Schönwetter-Wahlkampf oder Polit-Impulse für neue Arbeitsplätze

Ira ShankerSeit mittlerweile neun Monaten stecken wir nun in dieser Wirtschaftskrise. Bis zu 80% Umsatzeinbruch in einzelnen Branchen bringen KMUs und EPUs ganz schön zum Schwitzen. Und das Ende der Krise ist nicht in Sicht. Die Politik reagiert mit Uraltrezepten oder wie SP-Landesrat Haider mit der abenteuerlichen Forderung nach einer Maschinensteuer.Es fehlen vor allem Risikokapital, Investitionen in F&E und eine von der Politik forcierte Gründerwelle.

Eigeninitiative stärken – Privatkapital ankurbeln
Gerade eine Krise öffnet Chancen – Chancen für mutige Menschen mit innovativen Ideen und neuen Geschäftsmodellen. Wenn alles gut geht, bewegt sich das Unternehmen bald am Markt und beschäftigt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Unterm Strich ein volkswirtschaftliches Plus.

Doch sich selbständig zu machen, ist unattraktiv. Unternehmer und Unternehmerinnen haben kein gutes Image. Eine Imageverbesserung wird auch von der etablierten Politik nicht forciert – die Grünen gehen sogar einen Schritt weiter: Peter Pilz stellte auf seinem Blog fest, daß Unternehmer seit 20 Jahren Spieler und Abzocker sind.

Viele Ideen haben keine Chance, weil potentielle Investoren durch die steigende Anzahl von Staatseingriffen immer risikoaverser geworden sind. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt könnte die Politik hier mit zusätzlichen steuerlichen Anreizen ein deutliches Zeichen setzen.

Privatkapital suchen auch viele KMUs, die jetzt in Forschungsprojekte investieren oder mit einem neuen Produkt auf den Markt gehen wollen. Privates Kapital wäre genug vorhanden, es fehlen Anreize und Rahmenbedingungen, um dieses verstärkt in die Unternehmen zu pumpen.

Mit steuerlichen Anreizen F&E-Quote steigern
In altbewährter Manier propagieren Politiker derzeit Investitionen in Infrastruktur-Maßnahmen. Schnell geschaffene Arbeitsplätze am Bau verbessern die AMS-Statistik und wirken positiv auf den Schönwetter-Wahlkampf.

Breit angelegte Forschung in neue Technologien würde den Wirtschaftsstandort zwar langsamer, aber dafür langfristiger in Schwung bringen. Auch hier könnten steuerliche Anreize – wie beispielsweise die Verdoppelung der Forschungsprämie – zu einer höheren Forschungsquote in den Unternehmen führen. Langfristig bringt das Arbeitplätze in innovativen Unternehmen, mehr Patente und technologische Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.

Wirtschaftspolitische Desorientierung in Oberösterreich
Der Industriestandort Oberösterreich versucht sich mit Haftungen für die Großindustrie und Kurzarbeit über den Wahlsonntag zu retten. Die meisten Arbeitplätze findet man jedoch in den klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU). Theoretisch müßten sie eine Schlüsselrolle für wirtschaftspolitische Strategien einnehmen.

Aber ob Krise oder nicht: bis dato ist kein wirtschaftspolitischer Kurs, keine Strategie für Oberösterreich erkennbar. Es wird verwaltet, aber nicht gesteuert. Was sind unsere Ziele, wo wollen wir hin, wie schnell? Die Antworten darauf bleibt die ÖVP schuldig.

SP-LR Haider läßt nun mit einem neuen Vorschlag aufhorchen: er will die Maschinensteuer einführen. Ein halbes Prozent vom Gewinn sollte als Maschinen- oder Produktivitätssteuer an den Staat gehen. Toller Vorschlag – sehr zukunftsorientiert! Wenn sich Haider durchsetzt, verschärft sich der Wettbewerb weiter und Österreich verliert noch mehr Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie.

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KommentareTop

  1. Morten 26.08.2009 13:22

    Sie SPÖ kämpft in Linz um jeden Arbeitplatz.Wie soll das gehen? Entmündigen sie dazu die Unternehmer und verbieten Kündigungen? Mit welchem Ziel? Das Unternehmen statt zu sanieren schließlich in den Konkurs zu schicken?

    Antworten »

  2. Martin F. 14.08.2009 17:55

    Wie stehen Eure Chancen, in den Linzer Gemeinderat einzuziehen?

    Antworten »

    Ira 17.08.2009 04:59

    Die Chancen stehen gut. Es gibt keine 4-Prozent Hürde. Bereits bei 1,7% sind wir mit einem Gemeinderat in Linz vertreten. Unser Ziel ist, zwei Gemeinderäte zu stellen. Damit kann man gute Arbeit leisten und bereits selbständig Anträge stellen.

  3. Sammy 13.08.2009 05:59

    Quelle bekommt € 800.000 – angeblich ohne jeden Anlaß – hätte man da nicht besser innovative Unternehmen mit Zukunft fördern können. Was passiert, wenn das deutsche Mutterhaus in Konkurs geht?

    Antworten »

    Bernhard 13.08.2009 09:39

    Stimmt. Die Situation bei der Quelle ist derzeit völlig unklar. Das deutsche Mutterhaus versucht gerade eine Sanierung und auch in Österreich scheint es kein Langfristkonzept zu geben.

    Mehr zur Situation in Deutschland:
    http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1068755&kat=5

    Morten 13.08.2009 11:09

    Heißt das, die Linzer Stadtpolitik schießt gerade 800.000 Euro in die Luft ohne zu wissen, was die Zukunft bringt? Wäre es da nicht besser, in junge, innovative Unternehmen zu investieren?

  4. Sammy 10.08.2009 11:27

    Super Leitl-Interview im Standard – Politik wird ohnmächtig
    http://derstandard.at/fs/1246544109580/derStandardat-Interview-Die-Politik-wird-ohnmaechtig

    Antworten »

  5. Sammy 09.08.2009 08:53

    http://www.linzerleben.at/?p=8098#more-8098
    Traurige Nachricht: Arbeitslosigkeit in Linz erreicht Rekordstand

    Antworten »

  6. Otto Handle 08.08.2009 08:56

    nun ist es ja glücklicherweise noch nicht so, dass unser Staat schon so weit in Orwellsche Regionen abgeglitten wäre, jegliche Eigenverantwortung und Unternehmertum per se zu unterbinden.
    .
    Aber Frau Shanker hat wohl recht, es fehlt da und dort an Möglichkeiten ebenso wie an der Kenntnis derselben.
    .
    Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass es in Österreich möglich ist 50% (bis 2007 80%) seines privaten Investments in ein junges Unternehmen vom Staat absichern zu lassen?
    .
    Oder das junge Unternehmen sich bei entsprechend glaubwürdigem Business-Plan 50% und mehr des Fremdkapitals von der Republik absichern lassen kann – und somit zumindest teilweise aus der hochbrisanten persönlichen Haftung kommt.
    .
    Ach, Sie, liebe/r Leser/in wissen nichts davon?
    Aber geh, Ihre Bank hat Ihnen davon nichts erzählt….so so.
    .
    Nun, Ihre Bank hat möglicherweise kein Interesse daran, daß Sie diese Unterstützung in Anspruch nehmen. Diese Bürgschaften (übrigens von der AWSG abgewickelt und für eine staatliche Stelle vergleichsweise erfreulich unbürokratisch) beinhalten nämlich eine ziemlich ertragsfeindliche Klausel.
    Für das Entgegenkommen, der Bank gegenüber eine Ausfallshaftung zu übernehmen erwartet die AWSG nämlich vom Jungunternehmen eine minimale Entschädigung (weniger als die Kreditsteuer ;-) und – jetzt kommts – von der Bank eine Deckelung der Verzinsung auf vergleichsweise moderatem Niveau.
    .
    Sicher kann man nicht mit allem zufrieden sein – bei weitem nicht. Andererseits gibt es aber viele Möglichkeiten die man nutzen könnte.
    .
    Links:
    Bürgschaften für Privatkapital und Gründerdarlehen:
    http://www.awsg.at/portal/

    Förderungen für Innovations- /F&E-Projekte: http://www.ffg.at
    .
    Herzlichst
    Otto Handle,
    stellvertretender Bundessprecher

    Antworten »

  7. Unternehmer 04.08.2009 12:07

    Wie stehen die Liberalen eigentlich zur Luftsteuer? Ich wollte kürzlich ein Schild für mein Unternehmen aufhängen, das ist in Linz eine bürokratische und steuerliche Herausforderung .

    Antworten »

    Tun statt Meckern 04.08.2009 12:20

    : ))
    also luftsteuer ist schon das richtige wort dafür. könnte 1:1 aus schilda übernommen sein. oder für die luft, die die bürokratie den wirtschaftstreibenden zum arbeiten nimmt. wir hatten mal in wien eine 4-köpfige delegation eine stunde vor unserem geschäft stehen. muss ja auch alles gründlich ausgemessen, dokumentiert, verordnet, überprüft und sanktionert werden. all dieser quatsch muss auf ein minimum reduziert werden.

    Sammy 05.08.2009 05:04

    Laut Linzer Tarifverordnung: 23,07 Euro für einen Quadratmeter Schaukasten pro Jahr, da rechnet sich ja der ganze Verwaltungsaufwand nicht (Rechnung ausstellen, Mahnen, Kontrollieren).

    Unternehmer 05.08.2009 06:02

    Ich verstehe ja, wenn es eine gewisse Regelung für das Stadtbild gibt, aber eine Steuer nach der anderen kostet ja auch mir als Unternehmer viel Aufwand und Zeit.

  8. Tun statt Meckern 03.08.2009 15:40

    Es wird Zeit, dass Wirtschaft in unserer Gesellschaft endlich wieder mal ein positives Image bekommt. Die KMUs und die Kleinstbetriebe und Einpersonenunternehmen sind die wichtigste Stütze für unsere Wirtschaft und die Arbeitsplätze. Es wird Zeit, dass mal eine Partei sich ernsthaft dieser Gruppe annimmt. Senkt endlich die Lohnnebenkosten, fördert innovative Unternehmen, hört auf mit dieser peinlichen und kleinkarierten Kammer-Politik, schafft Anreize für Betriebsansiedelungen, erhöht die Forschungsquote, senkt die unendliche Bürokratie in diesem Land!!!! Ich hoffe, die Liberalen haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und positionieren sich endlich als echte wirtschaftskompetente Kraft in diesem Land. Nötig wärs.

    Antworten »

    Tun statt Meckern 03.08.2009 15:42

    wie denken die Liberalen übrigens über eine flattax?

    Sammy 04.08.2009 06:08

    Das Liberale Forum als wirtschaftspolitische Kraft – wer hätte das gedacht? Gefällt mir aber.

    Ronald J Pohoryles 04.08.2009 10:17

    Das Liberale Forum war immer AUCH eine wirtschaftsoffene Partei, was sich auch nicht zuletzt daran zeigt, dass zahlreiche Partnerinnen und Partner Seltbständige bzw. Inhaber von Klein- und Kleinstunternehmern sind. Das neue Programm des Liberalen Forums, das im Juni dieses Jahres beschlossen wurde, hat sich gerade im Bereich “Wirtschaft” kaum verändert.
    Liberales Augenmerk sind gerade die innovativen Unternehmerinnen und Unternehmer, aber eben auch Kunstschaffende und Intellektuelle; das ist keine Gegensatz, sondern Ausdruck modernen Liberalismus.
    Die Forderung von “Tun statt meckern” kann ich voll unterschreiben, wie jeder andere Liberale auch, und zwar seit der Gründung des Liberalen Forums.
    Zu unterscheiden sind freilich innovative Untérnehmerinnen und Unternehmer von bürokratisierten Grossfirmen, die von Managern geführt werden die ohne jegliches (Unternehmer-) Risiko die Unternehmen schlecht führen; auch das Verhältnis von Kleinunternehmen und Ketten ist ein Problem.
    Beispiel: Während sich die Textilketten ausweiten, sperrt jeden Tag eine Boutique in Österreich zu (KURIER von heute). Das kann nicht im Interesse der liberalen sein.

    Tun statt Meckern 04.08.2009 12:15

    es mag schon sein, dass viele der lif-partner selbständig oder in der wirtschaft sind. kommuniziert worden sind wirtschaftsthemen aber nicht im gleichen ausmaß. in der öffentlichen wahrnehmung wurde das lif immer mit den rein sozialen themen assoziiert. grundsicherung, gleichstellung gleichgeschlechtlicher lebensgemeinschaften, etc. die sind natürlich auch wichtig aber auch schon durch andere parteien gut repräsentiert. insofern finde ich hier eine schwerpunktverschiebung in der kommunikation sehr gelungen. ist weniger ein inhaltliches, als ein kommunikatves thema.

    L.S. 11.08.2009 13:03

    @Roland:

    das kann ich nur voll unterstreichen. Das KREATIVE, INNOVATIVE Element ist eben eines das nur in einem offenen, von Förderung der Eigenintiative und -organisation geprägten Umfeld gedeihen kann.

    “Geht nicht”, “… da müssen Sie zuerst …”, usw. lähmt aber gerade diesen so wichtigen Funken am Übergang von der Idee zur (nachhaltigen) Umsetzung.

    Ja, die EPUs und KMUs sollten den Liberalen ein besonderes Anliegen sein – und sie sind es auch.

  9. L.S. 03.08.2009 14:48

    Erstmal großes Lob für den Artikel und die Diskussion!

    Was LH-Stv. Erich Haider sagt ist leider wie so oft eine Rück- statt einer Vorschau. Und auch von Seiten der ÖVP vernimmt man oft allzu widersprüchliche Aussagen und die Wahrnehmung des konkreten Tuns zeigt dann was dort wirklich wichtig ist: Das Besetzen von Stellen und Schlagwörtern, aber viel zu wenig geht es darum, etwas NEUES zuzulassen, geschweige denn zu fördern.

    EPUs und KMUs sind die Basis der wirtschaftlichen Leistungen, besonders in Österreich aber auch in der EU (deutlich je über 90%), dass bei derart eindeutigen Zahlen immer noch Großkonzern-Bevorzugung und Besetzungspolitik á la Nachkriegszeit betrieben wird ist absolut unverständlich. Man will es sich halt wieder mal “richten”.

    Gerade wegen der verkrusteten und zuwenig nach vorne gerichteten Politik der Großparteien sollte es m.E. das Anliegen von interessierten Wählern und Wählerinnen sein, mehr progressive und nicht auf Hetze sondern auf Zusammenhalt und Anerkennung des Anderen aufbauende Strukturen zu schaffen. Nachhaltige, wie ich meine.

    Was spricht dagegen, dass Menschen sich ihren Lebensraum gerne selbst gestalten? Was spricht dagegen, dass Menschen ihre Interessen, Kompetenzen und Fähigkeiten einbringen wollen um daraus in selbständiger oder angestellter Position einen MEHRwert für die Allgemeinheit zu schaffen?

    Nichts, bis auf eine Tatsache: Diese aktiven und fortschrittlich ausgerichteten Menschen haben bisher keine politische Heimat. Ich wünsche mir daher, dass die Liberalen diesen Platz anbieten und zusammen auch mit Vertretern anderer Gruppierungen MEHR erreichen als immer nur zu sagen: “das war schon immer so” oder “da kann man halt nix machen”. Doch, man kann!

    Antworten »

  10. Gerald 02.08.2009 09:28

    Neue Arbeitsplätze – das trifft in zweierlei Hinsicht: a) neu geschaffene ‘traditionelle’ Arbeitsplätze und b) ‘moderne’ Arbeit. Reduktion der Lohnnebenkosten – das ist eine schon lange fällig Strukturreform, leider wird darüber immer nur geredet – seit Kreisky. Arbeitskraft ist Leistung, Energie ist Leistund – fair wär’s wenn beides gleich durch Abgaben belastet wäre! Sozialer, ökologischer, und zukunftssicher wär’s wenn nur die Energie besteuert würde. Ad Steuer auf Gewinne: jeder soll verdienen dürfen, Personen genauso wie Betriebe. 25% Quellensteuer da, 25% Körperschaftssteuer dort – das sollte reichen. Maschienen haben damit rein gar nichts zu tun – das ist der alte SP/KP Populismus:’Die Maschienen sind schuld wenn Menschen den Arbeitsplatz verlieren’; damals war’s der Fortschritt, heute sind’s aber die Finanzunternehemen gewesen – das sollte auch dem Haider bekannt sein.
    Zum ‘vertuschen’ der zu erwartenden ‘Strukturmaßnahmen’ am Arbeitsmarkt: Menschen auf Biegen und Brechen ‘in Arbeit’ halten vernichtet langfristig mehr Arbeitsplätze und jagt die Firmen in den Ruin – daran ändern politische Interventionen nichts. Neue Arbeitsplätze können nur neue Firmen bzw. neue Produkte schaffen – und genau da sind KMUs stark.
    Auch was neue Arbeitsverhältnisse, d.h., Berater (Consultant), Partner (Cooperation), und Dienstleister (Support) anlangt sind KMUs spitze. Schon durch die Kleinheit können sie es sich nicht leisten alle Kompetenzen immer vorzuhalten, daher werden diese bei Bedarf ‘eingekauft’. Je innovatiever ein KMU, umso mehr ändert sich sein Bedarf, umso besser kann es auf den Markt ‘regieren’. Viele dieser Leistungen werden von EPUs (Ein-Personen-Unternehmen) erbracht, nicht weil die keine Anstellung wollen sondern weil KVs variable Wochenstunden nicht erlauben. Und wer schon mal mehr als einen Dienstvertrag hatte, der weiß dass so etwas zu kuriosen Schwierigkeiten bei SV und PV führt. Dabei wären die kreativen Berufe/Anstellungen bei vielen jungen Arbeitnehmerinnen viel gefragter als die starren KV Korsette. Irgendwann passen die Gesetze einfach nicht mehr zur Zeit und müssen durch andere ersetzt werden – Anpassungen lösen nichts, verschieben die Probleme nur auf später.
    Liberal heißt dem Einzelnen mehr Freiheit zu ermöglichen, ohne anderen zu Schaden – in diesem Sinne viel Erfolg in OÖ! Ich sehe den Weg über die Gemeindeämter wieder zu alter Stärke reifen als den einzig nachhaltigen – zeigen wofür die Liberalen stehen, nicht bloß reden und eigennützige (Macht-)Spielchen treiben wie das so oft bei den anderen ‘passiert’.

    Antworten »

    Inge B. 02.08.2009 11:10

    Es stimmt, die KVs sind zu starr. Aber die Gewerkschaft läßt Veränderung und Fortschritt nicht zu – man erinnert sich nur an die Lehrergewerkschaft und ihren Änderungswillen. Da sitzen Betonierer drinnen, die nicht erkennen wollen, daß es nicht mehr so geht.

    Viele Menschen haben auch Angst vor Veränderungen. Auch davor, sich selbständig zu machen. Das gilt in unserem Land als äußerst risikoreich – ist es auch. Wer auf die Nase fällt, hat einen extremen Imageschaden – im Gegensatz zur USA. Dort geht man mit Erfolg und Mißerfolg völlig anders um.

    Die Senkung der Lohnnebenkosten wird nur funktionieren, wenn wir auch die Anzahl der Sozialversicherungen senken oder tatsächlich aus einer Versicherungspflicht eine Pflicht zur Versicherung machen. Wettbewerb zwischen den Versicherungen wäre eine Möglichkeit, die Kosten zu senken.

    Bin doch kein Blödmann 02.08.2009 11:35

    Kollektivverträge wiegen uns in einer vermeintlichen Sicherheit, uns könnte nichts passieren. Sie sind einerseits ein Schutz, nicht zu wenig bezahlt zu bekommen. Andererseits macht es Verhandlungen auch schwieriger, weil Unternehmer die Untergrenze gerne auch als Obergrenze sehen. Wer mehr als den Kollektiv will, muß sehr gut verhandeln und viel leisten.

    Gerald 03.08.2009 04:28

    Ich bin nicht gegen KVs, auch nicht gegen Gewerkschaften, sehe derzeit aber nur die Angst der meist überalterten Bonzen Ihre Pfründe zu verlieren. Den Willen für die jungen Kollegen und deren Wünsche zu kämpfen vermisse ich. Im Gegenteil, den Jungen werden die veralteten Regeln aufgezwungen – ‘was für uns gut war, das müßt Ihr auch wollen’ …
    -
    Versicherungspflicht anstelle des nicht finanzierbaren Systems der Pflichtversicherung – das ist eine Windmühle an der schon viele gescheitert sind. Kalter Entzug (Konkurs) ist vielleicht der einzige Weg aus dieser Sackgasse – ein sehr schmerzlicher allerdings. Alternativen?
    -
    Veränderungen beginnen immer im Kopf. Die Politik sollte Visionen und Konsequenzen gleichermaßen präsentieren um eine positive Einstellung zu Neuem, ja auch zu Risiken zu schaffen, gleichzeitig aber Ängste abbauen. Berühmte Reden drehen sich fast immer um riskante Veränderungen. Dass Veränderungen nicht ohne Schattenseiten daherkommen verstehen die meisten – hier unterschätzt vermutlich so mancher Politiker seine Wähler. ‘Im Dunkeln gelassen’ werden aus Ängsten schnell Gespenster mit denen man besser nicht spielen sollte.

    Inge B. 03.08.2009 04:56

    @ Gerald
    D.h. wir brauchen mehr Flexibilität und mehr Spielraum für Arbeitnehmer und Unternehmer = weniger Vorgabe durch den KV

  11. klemens 01.08.2009 14:45

    Hallo Ira!

    Es freut mich sehr wieder viel von dir zu lesen! (-:
    Ich wünsch dir auf diesem Weg schon mal alles gute und wünsch Dir und den Liberalen in OÖ das Beste und den Erfolg den Ihr verdient!

    Es werde Licht — in der Österreichsichen Politik. (;

    ~klemens

    Antworten »

  12. Bin doch kein Blödmann 01.08.2009 10:03

    Die Krise wird länger dauern, als die Herren und Damen Politiker das bis jetzt zugegeben haben.

    Antworten »

    Gerald 02.08.2009 09:47

    Positiv Denken ist aber nötig, sonst verschlimmern die Politiker die Situation noch zusätzlich. Wenn keiner an einen Aufschwung glaubt, woher soll er dann kommen?
    Zugegeben, manche übertreiben es und verleugnen offensichtliche Tatsachen – das geht dann zu weit und man muss sich die Frage stellen: ‘Warum tut er das’ bzw. ‘Was bringt es dem der das tut’. Die Antwort darauf soll aber jeder für sich selbst finden. Blind den Aussagen anderer zu Glauben ist noch nie gut gewesen.

    Bin doch kein Blödmann 02.08.2009 10:09

    In meiner Firma gehen wir davon aus, daß die Krise ungefähr noch ein Jahr dauert. Und nur weil wir uns das Problem so klar vor Augen führen, können wir aktiv darauf reagieren (Fertigungsleistung senken, Urlaub und Überstunden abbauen, liegengelassene Projekte in Angriff nehmen, etc.).
    Wenn wir die Krise passiv abwartend erleben würden, wie ich es bei den Politikern erlebe, könnten wir unseren Betrieb morgen zusperren.

    Gerald 02.08.2009 10:27

    Klar, jeder muss für sich die Situation bewerten und die Chancen die sich daraus ergeben bestens nutzen – von alleine geht die Krise sicher nicht vorbei – 100%. Aber nicht für jeden dauert’s gleich lang; manche Branchen sind dynamischer als andere und können sich schneller ‘anpassen’. Als Politiker kann man sich folglich nicht auf ein Datum festlegen und die einzige Aussage die man korrekt treffen kan ist: ‘Bis jetzt ist noch jede Krise vorbeigegangen und so wird’s auch diesmal sein’.

    Inge B. 03.08.2009 04:28

    Wenn die Dauer der Krise nicht abschätzbar ist, wäre es noch wichtiger auf ein Neustart-, statt ein Erhalt-Programm zu setzen. Die Kurzarbeit ermöglicht, die Krise für ein paar Monate zu überdauern. Wenn allerdings die Krise länger dauert (wie man mittlerweile annehmen kann), kann der Staat das Überleben der Firmen nicht sichern, sondern muß andere Maßnahmen setzen.

  13. Julian 31.07.2009 10:46

    Maschinensteuer? Ich glaube ich spinne!

    Wie kann ein Politiker auf solche konfuse Ideen kommen? Wer sind denn die Berater, die Haider so einen Nonsens zugeflüstert haben?

    Mit seriösen Vorschlägen gewinnt man aber eh schon seit längerem keine Wahl mehr – leider.

    Antworten »

    Sigrid 01.08.2009 09:54

    Haider fährt seit Jahren voll auf der Populismusschiene. Selbst die Grünen – siehe Peter Pilz – hetzen gegen Unternehmer. Die ÖVP hat die Wirtschaftskompetenz voll eingebüßt – bleibt nur mehr die Hoffnung auf die Liberalen.

    Gerald 02.08.2009 10:13

    @ Sigrid zu ‘hetzen gegen Unternehmen’:
    Gegen ‘die Unternehmen’ im allgemeinen zu Hetzen ist sicher falsch, und auf den Großteil der Unternehmen, das sind hauptsächlich die KMUs, treffen die üblichen Voruteile nur sehr selten zu. Es gibt gute Manager für die ‘personelle Resourcen’ nicht nur eine Kostenstelle sind!

    Leider verstehe ich aber die Beweggründe des Herrn Pilz: Es gibt viel zu viele schwarze Schafe die trotz oder sogar wegen dem Freisetzen vieler Mitarbeiter Prämien auszahlen mit denen Umschulungen und andere betriebsinterne Veränderungen finanziert werden hätten können die viele Arbeitsplätze gerettet bzw. schaffen hätten können. Irgendwann werden auch die Eigentümer die Rechnung für diesen Missbrauch von Resourcen bezahlen müssen, dann wir nur leider vor lauter Entsetzen niemand sich der Ursachen besinnen; und wenn doch, kann man die Vergangenheit ja bekanntlich nicht ändern.

    Folglich müßte man die Eigentümer fragen ob sie noch bei Sinnen sind; bei AGs ist das nicht einfach, und Gesellschafter wollen soche Fragen wohl auch nicht hören – schon gar nicht im Nachhinein. Also wird polariaiert: Arbeitnehmer gegen Unternehmer – das hat Tradition, da kann jeder (geistig blinde) folgen…

  14. Daniel G. 30.07.2009 12:46

    Ist zwar etwas Offtopic, aber für mich als in der Steiermark lebender Oberösterreicher trotzdem interessant.

    Hab ich das richtig verstanden, dass das LIF bei den Gemeinderatswahlen Linz und Wels antritt, aber nicht bei den Landtagswahlen?
    Ansonsten müssten ja die Vorrausetzungen (inkl. Unterstützungserklärungen) bis spätestens 7.August geschaffen werden.

    Antworten »

    Ira 30.07.2009 19:09

    @ Daniel G.
    Stimmt, wir treten zu den Gemeinderatswahlen in Linz und Wels an. Möglicherweise noch in ein, zwei anderen Gemeinden.
    Wir treten nicht zu den Landtagswahlen an.

    Daniel G. 31.07.2009 05:35

    @Ira:
    Schade, dass nicht auch bei der Landtagswahl angetreten wird. Aber vielleicht ändert sich in den 6 Jahren bis zur nächsten OÖ-Landtagswahl soviel, dass dann wirklich ergebnisentscheidend “mitgespielt” werden kann.

    Viel Glück und Erfolg bei den Gemeinderatswahlen.

    Zur Wahl allgemein.
    Bedauerlicherweise scheints für hetzerische und scheinbar einfache Antworten gebende Politik viel einfacher zu sein sich breiter aufzustellen.
    Ich meine damit den NVP-Antritt bei der Landtagswahl in OÖ.

    Wenn ich das nur lese:
    Zitat Webseite:

    Multi – Kulti ist eine Gefahr!
    Österreich muss wieder deutsch werden!
    Nationalismus ist nicht der Hass auf das Andere, sondern die Liebe zum Eigenen!
    Ausländerrückführungsgesetz

    oder Aussagen wie::
    “Angeblich haben 2008 65.000 Menschen in Österreich ihre Arbeit durch die Globalisierung verloren”

    Ira 01.08.2009 08:32

    Wir arbeiten derzeit daran, erfolgreich in die Gemeindestube einzuziehen. Die Aufgabe nach der Wahl wird dann sein, das Land Oberösterreich personell stark aufzubauen und dann ist langfristig vieles möglich.

  15. Mister X 30.07.2009 09:11

    Für die großen Unternehmen bzw. Banken gibt es Unterstützungen und Haftungen in Millionenhöhe. Laut Profil-Bericht wurde in den Haftungsvertrag für KTM vertraglich verankert, dass Mitarbeiter-Kündigungen frühesten ab 1. Oktober ausgesprochen werden dürfen. Also zufällig ein paar Tage nach den Wahlen in OÖ. Die ÖVP wollte ein Fiasko wie vor der letzten Wahl mit der VOEST verhindern…. So viel zum Thema Arbeitsplatzsicherung und Wirtschaftspolitik mit Vision.

    Antworten »

    Unternehmer 30.07.2009 12:13

    Als Eigentümer eines 20-Mann starken Unternehmens kann ich zur Forderung, die KMUs in den Mittelpunkt einer wirtschaftspolitischen Strategie zu stellen, nur gratulieren. Ich fürchte nur, daß das außer den Liberalen keiner so sieht.
    Ich fürchte auch, daß wir nach dem Wahlsonntag vor einem Fiasko stehen: wenn nämlich die Kündigungen in der Großindustrie ausgesprochen werden. Welcher oberösterreichische Journalist traut sich, endlich klare Fragen zu stellen und darüber öffentlich zu berichten?

    Wahlkampf ohne Krisendiskussion 31.07.2009 12:08

    Die oberösterreichischen Politiker wollen das Thema Krise völlig aus dem Wahlkampf heraushalten. Und sie scheinen damit durchzukommen. Dank Kurzarbeit, AMS-Kursen und Vereinbarungen mit der Großindustrie gibt es während des Wahlkampfes keine Diskussionen über die wahren Probleme hier in Oberösterreich.
    Siemens baut Arbeitsplätze ab, in der Voest gibt es Kurzarbeit – nach dem 1. Oktober Strukturveränderungen, Miba, KTM, etc. arbeitet kurz – keiner spricht darüber.

    Thomas 31.07.2009 12:13

    Wer will schon wirklich wissen, daß es 60% bis 100% mehr Arbeitslose in Oberösterreich gibt? Die Politiker setzen darauf, daß die Menschen blöd sind und diese “kleinen Problemchen” untergehen.

    Laut Standard mehr Arbeitslose, weniger offene Stellen 01.08.2009 07:09

    Arbeitslosenzahl zog im Juli um 30,1% an
    01. August 2009, 10:12
    ——————————————————————————–
    Damit sind derzeit 232.387 Menschen arbeitslos, ohne Schulungen – Um 31,6 Prozent weniger offene Stellen
    Wien – Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt hat sich weiter verschlechtert. Ende Juli ist die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen – ohne in Schulung befindliche – im Jahresabstand um 30,1 Prozent auf 232.387 angestiegen. Dies gaben Arbeitsmarktservice (AMS) und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) am Samstag bekannt. Die Arbeitslosenquote beträgt damit weiterhin 6,3 Prozent.

    Miriam Kofler 01.08.2009 08:38

    @ Thomas
    Wenn immer Politiker der Meinung sind, daß sie den Menschen nur Halbwahrheiten verkaufen brauchen, treten wir Liberale für den mündigen Menschen ein. Volle Information für die optimale Entscheidung. Wir sind für die interessierten, hinterfragenden Menschen da!

  16. Sonja 30.07.2009 05:48

    Einer meiner Freunde ist seit drei Monaten arbeitslos (Betrieb ging in Insolvenz) und will sich jetzt selbständig machen. Gibt es bei uns in Oberösterreich so etwas wie eine ICH-AG (Deutschland). Welche Möglichkeiten gibt es, mit wenig Kapital ein Unternehmen zu gründen?

    Antworten »

    grabenklug 31.07.2009 12:50

    Zunächst würde ich mich mit dem AMS in Verbindung setzen, es kann einiges helfen. Arbeitslosengeld kann man weiterbekommen, auch wenn man sich selbständig macht. Leider muß man aber weiterhin dem Arbeitsmarkt verfügbar sein (bedarfsorietierte Mindestsicherung statt bedingungsloser)
    Gewinn: Geringfügigkeit (ca 350 €/Monat)
    Umsatz: max ca 3.000 € /Monat!! (11% des Jahresumsatzes dürfen die Gerfingfügigkeit nicht übersteigen.
    Dann ist die Frage womit selbständig? Befähigungsnachweis oder freies Gewerbe (WKO)?
    Wenn die Idee passt, kann man sich auch in A als EPU (1-Personen-Unternehmen) selbständig machen.

  17. Michael 29.07.2009 19:08

    Auf diesen Blog-Artikel hinauf habe ich mir die AMS-Zahlen in Oberösterreich genauer angesehen. Verglichen mit dem Vorjahr haben wir 1,6 Prozent mehr Arbeitslose (derzeit 4,2 Prozent, vor einem Jahr 2,6 Prozent).
    Bei uns im Betrieb sind wir derzeit alle auf Kurzarbeit, nach dem Wahltag soll es “Strukturmaßnahmen” geben. Haben die Politiker die Dramatik der Situation noch nicht begriffen?

    Antworten »

    Wolfgang Grabensteiner 30.07.2009 03:34

    1,6 klingt noch zu harmlos, aber das ist eine Steigerung von über 60%, einige Bezirke hatten sogar Steigerungen von über 100%!

    Sonja 30.07.2009 10:41

    Laut Presse sinkt auch die Anzahl der Firmengründungen: http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/498789/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/economist/index.do

    Gerhard M. 30.07.2009 11:28

    900 Arbeitplätze werden bei der Siemens abgebaut – unter anderem bei der Siemens VAI. Wieviele Arbeitplätze trifft das am Linzer Standort?

    Daniel G. 30.07.2009 12:13

    @Gerhard M.
    Wenn man diversen Medien glauben darf sind ca. 200 Arbeitsplätze der VAI in Linz betroffen. Der Großteil (>600) betrifft wohl die PSE in Wien, Graz und Villach. PSE-Kündigungen waren zu erwarten, wenn man die Geschichte/Entwicklung dieser Firmensparte etwas genauer kennt. Unverständlich wie man nahezu mutwillig diesen Bereich zugrunderichten kann.

  18. Inge B. 29.07.2009 16:27

    Landesrat Haider glaubt wirklich, daß er die Maschinen zur Kassa bitten kann.

    Im Interview mit der Sonntagspresse meinte er wortwörtlich http://diepresse.com/home/politik/ooewahl/496277/index.do :

    “Die Richtung, in die es sich bewegen muss, ist die zu einer Maschinensteuer. 0,5 Prozent der wirtschaftlichen Gewinne sollen als Produktivitäts- oder Maschinensteuer abgegeben werden. Man muss die Produktivität und die Maschinen besteuern und nicht die Menschen. Die Produktion läuft stark automatisiert ab, da kann ich nicht die Menschen besteuern.”

    Antworten »

    Walter 29.07.2009 16:50

    Typisch SPÖ: jetzt wollen sie schon die Maschinen bestrafen.

    Wolfgang Grabensteiner 30.07.2009 03:38

    Dem Kollegen Haider müßte man halt den Rat seines Altvorderen Kreisky in Erinnerung rufen: “Lernen Sie Geschichte, junger Mann!” Sein legendärer Sozialminister Dallinger, von dem diese Idee ursprünglich stammte, hatte das mit einer gleichzeitigen massiven Senkung der Lohnnebenkosten verbunden.
    Das Modell müßte man sich halt genauer anschauen, dann wäre es druchaus diskussionswürdig, aber sicher nicht auf Basis des Gewinns!

  19. Morten 29.07.2009 15:52

    Es ist ja schizophren: das LIF ist die einzige Partei, der ich wirtschaftspolitisch was zutrauen würde und dann sitzt ihr nicht im Nationalrat.
    Den Oberösterreichern drücke ich die Daumen, daß der Einzug im September klappt! Das wäre ein toller Erfolg!

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