaufen und das gesamte Unternehmen zu liquidieren, war nicht mehr aufzuhalten.
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Ich denke es ist genug gesagt.
L.S. 19.11.2009 21:05
Soviel zur Seriosität dieser ganzen Thematik:
“… hat die SPÖ 800.000 Euro Steuergelder in den Sand gesetzt.”, aha?
“der Haftungsrahmen der Stadt Linz von 800.000 Euro ist nie in Anspruch genommen worden.” – OÖN, 11.11.2009
Da kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln …
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Ira Shanker 20.11.2009 08:40
bitte genau im Artikel oben lesen: “Denn die Haftung wird laut SPÖ-Webseite genau dann schlagend, „wenn die Quelle zahlungsunfähig ist.“ ” samt Verweis auf den obigen Link zur SPÖ.
Am 11.11. war die Quelle noch nicht zahlungsunfähig.
L.S. 20.11.2009 09:11
lol, na noch “besser” … denn obwohl das Ganze demnach noch gar nicht spruchreif war, wurde schon behauptet das Geld *wurde* “in den Sand gesetzt”. Super, genau so stellt man sich “Fairness” vor

Sich selbst an den ausgeteilten Maßstäben für andere zu messen ist wohl nicht jedermann/frau/s Sache …
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tja, leider – QED: verunglimpfend, Hörensagen und in der Öffentlichkeitswirkung bei seriös orientieren Menschen (der Hauptzielgruppe des LIF wie ich meine) kontraproduktiv.
Ira Shanker 20.11.2009 09:59
Tja, wir werden ja sehen, ob die Bank im Zuge des Konkursverfahrens auf die Haftung zurückgreift … sehr wahrscheinlicher Fall – allerdings abseits jeglicher Realität.
L.S. 20.11.2009 11:50
Ja eben, Hörensagen. Was man aber – wenn man ein bisschen genauer hinschauen würde – schon länger hätte sehen können ist, dass beispielsweise alleine 20 Millionen(!) Euro Massekredit für die Quelle in Bayern vom dortigen FDP-Wirtschaftsminister genehmigt worden sind. Und selbst die nunmehrige FDP-Justizministerin hat sich damals für das Eingreifen – nicht trotz sondern wegen – der Insolvenz der dt. Quelle als “absolut vertretbare Maßnahme” ausgesprochen. – Alle nicht “liberal”? (lach)
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Im Übrigen: Quelle ist auch in Deutschland auf Platz 3 des Online-Handels gestanden …
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Tut mir leid, aber ich kann die Art und Weise wie beliebig und sündenbock-orientiert hier wie bei anderen Themen “argumentiert” wird, einfach nicht mehr nachvollziehen.
L.S. 20.11.2009 12:15
P.S: “Ich bin ja ein geduldiger Mensch und warte daher gerne noch auf die Definition von “Wettbewerbsverzerrende Subventionen”. Oder kommt da nichts mehr …?”
L.S. 20.11.2009 12:42
Übrigens wusste man am 11.11. sehr wohl schon, dass auch die Quelle Österreich in Insolvenz geht:
“Im Wissen darum, dass eine Insolvenz der Quelle Österreich nicht hausgemacht ist, müssen wir erkennen, dass der eigenständige Erfolgsweg in Österreich zu Ende geht. Parallel dazu werden aber inzwischen bereits Pläne über die Zeit nach der Insolvenz bewertet und Szenarien vorbereitet”, sagte Binder. (Presse, Standard, OÖN, Wiener Zeitung, …)
Der Blog-Post mit der Aussage “hat(!) die SPÖ 800.000 Euro Steuergelder in den Sand gesetzt.” erfolgte ebenfalls zu genau diesem Datum.
Ira Shanker 20.11.2009 15:26
Freiheit – Meinungsfreiheit – Meinungspluralismus: Auch wenn die FDP Bayern den Quelle-Kredit mitgetragen hat, muß das
1. nicht richtig gewesen sein
2. das LIF OÖ nicht die gleiche Meinung haben.
Im übrigen kritisiere ich in erster Linie die fehlende Bindung der Haftung an ein Fortführungskonzept. Und auch die FDP kritisiert mittlerweile die Bedingungen für den Quelle-Kredit.
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In OÖ sind wir bereits im Wahlkampf der Meinung gewesen, daß die Haftung an ein Fortführungskonzept gebunden werden soll (nur damit wäre das Steuergeld gut angelegt gewesen). Ja, und wir haben die kommende Entwicklung richtig eingeschätzt. Mit der gleichen Summe hätte die Stadt Linz einen Inkubator (teil)finanzieren können oder vielleicht andere wirtschaftspolitische Impulse setzen können.
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Im übrigen: wenn Du schon die FDP Bayern zitierst, dann bitte in voller Länge. Denn gerade bei der FDP ist man nicht besonders erfreut über den Quelle-Kredit und die dafür eingegangenen Bedingungen, wie die ddp am 30. Oktober 2009 schreibt: http://de.news.yahoo.com/17/20091030/tbs-fdp-macht-finanzministerium-und-bund-8fd11ee_1.html
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München (ddp-bay). Die FDP macht dem bayerischen Finanzministerium im Zusammenhang mit dem Massekredit für Quelle schwere Vorwürfe. Es sei «unerträglich», dass Bayern bei der Rückzahlung der gewährten 20,5 Millionen Euro erst dann berücksichtigt werde, wenn der Bund und das Land Sachsen ihre Anteile in Höhe von 25 und 4 Millionen Euro erhalten haben, sagte der Wirtschaftsexperte der Landtagsfraktion, Franz Xaver Kirschner, am Freitag in München.
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Er halte diesen Zustand für das Ergebnis «mangelnden Verhandlungsgeschicks» des Ministeriums. Es müsse nun unverzüglich Nachverhandlungen mit der Bundesregierung und Sachsen geben, «um für Bayern ein besseres Ergebnis zu erzielen», sagte Kirschner. Den beiden anderen Beteiligten wirft der FDP-Abgeordnete sogar «Erpressung» vor. Nur wegen des großen Zeitdrucks für die Bewilligung der Finanzhilfe sei es gelungen, Bayern in diese Position zu drängen.
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Der insolvente Versandhändler Quelle hatte 50 Millionen Euro erhalten, um damit eine Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Dennoch war das Unternehmen nicht zu retten. Nun ist fraglich, ob und wann der Freistaat seinen Anteil an dem Hilfspaket zurückbekommt.
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Die Grünen reagierten mit Unverständis auf die FDP-Kritik. «Ganz offensichtlich versucht die FDP hier im Nachhinein, ihre Hände in Unschuld zu waschen», kritisierte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Martin Runge. Schließlich habe die FDP und ihr Wirtschaftsminister Martin Zeil als Teil der Regierungskoalition an vorderster Front die Modalitäten für den Quelle-Kredit bestimmt.
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Dabei sei nicht nur festgelegt worden, dass der Freistaat nachrangig gegenüber den anderen Kreditgebern Bund und Land Sachsen behandelt werden solle, wie die FDP-Fraktion nun bemängelt. «Die Staatsregierung hat sogar zugestimmt, dass Bayern weitaus mehr zu diesem Kredit besteuert, als nach der Lastenverteilung zwischen Bund und Ländern eigentlich vorgesehen.» In einer Schriftlichen Anfrage fordert Runge nun von der Staatsregierung Aufklärung über die Hintergründe dieses Vorgehens.
Ira Shanker 20.11.2009 15:31
Bezüglich “Wettbewerbsverzerrende Subvention” empfehle ich die de-minimis-Regeln der EU zu studieren.
L.S. 20.11.2009 17:27
*lach* Also der Empfehlung kann ich mich nur anschließen
Art 87 EG-Vertrag:
“(2) Mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar sind:
b) Beihilfen zur Beseitigung von Schäden, die durch Naturkatastrophen oder sonstige außergewöhnliche Ereignisse entstanden sind;”
Also wenn die Quelle-Insolvenz – die drittgrößte die es in Österreich je gab – kein außergewöhnliches Ereignis darstellt …. my oh my
Und auch müsste erfüllt sein, dass “sie den Handel zwischen Mitgliedstaaten beeinträchtigen”. Wie soll das nah der Unternehmensauflösung noch der Fall sein?
Auweh …
Unternehmer 21.11.2009 12:09
@ L.S.
Ob die Größe – drittgrößte Insolvenz in Österreich – innerhalb der EU jemanden bewegt und damit die “Außergewöhnlichkeit” rechtfertigt, ist wohl mehr als zu bezweifeln.
L.S., sind Sie tatsächlich der Meinung, daß das wohl im Rahmen des Konkurses verpuffende Steuergeld in Bezug auf die Quelle-Haftung IM SINNE DER STEUERZAHLER gut angelegt war? Ich sehe keine Wirkung, außer das hier noch einmal Geld geflossen ist und die Lebenszeit des Unternehmens künstlich verlängert wurde.
L.S. 21.11.2009 14:27
Bitte einfach mal lesen:
“Aus Sicht der FDP bedeutet ein Insolvenzverfahren nicht das Ende eines Unternehmens, sondern eine Chance auf einen Neubeginn. Diese Einschätzung wird von vielen Experten, die mit der Materie vertraut sind, geteilt. Das Insolvenzrecht bietet dafür erfahrungsgemäß vielfältige Optionen, die der Staat mit seinen Instrumenten flankieren kann und soll(!), wenn ein Unternehmen diesen Weg geht.
Der Massekredit ist EU-rechtlich eine Rettungsbeihilfe(!). Er ist eine Liquiditätshilfe, die für maximal 6 Monate gewährt wird. Damit kann ein Unternehmen weitergeführt werden, um Zeit(!) für ein Fortführungskonzept oder ein Sanierungsgutachten zu gewinnen.”
(Martin Zeil, FDP-Wirtschaftsminister und FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, 06.07.2009)
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Ein Fortführungskonzept wäre also wenn überhaupt, dann erst NACH Gewährung des Kredits – und der im Anschluß daran genehmigten Haftung – auszuarbeiten gewesen wäre. Die (untergriffige) Kritik inklusive “wirtschaftspolitisches Armutszeugnis” wäre demnach also an die FDP gerichtet. Das kann wohl nicht wirklich ernst gemeint oder zugrundeliegende Absicht gewesen sein, oder doch?
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Kolportierte 15 Millionen Euro für die Liquidierungs-”Arbeit” des Insolvenzverwalters sind halt auch nicht gerade schlecht …
Aber egal, wenn man jemand unbedingt was ans Zeug flicken will, was stören da “unwichtige Details”, wie diese.
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P.S: http://www.derwesten.de/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/2009/3/21/news-114924876/detail.html
L.S. 21.11.2009 14:52
Unternehmer: “der Haftungsrahmen der Stadt Linz von 800.000 Euro ist nie in Anspruch genommen worden.” – OÖN, 11.11.2009
Sollten Sie andere Informationen dazu haben, bitte diese zu nennen und zu belegen.
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“Höret, was Erfahrung spricht: Hier ist’s so wie anderswo. Nichts Genaues weiß man nicht, dieses aber ebenso.” – Otto Grünmandl
L.S. 21.11.2009 15:54
Zum “bezweifeln”, ob das jemanden in der EU bewegt und zu den bereits vorher genannten Grundlagen des EG-Vertrags:
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“Rettungsbeihilfen haben vorübergehenden Charakter und sollen die Weiterführung eines Unternehmens in Schwierigkeiten so lange ermöglichen, wie dies zur Aufstellung eines Umstrukturierungs- und/oder Liquidationsplans notwendig ist.
(…)
Nicht gerechtfertigt wäre es hingegen, ein Unternehmen in einem Sektor mit langfristigen strukturellen Überkapazitäten künstlich am Leben zu erhalten, oder wenn es nur mit Hilfe wiederholter staatlicher Intervention überleben könnte.”
(EU: Leitlinien der Gemeinschaft für staatliche Behilifen zur Rettung von Unternehmen in Schwierigkeiten, seit 2004 in Kraft) – Alles klar?
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Aber es ist ja ohnehin schon ausgemacht und ach so “logisch”: böse EU, böse Bayern-FDP, böse Quelle Österreich, böse Mitarbeiter, böse Lieferanten, böse Shops, böse Post, böse SPÖ, böse ÖVP … versuchen sie doch glatt in dieser Sache alle an einem Strang zu ziehen. Und der brave Otto hat der Quelle die Markenrechte vom ebenso braven Insolvenzverwalter abgekauft. Und so freut man sich darüber, dass man’s ja “immer schon gewusst” hat und dass die “oberböse” SPÖ Linz das nun ausbaden darf. Auch wenn die Haftung gar nicht zur Anwendung kam. Egal was stört das schon, es wird schon “was hängenbleiben”. Das ist “Fairness” auf Oberösterreichisch *LOL*
zebulon 18.11.2009 21:35
L.S. Hört, hört. Auch der Link ist lesenswert.
Da nun feststeht, daß wir alle gute Liberale sind, können wir aufhören zu träumen und uns endlich den “realen” Themen, dem “wirklichen Leben” widmen.
Also: Wie vermehren wir den Wohlstand?
Die zu Grunde liegende pauschale Vermutung, daß Wohlstand die persönliche Freiheit fördert und daher vom liberalen Standpunkt aus grundsätzlich zu begrüßen wäre, ist aber hoffentlich falsch. Denn dann sollte man liberale Parteien am besten gleich auflösen und durch Wirtschaftscluster ersetzen (ein liberales Kernproblem!).
z.B. die “Subventionsfrage” ist eben keine “liberale Fragestellung”, sondern eine ökonomische. Es gibt daher darauf auch keine “liberale”, sondern nur eine ökonomisch mehr oder weniger sinnvolle Antwort.
Zielführender (und wie ich glaube – politisch weit effektiver) wäre es sich darauf zu konzentrieren, wie es gelingen kann, die üblichen Lobbys und Gruppierungen daran zu hindern z.B. ein Maximum an Subventionen (ob sinnvoll/berechtigt oder nicht) auf Kosten der Einzelkämpfer/Individuen zu lukrieren. Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Antworten »
Unternehmer 19.11.2009 08:52
@ Zebulon
Die “Subventionsfrage” ist keine “liberale Fragestellung”. Da gebe ich Ihnen Recht. Allerdings schaut die Antwort eines Liberalen sicherlich oder hoffentlich anders aus, als die Antwort eines Grünen, Sozialisten oder Konservativen.
Ins Extrem formuliert, könnte ein Liberaler grundsätzlich gegen Subventionen sein (weil jegliche Subvention ein Eingriff in den Wettbewerb ist). Ein Kommunist würde alle Betriebe ohnehin verstaatlichen. Auch ein planwirtschaftliches System bräuchte also überhaupt keine Subventionen, weil ohnehin alles von oben gesteuert wird. Grüne könnten meinen, nur Ökobetriebe oder gegenderte Betriebe subventionieren zu wollen.
Ein Konservativer könnte auf der Basis – es soll alles so bleiben, wie es war – sehr wohl zur Ansicht kommen, mit Subventionen Großbetriebe zu retten.
L.S. 19.11.2009 09:03
Ich stimme dem insofern zu, als es vorrangig darum gehen sollte, wirkliche Verbesserungen für die Bevölkerung zu erreichen. Eine Frage hierbei ist sicher auch, wie man den “Wohlstand” (auch den immateriellen, geistig-kulturellen) vermehren und gerecht teilen kann. Dazu braucht es Investitionen, Reformen und auch Regulierungen (ohne geht es leider nicht, wie wir immer wieder sehen). Fehlt das und überlässt man jeden nur sich selbst, kommt z.B. auch sowas dabei raus: http://orf.at/091118-44901/index.html
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Ich persönlich sehe als zentral die Bildung und Erziehung an, schließlich auch Unternehmens- und Arbeitsförderung, damit kompetenten, leistungsbereiten und nachhaltig orientierten Menschen auch die CHANCE gegeben wird, ihre Talente und Anlagen zu entfalten – zum Wohle (und nicht zur Schädigung) möglichst aller. Dass Potenziale von bestimmten Bevölkerungsteilen – absichtlich oder nicht – kaum genutzt werden ist hierfür ein Hindernis, daher braucht es auch Maßnahmen zur besseren sozialen wie wirtschaftlichen Integration. Und da sich jene leichter tun, die nicht ins Bodenlose fallen, wenn sich ihre Pläne bzw. Unternehmungen – aus welchen Gründen auch immer – nicht realisieren lassen, ist auch eine Mindestsicherung notwendig. Dabei sollten mE nicht fundamentalistische Ansichten (die noch dazu deren Kontext vollkommen außer Acht lassen), sondern eben Lösungen für die Gegenwart und Zukunft im Vordergrund stehen. Das mal zum Grundsätzlichen.
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Auch was Lobbys betrifft, wäre auf jeden Fall mehr Transparenz zu begrüßen. Ja, man kann etwas tun – wenn man will. Ich erwähne nur als Beispiel was sich in den USA nach all den Jahren des “Don’t ask, don’t tell” getan hat: http://www.whitehouse.gov/issues/ethics (seit Tag 1! in Kraft).
Wie ich jedoch leider gelernt habe, haben mit ethischen Prinzipien gerade jene, die sich lieber als “wirtschaftsliberal” denn als umfassend liberal bezeichnen, nicht viel am Hut. Schade, aber vielleicht nimmt sich ja irgendwer im Bund doch dieser Thematik an? Es wäre höchst an der Zeit.
L.S. 19.11.2009 10:28
Unternehmer: Ich hoffe doch sehr, dass das LIF nicht zu den “Extremen” zählen (und damit für ewig unter der Wahrnehmungsgrenze bleiben) will, nicht?
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Wie wär’s, wenn mal (wieder) vernunft- und lösungsorientiert statt dogmatisch argumentiert werden würde? Die o.a. Zuschreibungen halte ich im Übrigen für nicht besonders hilfreich und selbst die Definition von “Wettbewerbsverzerrende Subventionen” ist immer noch ausständig.
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Einmal bitte darüber nachdenken: subvenire (lat.) = zu Hilfe kommen. Wer das nicht will oder nicht tut, braucht sich nicht darüber zu wundern, wenn er von der Wählerschaft als “egoistisch” oder “anti-sozial” eingestuft – und daher nicht gewählt – wird. Es ist schließlich nicht nur Wesen sondern auch Zweck der Politik, im Sinne der Problemlösung zu Hilfe zu kommen. Genau diese (ungeklärte bzw. beliebige) Haltung, nur sich selbst zu “subventionieren” hat ja schließlich auch zur Abwahl geführt, ich hoffe man erinnert sich.
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Und was die Förderung von Unternehmensgründungen betrifft, gab und gibt es ganz klare Forderungen, diese zu befürworten. Das macht ja auch Sinn, aber es wäre ebenfalls “Subvention”, genauso wie jede Form von Beihilfe, Steuernachsicht, etc. Also da muss man schon genauer sein. Und wer nicht versteht, warum es manchmal notwendig ist eine Start- oder Überbrückungshilfe zu geben, damit danach wieder mehr zurück fließen kann, ist vielleicht “liberal” in einem sehr eingeengten, fast schon sektiererischen, Verständnis, aber sicher nicht klug.
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Wo ich die Kritik jedoch teile ist, dass die Regelungen dazu zu intransparent und daher oft nicht nachvollziehbar sind. Und das trägt zu Misstrauen und Missgunst bei, wie man ja überall sieht, auch aber nicht nur hier. Aber das sagte ich bereits.
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Um es kurz zu fassen: Was bringt mehr? Wenn ich eine Investition tätige, die mir später vorraussichtlich wieder etwas abwirft oder wenn ich das nicht tue und damit auch selbst meine Mittel nicht vergrößern kann? Jeder vernünftig denkende Unternehmer weiß die Antwort darauf wohl aus eigener Erfahrung, wenn schon nicht durch ein bisschen Nachdenken. Und dass Makroökonomie nochmal was anderes ist als Einzelbetrieblichkeit, sollte auch jedem klar sein.
Von liberal (mit-)geprägten Werten wie Würde, Freiheit oder Humanismus red ich da noch gar nicht.
LG
zebulon 19.11.2009 14:47
Auch Recht ist grundsätzlich wettbewerbsverzerrend.
Dafür gibt es ja das Recht und dadurch ist es definiert, das es Schwächere in einem Wettbewerb den in der freien Wildbahn immer der Stärkere gewonnen hätte, schützt.
Genauso verhält es sich mit Subventionen. Sie sind (hoffentlich) wettbewerbsverzerrend zu Gunsten der Schwachen.
Das mag vielleicht Darvin (und den Neoliberalen) nicht passen. Aber gerade deshalb ist es spezifisch menschlich. Das unterscheidet uns doch von den Affen, daß wir virtuelle Prinzipien und Rechte über reale Macht stellen. Wir pfeifen auf die Auslese. Gehen wir deshalb unter? Kaum. Denn wir heben damit den brutalen Wettbewerb von der unberechenbar biologisch darvinistischen Ebene auf eine berechenbar virtuell ethische Ebene.
Es geht also nicht um die Frage, ob Subventionen wettbewerbsverzerrend sein sollen oder sind, sondern ob die Verteilung von Subventionen (die durch Unterstützung der Schwachen – den Mächtigen paroli bieten und dadurch meines Erachtens nach grundsätzlich erwünscht sind) unter den Schwachen hinreichend gerecht durchgeführt wird.
Hier sind die Liberalen gefragt! Denn die anderen Parteien vertreten immer Lobbys, also Machtstrukturen. Das virtuelle Recht des Einzelnen gegen mächtige Interessengruppen hat bisher keine Lobby gefunden.
Die Liberalen – eine unparteiische Partei – das würde ich mir wünschen!
Inge B. 19.11.2009 17:40
@ zebulon
Recht definiert meiner Ansicht nach Rechte und Pflichten für die gesamte Gesellschaft. Es unterscheidet nicht stark und schwach.
Z.B. Mietrecht – Mieter und Vermieter sind geschützt. Der Vermieter – wenn man diesen als Stärkeren definieren will, kann z.B. Eigenbedarf anmelden.
Z.B. Gesellschaftsrecht – GmbH: hier sind einerseits die Lieferanten durch das Stammkapital geschützt – andererseits aber auch die Gesellschafter durch die Limitierung der Haftung.
z.B. Konkursrecht – definiert die Beteiligten und weist jedems eine Rechte und Pflichten zu.
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Ich finde es überhaupt sehr schwierig zu definieren, wer der Stärkere oder der Schwächere ist – insbesondere in Bezug auf die Wirtschaft.
Peter 19.11.2009 19:30
@ zebulon
Wenn Sie mit Lobby bzw. Interessengruppen z.B. die Wirtschaftskammer meinen, bin ich voll bei Ihnen.
zebulon 20.11.2009 11:55
@Inge B.: gerade dadurch, daß Recht nicht zwischen stark und schwach unterscheidet wirkt es wettbewerbsverzerrend und “antidarvinistisch”. Denn Gleichheit ist nur ein virtuelles Prinzip, das in der Realität nicht vorkommt. Wer aber Ungleiche mit gleichen Rechten versieht – stärkt den Schwächeren.
@ Peter: Lobbys gibts in jeder Richtung. Alle sind “böse”, weil sie “darwinistisch” arbeiten.
Die Lobby die vor Lobbys schützt, also die Anti-Lobby-Lobby wäre eine Marktlücke. Klingt zwar bescheuert, ist meiner Ansicht nach aber ein prima Weg, der großen Parteien – weil sie die eigene Klientel/Lobby bedienen müssen – verschlossen bleibt. Das heißt: unparteiische (!) Kontrolle bzw. wenn, dann Parteinahme pauschal zu Gunsten der Schwachen Einzelindividuen, die keine Lobby haben – das kann nur eine Minipartei leisten, die selbst keine Lobby hat, die sie bedienen muß.
Ira Shanker 23.11.2009 14:18
@ zebulon
“Liberale Wege zu einem neuen Wohlstand” war auch das Thema in Barcelona – siehe http://www.liberale.at – Startseite, letzte Meldungen. Das könnte doch interessant für Sie sein?
L.S. 18.11.2009 07:09
Ein abschließender Kommentar dazu:
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“wie ehrlich es jemand mit der Fairness meint, ist auch daran zu messen, wie er/sie mit politischen GegnerInnen umgeht.” – Heide Schmidt, September 2008
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Punkt.
Antworten »
L.S. 18.11.2009 07:24
war an “Peter” gerichtet, aber passt eh auch allgemein.
Unternehmer 16.11.2009 17:18
Können Liberale überhaupt für Förderungen sein? Je weniger Förderungen der Staat ausschüttet, desto weniger Steuern muß er einnehmen. Je weniger die Betriebe benötigen, desto gesünder ist ein Wirtschaftsstandort.
Antworten »
L.S. 16.11.2009 18:51
Ist das wirklich der makroökonomische “Weitblick” eines Unternehmers??? Dann war das leider vielsagend …
Unternehmer 17.11.2009 09:07
Förderungen kann man ja nur auszahlen, wenn sie vorher wer erwirtschaftet und später jemand verwaltet. Je schlanker der Staat agiert, desto stärker werden Gesellschaft und Wirtschaft.
Inge B. 17.11.2009 10:25
Dazu gibt es eine Antwort im liberalen Programm, Kapitel Ökonomie, Punkt 2.5: “Der freie Wettbewerb darf weder durch staatliche Eingriffe verzerrt noch durch private Machtkonzentration ausgeschaltet werden. Wettbewerbsverzerrrende Subventionen sind schrittweise abzubauen. Hemmnisse für den Marktzutritt, überholte Gebote, Verbote und Eingriffe sind zu beseitigen.”
L.S. 17.11.2009 14:05
Inge B.: Bitte um Definition von “Wettbewerbsverzerrende Subventionen”.
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Haftungen können damit ja wohl nicht gemeint sein. Abgesehen davon gibt es Phänomene wie eben Krisen, Marktversagen, die Verpflichtung zur Sicherstellung der Grundversorgung vulgo Daseinsvorsorge und weitere Gründe, warum es notwendig sein kann, dass der Staat eingreift, aus vernunftbezogenen Gründen ab und an sogar eingreifen muss. Und in Fällen wo kein Wettbewerb ist (z.B. weil es gar kein Angebot gibt), kann folglich auch keine Verzerrung durch auch noch große “Eingriffe” erfolgen. Aber ich bin sicher, auch da werden sich wieder welche finden, die da aufschreien.
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Frage: wie soll etwas Neues entstehen, außer durch sogenannte “Anschubfinanzierung” wenn diese der Markt nicht leistet (fehlendes Bewusstsein, Know-how, etc.)? Und was tun all jene, die nicht wen kennen der jemand kennt, …?
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Ich bin gespannt wie das z.B. von jemand argumeniert wird, der selbst für sein Unternehmen Förderungen in Anspruch genommen hat, sowas soll’s z.B. auch in OÖ gegeben haben. Wasser predigen und Wein trinken … so lob ich mir das
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Also, Definition bitte. Danke.
Inge B. 17.11.2009 14:29
Auch Haftungen erbringen dem Fördernehmer einen materiellen Vorteil, wenn auch nur indirekt und stellen damit eine Subvention dar.
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L.S. Du schreibst: Frage: wie soll etwas Neues entstehen, außer durch sogenannte “Anschubfinanzierung” wenn diese der Markt nicht leistet (fehlendes Bewusstsein, Know-how, etc.)?
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Frage: definiert Deiner Meinung nach die Politik bzw. Verwaltung, was Neues entstehen soll, oder kommen Innovationen nicht eher vom Markt /den Unternehmen selbst. Kann fehlendes Bewusstsein oder Know-how erkauft oder verordnet werden? Oder ist es nicht eher Aufgabe des Staates, die Rahmenbedingungen für einen innovativen Standort festzulegen und die Unternehmen agieren zu lassen?
L.S. 17.11.2009 14:37
Unternehmer: das ist kein “Naturprinzip” sondern es kommt auf die agierenden Personen an. In der Tendenz sehe ich das schon auch so, doch es kommt eben auf mehr an als nur die “Schlankheit”, z.B. wofür, wie und von wem eingesetztes Geld verwendet wird. Eine kurz gefasste “Parole” hört sich vielleicht für manche gut an, doch sie ist was sie ist: eine Verkürzung.
zebulon 17.11.2009 16:25
Ich finde – die Frage sollte lauten: Wie ist die Freiheit der Individuen im Rahmen einer gesunden (oder auch kranken) Wirtschaft zu erhalten?
Wie man richtig wirtschaftet, ob mit oder ohne Subventionen – überlegen sich doch alle anderen auch …
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Was hat das mit Ökonomie zu tun? Der Versuch liberale Verhaltensweisen ökonomisch zu definieren bewirkt das Gegenteil der Absicht. Freiheit ist zuerst die Freiheit sich nicht indoktrinieren zu lassen, wie man denn handeln müsse um liberal zu sein.
L.S. 17.11.2009 19:21
hmmm … da kennt wohl wer das Folgende nicht (mehr)?
“In Krisenzeiten sollen staatliche Haftungsprogramme der Stadt Linz, des Landes Oberösterreich und des Bundes den Banken die Kreditvergabe erleichtern.” – offenbar nicht die Buchstaben wert, mit denen das geschrieben wurde. Nachzulesen auf ooe.liberale.at
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Und die anschließende Frage kann ja wohl nur rhetorisch gemeint sein. Aber es schon interessant, wie ich von der Betrachtung des Einzelnen gesprochen habe hieß es genau das Gegenteil …. sorry, aber da kennt sich echt keiner mehr aus.
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Ich bin ja ein geduldiger Mensch und warte daher gerne noch auf die Definition von “Wettbewerbsverzerrende Subventionen”. Oder kommt da nichts mehr …?
L.S. 17.11.2009 19:52
zebulon: Gute Frage, das sollte eben mal beantwortet und nicht immer nur beim “die anderen machen’s falsch” stehen geblieben werden. Da wird nun der Kern angesprochen, dem sich einige offenbar verweigern: Liberalismus hat aus meiner Sicht eben auch mit Verantwortung zu tun, genau so ist es auch in der Charta formuliert. Einfach die Doktrion von “nichts tun, sich nicht festlegen” zu praktizieren und auch noch von anderen zu verlangen ist eben das Gegenteil einer ernstzunehmenden Partei. Zum Glück gibt es aber im Bund als auch in NÖ wie ich gesehen habe durchaus Persönlichkeiten, die das anders sehen. Wären sie nicht, könnte man sich aufgrund der vernunft-, lösungs-, gruppen- und nachhaltigkeitsfeindlichen Positionen die Frage stellen ob man nun im “libertären” BZÖ oder sonstwo gelandet ist.
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Einen guten Artikel zur Frage “Was ist liberal?” habe ich z.B. hier gelesen: http://lhg-bw.de/konstanz/was-ist-liberal/
Das wird aber vermutlich diversen fundamentalistischen “Nachwächter-Staat”-Libertären nicht so gefallen. Ich wiederhole daher nochmals meine Anmerkung, dass es höchst an der Zeit ist, dass es hier einen klaren Kompass gibt. Ronald hat einen Beginn für einen ausgewogenen Rahmen gemacht, Alexander auch, doch wenn ich mir ansehe was ich sonst schon alles hier vernommen habe, da liegt dann das *falsch* interpretiere Wort vom “Neoliberalismus” schon sehr nahe. Eigentlich müsste es Neoklassischer Konservatismus heißen. Ja, das passt in die Zeit des 19. Jhd., ich zumindest nehme mir die FREIHEIT mich mit dem 21. Jhd. zu beschäftigen und Lösungen einer weitgehenden Beliebigkeit und Verantwortungslosigkeit vorzuziehen
Presseaussendung LIF Linz August 2009 16.11.2009 15:51
http://derstandard.at/1256744895060/Quelle-Oesterreich-Quelle-Oesterreich-stellt-Konkursantrag
–Quelle Österreich stellt Konkursantrag
16. November 2009, 14:57
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Insgesamt 2.000 Arbeitnehmer und Pensionisten sind von der Pleite betroffen, die Passiva betragen knapp 90 Millionen Euro
Linz – Der erwartete Konkursantrag der Quelle Österreich AG ist am Montagvormittag beim Landesgericht Linz eingebracht worden. Dies bestätigte das Gericht zu Mittag. Das Insolvenzverfahren wurde bereits eröffnet, wirksam wird die Konkurs-Eröffnung um Mitternacht. Der zuständige Konkursrichter ist Helmut Katzmayr. Als Masseverwalter hat er die Rechtsanwälte Erhard Hackl, Rudolf Mitterlehner und Thomas Zeitler bestellt.
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Bereits am Vormittag informierte der Betriebsrat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber, wie es weitergehen wird. Betroffen von der Pleite sind rund 2.000 Menschen. Neben den rund 1.100 Quelle-Beschäftigten sind von der Pleite rund 900 weitere Einkommenbezieher im Raum Linz betroffen. Dazu zählen rund 400 Quelle-Pensionisten und etwa 175 Quelle-Shop-Betreiber mit Angestellten.
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Verbindlichkeiten von 87,96 Millionen Euro
–
Die Verbindlichkeiten von Quelle Österreich betragen nach Informationen des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) 87,96 Millionen Euro. Das Vermögen wird mit 85,18 Millionen Euro angegeben. Davon entfallen auf Vermögenswerte, an denen Sonderrechte bestehen, 21,7 Millionen Euro.
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Der Linzer AKV-Geschäftsstellenleiter Franz Loizenbauer geht davon aus, dass zumindest Teilbereiche des
Unternehmens fortgeführt werden. “Für eine mögliche Fortführungsphase bis Ende Februar 2010 wird
von einem positiven Ergebnis ausgegangen”, so Loizenbauer in einer Mitteilung an die Medien. Er geht davon aus, dass auch einige Firmen “mitgerissen” werden, Folgekonkurse also zu erwarten seien.
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Die Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 31. Jänner 2010 einbringen, so der KSV. Die erste Gläubigerversammlung findet laut AKV am 2. Dezember am Landesgericht Linz statt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist am 12. Februar 2010 um 9 Uhr.
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Arbeitsstiftung
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Wie berichtet, wollen Arbeitsmarktservice (AMS) und Landesregierung eine Arbeitsstiftung einrichten, um für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Möglichkeit zu schaffen, sich weiterzubilden. Dazu errichtete das AMS in der Firmenzentrale am Linzer Hafen bereits eine Außenstelle.
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Vom Gericht wird nun zunächst ein Masseverwalter zugeteilt, der entscheiden muss, ab wann die Belegschaft offiziell als arbeitslos gemeldet wird. Auch ein etwaiger Abverkauf der Waren wird vom Masseverwalter entschieden.
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Shopbetreiber wollen weitermachen
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Nicht aufgeben wollen jedenfalls einige der 175 österreichischen Quelle-Shop-Betreiber. Man sei mit diversen Kleinlieferanten in Verhandlung, sagte Shop-Sprecher Hans-Peter Harde. Um das Überleben der Shops zu sichern, müssen die Gespräche aber bald beendet werden, denn “vielen geht schon die Luft aus”.
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Wenn bald Lieferanten gefunden werden, könnten 130 bis 150 Shops überbleiben, schätzt Harder, der den Zusammenschluss der Shops für “sehr realistisch” hält. In Deutschland besteht eine Kooperation bereits, und es sei aus Deutschland bereits angefragt worden, ob Interesse an einer Zusammenarbeit bestehe. Sollte eine solche Händlergemeinschaft tatsächlich entstehen, kann sie aber nicht unter dem Namen “Quelle” weiterarbeiten, da die Marke vor kurzem vom deutschen Versandriesen Otto gekauft wurde. Entweder werden die Geschäfte unter dem jeweiligen Namen des Besitzers betrieben oder ein gemeinsamer Name gesucht, sagte Harder. (red/APA)
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L.S. 16.11.2009 20:37
[Ironie an] Na also wirklich, so eine sch**** SPÖ, hatte sie doch glatt versucht, dieses Debakel zu verhindern. Und jetzt kümmern sich auch noch welche um die arbeitslos gewordenen Mitarbeiter. Das geht ja wohl gar nicht, also das ist mit dem Sozialdarwinismus nicht vereinbar … pfui! [Ironie aus]
Es bleibt für die selbständig wie unselbständig tätigen Menschen, die mit der Quelle Linz ihr Einkommen erzielt haben, zu hoffen, dass sie für die Entwicklung und Umsetzung neuer Wege die notwendige Unterstützung erhalten. Wenn nötig, kurzfristig auch öffentliche. Hilfe zur Selbsthilfe eben.
Inge B. 17.11.2009 16:36
@ L.S.
Die Ironie ist hier völlig unangebracht, da es sich um Steuergeld handelt. Bleibt nur zu hoffen, daß die SPÖ wenigstens jetzt ihrer Verantwortung nachkommt, damit den vielen Arbeitslosen bald wieder eine Beschäftigung geboten wird.
L.S. 17.11.2009 20:44
Inge B.: Richtig, und warum heißt es wohl Steuer-Geld? Die etymologische Bedeutung ist ja klar, es geht um Lenkung. Dazu hat die öffentliche Hand sogar eine Verpflichtung. Ich erinnere wieder einmal an die Charta und den darin enthaltenen Begriff des “Ordnungsstaats”, der auch auf Liberale wie Eucken und Böhm zurück geht.
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Das wirklich kritisierenwerte bei der Sache ist aus meiner Sicht zweierlei: 1) Mangelnde Transparenz der Entscheidungen, 2) eine fehlende Unterstützung auch der anderen angeschlagenen Bereiche. Nicht also die Haftung oder der Einsatz von Steuergeld ist das Problem sondern die Bedingungen unter denen dies geschieht. Die fehlende Nachvollziehbarkeit, das mangelhafte Verständnis von Investitionswirkungen (Stichwort Multiplikatoreffekt) sowie die Propagierung eines “Hauptsache mir geht’s gut, was interessiert mich der andere”-Denkens sind hausgemacht. Und ich würde es fatal finden, wenn Liberale dem nichts entgegen zu setzen haben – in Form von konstruktiver und v.a. fundierter Kritik- und im Gegenteil einfach nur gegen jede Form von Lösungen polemisieren. Eine Krise ist eben auch eine Chance, diese muss man aber nutzen. Und die alte Weisheit, dass man selbst davon profitiert, wenn es auch anderen besser geht wäre mal ein Beginn.
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Leider war der letzte Satz ein ziemlicher Widerspruch zu der vorher geäußerten Meinung, dass sich der Staat bzw. Parteien aus solchen Dingen heraus zu halten habe. Also wie jetzt? Beides geht nicht. Im Übrigen würde ich mir wünschen, dass möglichst alle Parteien die Verbesserung der Lebenschancen und der Lebensqualität möglichst aller zum Ziel haben. Und dabei kommt es eben auch auf jeden einzelnen selbst an.
Lieber Aal 16.11.2009 12:39
wie steht das lif zur geplanten gmbh-reform?
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Presseaussendung LIF Linz August 2009 16.11.2009 08:30
Quelle-Haftung ohne endgültiges Sanierungskonzept
LIF – Grabner: Herr Stadtrat Mayer, wären Sie hier auch als Privatinvestor eingestiegen?
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Mit € 800.000 hätte Linz viele neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen können. Doch wieder einmal wird Symbolik mit Großunternehmen betrieben, anstatt KMUs zu stärken. Die SPÖ hat sich mit dieser Entscheidung ihr wirtschaftspolitisches Armutszeugnis selbst ausgestellt.
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Die Situation bei der Quelle ist derzeit völlig unklar. Das deutsche Mutterhaus versucht dieser Tage eine Sanierung und auch in Österreich scheint es kein Langfristkonzept zu geben. So schreibt die österreichische Quelle auf ihrer Webseite über die finanzielle Hilfe auf deutscher Seite
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http://www.quelle.at/enfinity/QuelleATShop/Info/Unternehmensinformation3.html
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Erleichterung herrscht natürlich auch bei Quelle Österreich nach Erteilung der Zusage einer finanziellen Hilfe für die Quelle GmbH in Deutschland durch die deutsche Bundesregierung. Die öffentliche Unterstützung ist eine der Voraussetzungen dafür, um die Quelle Deutschland wieder mit den notwendigen Geldmitteln versorgen zu können. Oberste Priorität ist es, den Geschäftsbetrieb von Quelle Deutschland kurzfristig zu stabilisieren.
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Auch für die Quelle AG in Österreich wird diese Entscheidung vorerst einmal zur Beruhigung beitragen. Quelle Österreich bestreitet zwar das momentan sehr erfolgreiche operative Geschäft aus eigener Kraft und mit eigenem Geld, doch ist es schwer absehbar, wie lange dazu die eigene Kraft gereicht hätte.
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Inmitten einer Sanierungsphase sind viele entscheidende Fragen naturgemäß offen. „Da kann die Stadt nicht einmal besondere Auflagen für die Haftungsübernahme erteilt haben. Denn im Moment kann wohl weder die Standortfrage geklärt sein, noch wie viele Arbeitsplätze in Linz erhalten bleiben,“ kritisiert LIF-Wirtschaftssprecher Grabner die Vorgehensweise der SPÖ scharf.
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Anstatt gezielt Innovation zu fördern, geht das Geld hier an ein Unternehmen, dass den Umstieg ins Internet verpasst hat. Für die Liberalen ist klar, dass gerade in dieser Krise die Chance verschlafen wird, Linz mit einem Modernisierungsschub und neuen, innovativen Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.
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L.S. 16.11.2009 11:13
1) Wir wissen ja, wer das aufgesetzt hat. Und schon damals hatte ich den untergriffigen Stil moniert. Wenn selbst Unternehmen gegeneinander ausgespielt anstatt nach klaren Richtlinien gestärkt werden, dann weiß man wo man gelandet ist. Was hat das noch mit “liberal” zu tun? Da kann man doch gleich zum “Schmied” gehen, die haben Spaltung als Programm.
2) Damit ist auch klar, warum das keine Zeitung abgedruckt hat (was uns vermutlich auch noch die paar Stimmen von sozial- und wirtschaftspolitisch verantwortungsbewussten Wählern gekostet hätte). Das einzige mit dem man was anfangen kann ist der Mittelteil. Und “Inmitten einer Sanierungsphase sind viele entscheidende Fragen naturgemäß offen.” – No na. Apropos “Armutszeugnis” …
4) Der Beginn ist ein Pamphlet, die inhaltliche Schlussfolgerung ist unsachlich, sh. http://www.quelle.at/is-bin/intershop.static/WFS/Quelle-Oesterreich-Site/QuelleOesterreich-QuelleAT/de_AT/Inhalte/Media/SuB/RuU/Presse/Internet_Handel/PM_Market_Studie.pdf
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QED: verunglimpfend, Hörensagen und in der Öffentlichkeitswirkung bei seriös orientieren Menschen (der Hauptzielgruppe des LIF wie ich meine) kontraproduktiv. Mir tut nur der Bernhard G. leid, dass er jetzt auch noch dafür herhalten muss. Aber das ist leider nur “logisch”. Zum Glück habe ich mich rechtzeitig gegen solche Formulierungen gestellt, sonst würden mir vermutlich diese auch als die meinen ausgelegt.
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Wie sagte die LIF-Gründerin noch? Ein seriöser und fairer politischer Stil (http://www.mehr-fairness.at/), hmmmmm …. ja, da wird man traurig.
Bernhard S. 16.11.2009 06:49
Das Problem ist, dass diese “Haftungen” bzw. Förderungen ohne klare Kriterien, nach Gutdünken der Politiker und je nach aktueller Stimmung (=Schlagzeilen) und ohne jegliche wirtschaftpolitische Entwicklungsstrategie vergeben werden/wurden. Bei KTM wurde in die Vereinbarung geschrieben, dass eventuelle Kündigungen erst ab Oktober, also einige Tage nach Wahltermin ausgesprochen werden dürfen. Bei Quelle müsste jedem, der mit Wirtschaft etwas zu tun hat klar gewesen sein, dass das Schicksal des Österreich-Ablegers auf Gedeih und Verderb mit dem der Muttergesellschaft verbunden ist. Eine Bedingung für Haftungszusagen wäre damit zB gewesen, dass es ein Fortführungskonzept und eine gesicherte Finanzierung dafür gibt. Das was hier passiert ist war feudalherrschaftliche Großzügigkeit um das Wahlvolk milde zu stimmen. Der Gartner KG in Lambach wurde die Haftung nicht zuteil, weil der gesamte Mitbewerb sich dagegen stemmte und von Wettbewerbsverzerrung gesprochen hat. Mit Recht, wie ich finde. Also. Haftungen. Ja, aber nur in Ausnahmesituationen, dann für alle Unternehmen mit ganz konkreten und transparenten Auflagen – erarbeitet und vergeben nicht von Politikern sondern von beispielsweise einer unabhängigen Wirtschaftsexperten-Kommission.
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Bernhard S. 16.11.2009 06:50
sorry, wollte eigentlich L.S. antworten…. ist irgendwie oben angekommen der Beitrag
L.S. 16.11.2009 09:48
Lieber Bernhard: Was KTM betrifft ist der Fall – und der Zusammenhang – klar. Bei Quelle war genau das erfüllt, denn wie gesagt wurde die Haftung (im Ausmaß einer Jahres-Kommunalsteuer, 800.000 Euro) erst gewährt, als ein Konzept vorgelegt und dieses bewertet wurde sowie die Bayerische Landesbank und weitere Banken einen Massekredit (= vorrangig einziehbar) über 50 Millionen Euro gewährt hatten. Es ging zum damaligen Zeitpunkt darum, das Unternehmen zu stabilisieren und insbesondere die Auslandsgesellschaften (Quelle Österreich war die größte davon) auf eigene Beine zu stellen. Das ist – durch den Verkauf der Markenrechte dann endgültig – nicht gelungen. Und somit gibt es auch keine Kommunalsteuer mehr. Der gewählte Weg war aus meiner Sicht also nachvollziehbar und durchaus gangbar. Etwas anderes wäre gewesen, wenn sie Du sagst “nach Gutdünken” ein viel höherer Betrag genehmigt worden wäre – was nicht der Fall war.
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Was also ist das Ergebnis? Dass Quelle Österreich in Abhängigkeit von einem Konzept und der Gewährung eines Kredites in Deutschland eine Haftung erhalten hat, die genau jenen Betrag ausmacht, den die Stadt erhalten hätte, wenn der Betrieb (und Marke) weiter bestehen hätte können. Das ist durch den Verkauf dieser Rechte unmöglich geworden und daher sind auch Invesitionen am Standort Linz für immer verloren gegangen. Nun sind jedoch viel höhere Kosten durch die Zahlung von Arbeitslosengeld, etc. notwendig. Ich sehe daher für den konkreten Fall in der Tat nichts von verantwortungslosen “Geschenken” oder “Zuckerln” sondern im Gegenteil ein maßvolles Vorgehen, das hauptsächlich durch die Entscheidungen vom Insolvenzverwalter in Deutschland nicht mehr möglich wurde. Dieser erhält übrigens wie kolportiert wird ca. 15 Millionen Euro für seine “Tätigkeit” , sh. http://www.news.de/wirtschaft/855030397/kritik-an-millionengehalt-fuer-insolvenzgehalt-waechst/1/
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Ja, das war eine Ausnahmesituation. Und ja, genau das habe ich gesagt und auch in unsere PA hineinreklamiert, dass INSBESONDERE AUCH kleinere Unternehmen den Zugang zu Haftungen bekommen sollen. Und ja, bei der mangelnden Transparenz bin ich vollkommen bei Dir. Das ist genau der Grund, warum dann manche zu spekulieren und zu “meinen” anfangen … es gibt zu wenig Transparenz. Lediglich der Rechnungshof – und das erst auch erst im Nachhinein – hat Einblick. Ich unterstütze daher durchaus, dass ein Expertenbeirat beigezogen wird. Dies ist aber nichts Neues sondern im Bereich der Landeshaftungen in OÖ bereits länger schon Usus. Nur genau dieses Gremium hat eben der Gartner KG die Haftung nicht gewähren wollen und hat das Unternehmen den Antrag schließlich zurück gezogen. Es ging dabei übrigens nicht um 800.000 Euro wie bei Quelle sondern um 7,5 Millionen(!).
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Jedenfalls ist diese diskursorientierte Art der Diskussion schon etwas anderes als einfach nur auf “die anderen” hinzuhauen, wie es leider von bestimmten Proponenten nur allzu oft und gerne praktiziert wird. Noch eine fundamentalistische Partei, die mit Anpatzen zum Erfolg kommen will, braucht es wirklich nicht. Und wie ich mit Freude sehe, gibt es ja auch ganz andere Stimmen. Ich erinnere nur mal an den Grünen Wahlhelfer und stelle dem den Beitrag von Ronald zum Thema “Missverständnisse” gegenüber (http://blog.liberale.at/2009/05/einige-missverstandnisse-zum-thema-liberalismus/). Da wird jedenfalls für mich die Sache schon ziemlich klar, wer wo steht und was auch mehr bringt.
LG
Bernhard S. 13.11.2009 18:02
Das Problem ist, dass die Haftungsgarantie wieder mal ohne wenn und aber gewährt wurde und damit unter dem Posten “Wahlkampfzuckerl” zu verbuchen ist, eine Rechnung die wieder mal der Steuerzahler zu begleichen hat, Politiker versprechen, die anderen dürfens “blechen”. Es war abzusehen, dass die Entwicklung von Quelle Österreich eng mit jeder der deutschen Muttergesellschaft verknüpft ist. Und wenn im Zuge des Insolvenzverfahrens der deutschen Mutter die Namens- bzw. Markenrechte veräußert werden, dann ist die österreichische Niederlassung auf verlorenem Posten. Die einzigen Werte eines Katalog-Händlers sind sein Name und seine Kunden-Stammdaten. Der Rest wie Logistik, Distribution oder Organisation kann jederzeit von einem anderen übernommen werden. Insofern war die vorschnelle und bedingungslose Haftungsübernahme durch die Stadt Linz, sofern diese nun schlagend wird, verantwortungslos und kurzsichtig. Was fehlt ist eine mittel- und langfristige Strategie, Unternehmen in ihrer Entwicklung zu fördern, nicht zu behindern, den Wettbewerb nicht durch beliebige Haftungen oder Zuschüsse zu verzerren und Unternehmens-Neugründungen nach Möglichkeit optimal zu unterstützen…. Das würde schon mal helfen.
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L.S. 13.11.2009 21:38
Bernhard: Genau das ist der Kern, dass die Namens- und Markenrechte veräußert wurden. Seit DIESEM Zeitpunkt war klar, dass es keinen Investor geben wird und der Konkurs unabwendbar werden würde. Ich war bei den Verhandlungen über die Haftungsvergabe nicht dabei und meines Wissens auch keiner derjenigen, die diese kritisieren. Also was ich meine ist ganz einfach mehr Seriosität, wenn schon andere diese vermissen lassen. Ja, es fehlt an Strategien an allen Ecken und Enden. Daher ja z.B. auch mein Vorschlag des “Dahinwurschteln”-Stands …. aber was red ich, es sind ja eh immer nur “die anderen” schuld *lach*
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Aber eines interessiert mich nun schon: Keine Haftungen oder Zuschüsse? Auch für EPOs und KMUs nicht? Das ist mir jetzt aber in der Tat neu, dass das die Position gewesen wäre. Auf jeden Fall ein klares JA zur Unterstützung. Bei Neugründungen, bei Krisensituationen, etc.
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Und dazu gehört für mich eben auch die Vertretbarkeit einer Haftung für ein positiv bilanzierendes Unternehmen in der Höhe des Jahresbetrags der Kommunalsteuer. Es ist übrigens so, dass die Rettungs- und Verkaufsversuche per 20.10.2009 gescheitert sind (http://ooe.orf.at/stories/397524/) und die Haftung aber bereits im August beschlossen wurde, nachdem Quelle Deutschland einen Kredit von 50 Mio. Euro bekommen hat. Was da ein “Wahlzuckerl” sein soll ist mir nicht ersichtlich. Sprach da nicht jemand selbst bei den Liberalen in OÖ von “Kreditklemme”? Das meine ich eben mit unseriös, einmal so, einmal so, für die einen schon, für die anderen aber nicht, … Was gemacht wurde war der Versuch (und ich nehme die Verantwortlichen – bei aller Kritik – in ihrem ernsthaften Bemühen ernst), ein Unternehmen am Standort Linz zu retten. Wie sich letztlich herausstellte, ein vergeblicher. Ich persönlich finde, einen Versuch zu machen jedenfalls immer noch besser als sich einfach umzudrehen und die Leute oder Firmen einfach sich selbst zu überlassen. Genau das hat nämlich die ganze Krise erst ausgelöst: Der Kult von “Don’t touch” und “anything goes”.
L.S. 12.11.2009 10:39
Apropos Online-Versandhandel: Wer wüsste das wohl besser als der Quelle Österreich Leiter selbst: http://www.news.at/articles/0946/30/255432/schuld-insolvenz-mutter-quelle-oesterreich-chef-format-gespraech
Antworten »
Libertat 12.11.2009 11:24
Da hat Frau Shanker mit ihren Forderungen voll ins Schwarze getroffen – vielleicht macht sich Herr Binder mit dem ein oder anderen Quelle-Mitarbeiter gemeinsam im online-Versandhandel selbständig.
L.S. 12.11.2009 11:35
Genau, das wäre ihm selbst schließlich nie eingefallen
Inge B. 12.11.2009 09:53
Jetzt kommt also zu den 30 ohnehin vorhandenen oö. Arbeitslosenstiftungen (Voest-Stiftung, Chemie-Stiftung, Autoplace-Stiftung) noch die Quelle-Stiftung hinzu. Fallen die Menschen, die sich in einer Stiftung befinden, in die offizielle Arbeitslosen-Statistik oder handelt es sich um eine Schönfärber-Aktion unserer Landespolitik?
Antworten »
Unternehmer 12.11.2009 16:27
Wo finde ich Zahlen über den Erfolg dieser Stiftungen? Oder muß ich das so verstehen, daß in diesen 30 Stiftungen quasi als Ersatz eines Staatsbetriebes tausende Menschen jahrelang “geparkt” sind?
Laurent Straskraba 12.11.2009 19:20
Unternehmer: z.B. hier:
- http://www.voestalpine.com/ag/de/press/news/news_archiv_2007/stahlstiftung_feiert.html
-http://www.arbeitsstiftung-noe.at/
-http://www.pakte.at/attach/Evaluierung_Stiftungen_KF_Feb08.pdf
-http://www.waff.at/fileadmin/user_upload/downloads/FAQs_Arbeitsstiftungen.pdf
-
Die durchschnittliche Verweildauer liegt zwischen ein paar Wochen und ca. 1,5 Jahren, die durchschnittliche Erfolgsquote bei ca. 70% (einige auch weit darüber, s.h. Voest). Das Stiftungsmodell ist nicht umsonst auch innerhalb der EU immer wieder als “Best Practice”-Modell beurteilt worden. Hilfe zur Selbsthilfe eben. Das Niedermachen alleine aber (wie im Hauptbeitrag) hilft gar nichts.
Peter 13.11.2009 07:35
@ Laurent Straskraba
Sie schreiben: “Das Niedermachen alleine aber (wie im Hauptbeitrag) hilft gar nichts.”
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Ich lese allerdings im Hauptbeitrag überhaupt nichts über Stiftungen.Ganz im Gegenteil kommen da – nach sehr klar nachvollziehbarer politischer Kritik oder wie Sie schreiben “Niedermachen” – Vorschläge aus dem Programm. Sowohl Kritik als auch Vorschläge erwarte ich mir von einer politischen Partei wie dem Liberalen Forum.
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Gerade Sie sparen in diesem Blog nicht mit Kritik ´- können aber selbst mit politischer Kritik am bestehenden politischen System überhaupt nicht umgehen (siehe auch den Artikel zum Privatsheriff).
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Wenn Sie vom bestehenden System ohnehin so überzeugt sind, was tun Sie bei den Liberalen? Treten Sie doch einer ÖVP oder SPÖ bei – auch die sind vom bestehenden System überzeugt und wollen gar nichts ändern in diesem Land.
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Und auch wenn Stiftungen mit dem Schlagwort “Best practice” beurteilt werden (von wem übrigens – vom politischen Mitbewerb?), heißt das gar nichts. Noch vor Jahren wurde unser Lehrlingssystem als das beste der Welt bezeichnet. Und unser Bildungssystem, etc.
Unternehmer 13.11.2009 13:08
@ Laurent Straskraba
Danke, trotzdem kann es nicht Ziel der Politik sein, Stiftungen über Jahre am Leben zu erhalten. Wirtschaftspolitik soll in erster Linie positive Impulse für einen Wirtschaftsraum setzen (durch die passenden Rahmenbedingungen) – dann schaffen Unternehmer schon Arbeitsplätze – und wir brauchen keine Stiftungen.
L.S. 13.11.2009 21:01
Peter: sorry, aber offensichtlich fehlt hier der Ein- bzw. Überblick. Die gennanten Punkte aus dem Programm habe ich selbst mitgestaltet und vertreten, sh. http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/art66,265019
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Des Weiteren haben Sie offenbar auch meine anderen Stellungnahmen nicht gelesen, insbesondere zum Thema Bürger-, Grund- und Menschenrechte. Aber sei’s drum. Das war auch nicht der Punkt. Sondern wie man die Kritik formuliert. Sich hinzustellen und zu sagen, “die machen’s falsch” ist eben nicht genug. Man muss es selber besser machen. Das musst im Übrigen auch der nunmehrige Ex-Landeshauptmann-Stv. zur Kenntnis nehmen. So ein Stil bringt keine Stimmen sondern vergrault insbesondere jene, die weiter als bis “schlagen wir alles kaputt” denken. Und gerade die sind ja wohl die Kern-Wählerschicht.
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Eine weitere Anmerkung: meine zentrale Aussage – auch auf Video nachzusehen – war dass der Reformstau endlich aufgebrochen werden muss. Aber bitte seriös und nicht einfach nur mit Anpatzen. Wie gesagt, wer nicht zeigt, dass er anders ist, der braucht auch nicht damit rechnen, dass man ihn dafür unterstützt. Und es gibt schon eine Partei, die von sich sagt dass sie eine “liberale” wäre und im TUN einfach nur beliebig sind. Entsprechend interpretiert habe ich oft genug gehört “das ist Eigenverantwortung” und gemeint war “das hat niemanden zu kümmern”. Na bitte, dann hat aber auch die Haftungsvergabe der Linzer Stadtregierung niemanden zu kümmern. So geht’s eben nicht. Aber dazu habe ich bereits Stellung genommen.
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Wenn Sie sich die genannten Links zum Thema Stiftungen angesehen hätten, hätten sie auch gelesen, dass die Bezeichnung Best Practice z.B. von der Europäischen Kommission vergeben wurde. Ja, die Quelle hat Arbeitsplätze geschaffen, gar nicht so wenige würde ich mal sagen. Und jetzt? Ja, jetzt braucht es eben Maßnahmen für die rund 2.000 Menschen, die mit diesem Unternehmen ihr Einkommen verloren haben. Und “wir brauchen keine Stiftungen” ist nicht nur ein undifferenzierter und daher unsachlicher sondern im Kern ein dogmatischer Anspruch. Dazu sagen Liberale bekanntlich “Nein danke”. LÖSUNGSorientierung, darum geht’s und nicht um fundamentalistische Absolutismen.
L.S. 13.11.2009 21:42
Dieser Teil war an “Unternehmer” gerichtet:
Ja, die Quelle hat Arbeitsplätze geschaffen, gar nicht so wenige würde ich mal sagen. Und jetzt? Ja, jetzt braucht es eben Maßnahmen für die rund 2.000 Menschen, die mit diesem Unternehmen ihr Einkommen verloren haben. Und “wir brauchen keine Stiftungen” ist nicht nur ein undifferenzierter und daher unsachlicher sondern im Kern ein dogmatischer Anspruch. Dazu sagen Liberale bekanntlich “Nein danke”. LÖSUNGSorientierung, darum geht’s und nicht um fundamentalistische Absolutismen.
L.S. 12.11.2009 09:50
Diese eben vorgetragene Argumentation ist absolut widersprüchlich: einerseits werden Haftungen gefordert (z.B. für KMUs), andererseits werden sie als “verantwortungslos” und quasi als “Geschenk” bezeichnet … und es werden Arbeitslose beklagt aber deren Unterstützung durch Sofortmaßnahmen kritisiert. Außer dem Eindruck dass man sich darüber “freut” dass man wieder was zu meckern hat gibt das nicht viel her.
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Was sollte denn die Aussage sein? Keine Maßnahmen sind besser als versuchte Maßnahmen? Der Quelle und ihren Mitarbeiter einfach sagen, “tja das ist halt so”? Das ist nicht nur zynisch sondern sogar selbstschädigend. Na bravo … aber was red ich viel, es war leider nichts anderes zu erwarten.
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L.S. 12.11.2009 10:45
Unterstützung statt im Stich lassen, sagen nicht nur OÖ. Landesvertreter sondern schon die Vernunft:
http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,293213
L.S. 12.11.2009 10:58
Ja, “sollen sie halt Kuchen essen”!? – Rund 2000 Menschen sind vom Konkurs betroffen, Kündigungen noch vor Weihnachten, das alles trotz positivem Geschäftsergebnis:
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3926&Alias=wzo&cob=450013
Libertat 12.11.2009 09:37
Wir brauchen Wirtschaftsimpulse für neue Arbeitsplätze – keine Förderung von maroden Großbetrieben
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L.S. 12.11.2009 09:55
Wo war die Quelle Österreich marod? Genau das ist ja der Witz bei der Sache, das war ein positiv bilanzierender Betrieb. Übringens, es gibt bereits andere Parteien, die solche Sprüche klopfen.
Libertat 12.11.2009 16:18
Wenn der Mutterkonzern Konkurs anmeldet (Juni oder Juli 09), kann man die Österreich-Tochter im August 09 keineswegs als gesund bezeichnen. Selbst wenn sie positiv bilanzierte. Zu diesem Zeitpunkt war die Haftung durch die Stadt Linz völlig unangebracht.
Frage an L.S. – sind Sie etwa für die Förderung von maroden bzw. angeschlagenen Großbetrieben?
Laurent Straskraba 12.11.2009 17:44
ich denke das spricht für sich selbst.
Unternehmer 1 13.11.2009 13:01
@Libertat:
Natürlich ist es möglich, daß eine Tochtergesellschaft in Österreich gesund ist, aber beispielsweise durch Finanzierungen durch die Mutter und deren Konkurs in die Insolvenz mitgezogen wird. Das würde ich den österreichischen Quelle-Managern nur bedingt anlasten, schließlich können diese auch nur im Rahmen des Konzerns agieren.
Unternehmer 12.11.2009 08:24
heutige OÖN – OÖ. Wirtschaftspolitik setzt wie immer auf staatliche Betreuung in Form einer Stiftung.
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Bei einem runden Tisch auf Einladung Sigls mit Wirtschaftskammer-Präsident Rudolf Trauner, AK-Chef Johann Kalliauer, Roman Obrovski, Leiter des oberösterreichischen AMS und Quelle-Betriebsratsobmann Felix Hinterwirth habe man habe man gestern den Rahmen für eine umfassende Betreuung der Quelle-Mitarbeiter abgesteckt.
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300 bis 500 Mitarbeiter der rund 1100 von der Quelle-Insolvenz Betroffenen werden voraussichtlich in die Insolvenzstiftung gehen, die zu 60 Prozent vom AMS und zu 40 Prozent vom Land getragen wird. Eine besondere Herausforderung seien die rund 300 nicht qualifizierten Quelle-Mitarbeiter.
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Hier stehe nicht unbedingt die rasche Vermittlung im Vordergrund. Wichtiger sei, diesen Leuten eine Ausbildung anzubieten. Deshalb sei das Programm auch auf vier Jahre ausgelegt, so Sigl.
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