AUA – unsanfte Landung nicht vorhersehbar?

Nicht vorhersehbar? Wie die ÖIAG und der AUA-Vorstand die AUA unsanft landen lassen
Dem staunenden Publikum wird wieder einmal die EU als böser Spielverderber vorgeführt. Dabei hat hier Österreich selbst Schuld: ein intransparentes Bieterverfahren, wettbewerbsverzerrende Subventionen, etc.
Das LIF hat schon öfter davor gewarnt, zuletzt im Februar. Lesen Sie unseren Kommentar hier:
http://blog.liberale.at/2009/02/hat-uns-europa-nicht-lieb-und-werden-wir-doch-einen-richter-brauchen
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Julian 15.07.2009 17:31
Was meint Werner Becher als Wirtschaftssprecher des LIF zu Faymanns Vorstoß, die ÖIAG abzuschaffen?
Hätte gerne die LIF-Meinung dazu gehört.
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Werner Becher 21.07.2009 05:36
Hi Julian -> bitte dazu den entsprechenden Blog-Beitrag zu diesem Thema lesen.
Ronald J Pohoryles 09.07.2009 08:34
Nachdem hier verschiedene Dinge angesprochen werden:
1. ad AUA: Bitte kommen wir in Europa an: Der LH-AUA-Deal wird SO nicht über die Bühne gehen, wie sich das das AUA-Management und vor allem Herr Michaelis von der ÖIAG vorgestellt haben, aber möglicherweise so, wie die LH das schon mit der Brussels Airlines (vormals Sabena) und der SWISS gespielt hat: jegliche Konkurrenz ausschalten – dagegen hat aber die Europäische Kommission, im besonderen die LIBERALE Wettbewerbskommissarin einiges einzuwenden. Es kann nicht im Interesse der Liberalen sein, Monopolbildungen zu unterstützen. Und nicht im Interesse der österreichischen Liberalen, den Wirtschaftsstandort Wien nachhaltig zu stärken.
2. ad ÖBB
Werner: Die Trennung von Netzwerk (etwa Schieneninfrastruktur) und Betreiber ist geltendes EU-Recht: es soll sowohl öffentliche Versorgung mit Dienstleistungen als auch Konkurrenz, sei es unter Privaten, sei es zwischen öffentlichen und privaten Verkehrsanbietern sicherstellen. Funktionniert ausgezeichnet in Schweden: unterschiedliche Preise für unterschiedliche Leistungen, je schneller und besser ausgestattet, desto teurer. Ohne Trennung von Schieneninfrastruktur und Betreiber wäre etwa auch der Zug Wien-München, den die STRABAG als privater Betreiber einrichten wird, nicht möglich!
Aber natürlich: Die Erhaltung von Versorgungssicherheit ist ein Gemeinschaftliches Ziel in der Europäischen Union.
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Daniel Gattringer 09.07.2009 08:46
Ich vermute da hat sich ein Fehler eingeschlichen…
“Und nicht im Interesse der österreichischen Liberalen, den Wirtschaftsstandort Wien nachhaltig zu stärken.”
@Schieneninfrastruktur:
Um zu sehen wie diesbezüglich ein gangbarer Weg aussehen könnte muss man nur in die Schweiz blicken. Bester Schienenausbau und beste Anbindung (beispielsweise Flughafen Zürich), vernünftige Preisgestaltung und ein Management das scheinbar Ahnung vom Geschäft hat.
Bastl 15.07.2009 17:40
“je schneller und besser ausgestattet, desto teurer.”
das find ich aber nicht sonderlich gut. wenn in österreich in zukunft schnelle fernverbindungen noch teurer werden. (diese sind ja auch meistens besser ausgestattet) kann ich meine familie nicht mehr besuchen.
Bastl 15.07.2009 17:41
“je schneller und besser ausgestattet, desto teurer.”
das find ich aber nicht sonderlich gut. wenn in österreich in zukunft schnelle fernverbindungen noch teurer werden. (diese sind ja meistens nich nur schneller sondern auch besser ausgestattet) kann ich meine familie nicht mehr besuchen.
Ronald J Pohoryles 17.07.2009 09:12
DanielGattringer hat völlig Recht – beim Bloggen passiert so etwas leider.
Bitte um Vergebung: Natürlich ist es im Interesse der Liberalen, die Wirtschaftsstandport Wien zu stärken…
Ronald J Pohoryles 17.07.2009 09:15
ad Bastl:
Der Witz beim Wettbewerb liegt daran, dass unterschiedliche Angebote auf den gleichen Strecken geboten werden: Ein klassisches Basisangebot muss natürlich weiterbestehen, aber daneben soll es ein deutlich besseres, und natürlich teureres geben.
Beispiel Flughafentransfer Wien: neben dem teureren CAT gibt es weiterhin die deutlich billiegere Schnellbahn. Ähnliches gibt es in London: Heathrow express UND Tube. Ich nehme übrigens den Tube.
Bastl 20.07.2009 18:28
wichtig ist, dass es ein vielseitiges angebot gibt! und ich hab angst, wenn es wieder mal eine “österreichische lösung” zum thema öbb gibt, ist das nicht möglich.
Bastl 09.07.2009 07:00
Das passt zwar nicht in diesen Beitrag:
aber ich hab gestern im club2 auf orf2 gesehn, dass amtsträger zukünftig ortsübliche geschenke/begünstigungen o.ä. verlangen können und das auch nicht strafbar ist.
also ich glaube nicht, dass das im sinne einer liberalen vorstellung von wettbewerb ist
ev. möchte sich ja jemand ein bisserl mit dem thema auseinandersetzten udn hier an blog beitrag schreiben – das würde mich sehr interessieren.
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Werner Becher 02.07.2009 12:29
Der Staat hätte sich längst aus der AUA zurückziehen müssen, jetzt können wir nur hoffen, dass wir mit den paar hundert Millionen Mitgift aus Steuergeld dieses marode und von politischen Günstlingen heruntergewirtschaftete Unternehmen raschest möglich los werden und nicht noch viel mehr Steuergeld verpulfern müssen! Bitte liebe Lufthansa, hab´Erbarmen und befreie uns von uns selbst (denn der Staat sind ja angeblich wir selbst)!
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Selbiges trifft natürlich auch auf den Flughafen Wien zu (dort schickt zwar nicht der Bund, aber dafür die Länder Wien und NÖ ihre ausranchierten Poilt-Pensionisten ohne ernstzunehmende Wirtschaftserfahrung hin).
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… und natürlich auch Telekom, Post und ÖBB, Verbund, Landesenergieversorger, Wiener Linien, etc.
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Wir brauchen auch nicht die angedachten abgetrennten Infrastruktur-/Netzwerkteile dieser Firmen in Staatsbesitz!
Über langjährige Konzensionsvergaben (bspw. wie bei Casionos Austria oder Lotterien funktioniert das ja auch) könnten auch diese professionell (=beamten- und politikerfrei) geführt werden und würden den schwer angeschlagenen Sozialstaat dabei entlasten.
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günter eckerstorfer 02.07.2009 16:40
gratulation zu diesem bericht.
die lufthansa befreit uns hoffentlich von der aua.
aber wer bitte befreit uns von telekom, post, …?
HHHIIIIIIIILLLFFFEEE!!!!
Ronald J Pohoryles 04.07.2009 13:57
Lieber Werner
genau die LH ist ja das Problem – deshalb ist es genau die liberale Wettbewerbskommissarin, die hier vertiefend prüft. Die enge Zusammenarbeit der – offensichtlich nur der deutschen Sprache mächtigen – Bundesregierung, des schon seit Sorensen von der LH eingesetzten Managements und der LH hat zur Gefahr einer Monopolbildung geführt! Die LH ist sicher kein Erlöser…
Liberale sind gegen Monopole und Kartelle. Die LH hat nach der gleichen Masche die Swiss und die Sabena (Brussels Air) aufgesaugt – kann sich jemand die künftigen Preise für einen Flug nach Brüssel, Frankfurt oder Zürich vorstellen?
Übrigens: Wer wirft den Privaten den 500 M€ nach – wieso soll ich als Steuerzahler den LH-Deal finanzieren und damit den Wettbewerb zu unterminieren?
Ich hoffen nach wie vor, dass die EU die Wettbewerbsfrage sehr genau prüft! Dann kommt der LH-Deal wohl kaum zustande!
Werner Becher 06.07.2009 08:46
@Ronny: Ich hoffe für die Mitarbeiter der AUA, dass der Deal übe die Bühne geht, denn die AUA alleine ist aus meiner Sicht nicht überlebensfähig, weil ihr dafür die Strukturen und ein Management fehlen, dass dem Wettbewerb des 21. Jahrhunderts im Luftfahrbereich gewachsen wäre und damit dem Untergang geweiht wäre.
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Makroöknomisch und auch als Steuerzahler dieses Landes möchte ich weder der AUA, noch ÖBB, Asfinag, Post und all den anderen quersubventionierten staatsnahen Betrieben auch nur einen Cent Steuergeld zubilligten und vertraue dabei blind auf die reinigende Kraft des Wettbewerbs
Miriam 06.07.2009 12:37
für die Mitarbeiter wäre eine schnelle Lösung dringend an der Zeit. Warum verstellen sich die AUA-Betriebsräte mit ihrem Zorn auf Lauda den Blick auf eine künftige Entwicklungen? Das ist ja schon mehr als lächerlich (erst gestern wieder am runden Tisch)
Werner Becher 06.07.2009 13:38
@Miriam: Da gebe ich Dir absolut Recht – wenn man diesen Betriebsrat des Bodenpersonals (Junghans) im TV sieht, wundert man sich nicht, warum der Gewerkschaft die Leute davon rennen
patrick 06.07.2009 15:58
Weil hier auch die ÖBB erwähnt werden: Dort liegt völlig unzweifelhaft vieles im Argen. Die Gewährleistung einer gewissen (für jeden leistbaren) Grundversorgung mit öffentlichem Verkehr sehe ich aber durchaus als staatliche Aufgabe an. Und die wäre sicher nicht in ausreichendem Maß zu erreichen, würde man hier ausschließlich auf rein private Anbieter vertrauen.
Ludwig Paischer 29.06.2009 14:43
Fluglinien, die pleite sind und nachhaltig Verluste schreiben, sind in die Insolvenz zu schicken. Das gilt für die SkyEurope genauso wie für die AUA. Ein Zuschuß von hunderten von Millionen Euro auf Kosten der Steuerzahler ist nicht wirklich argumentierbar, da die Lufthansa Wien als Kernflughafen ohnehin weitgehend abdrehen wird, sofern sie zum Zuge kommt.
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Ira 30.06.2009 10:10
@ Ludwig Paischer
völlig richtig. Oder es ist ein Privatinvestor zu suchen, der daran glaubt, das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu führen.
Miriam 01.07.2009 11:21
Wo liegt der Vorteil von Steuerzuschüssen:
kurzfristig werden Arbeitsplätze erhalten – langfristig können sie nicht garantiert werden
kurzfristig kann man schlechte Neuigkeiten in der Wirtschaftskrise umgehen – langfristig nicht
–
diese Steuerzuschüsse gefährden andere im Wettbewerb stehende Unternehmen (z.B. flyniki). Sie zögern Veränderungen hinaus, die langfristig enorm wichtig wären. Sie dienen dem Stillstand in unserem Land und gehen auf unser aller Kosten.
LIFisch 01.07.2009 21:07
Ausserdem geht es bei der Staatshilfe nur um eine Traditionsmarke und die Rettung der selbigen. Hätte flyniki die selbe Anzahl an Flugzeugen und Angestellten, wären den jetzigen AUA-Rettern die Arbeitsplätze (die jetzt als Begründung herhalten müssen) völlig egal oder jedenfalls nicht so wichtig, um das Unternehmen staatlich zu unterstützen.
Wenn es die AUA nicht alleine schafft, gibt es eben keine AUA mehr. Das ist nunmal das Merkmal einer freien Marktwirtschaft, auch wenn sie (was ich gut finde) sozial definiert ist, wie die österreichische.
Daniel Gattringer 02.07.2009 07:10
@LIFisch:
Ich kann dir bezüglich der “Rettung” von Traditionsmarken nur teilweise zustimmen. Ich würde das eher anders formulieren. In der österreichischen Luftfahrtgeschichte ist eine Tendenz zu mangelnder Marktausrichtung und politischer Einflußnahme bemerkbar. Dies bezieht sich nicht nur auf die AUA, wo bekanntlich große Summen aufgrund von Managementschwierigkeiten “verloren” gingen. Ich möchte nur auf die durchaus bewegte Geschichte eines ehemaligen Formel 1 Fahrers im Bereich der Luftfahrt hinweisen. Für mich erstaunlicherweise wird er in diesem Bereich immer noch als Experte gehandelt bzw. glaubt ein solcher zu sein. Hat das was mit Beziehungen und Publicity zu tun? Gedankenanstoß: Lauda Air, Lufthansa, Börsengang, Condor, österreichische Lösung, Aktienrecht, politisch motivierte Übernahme, Eingliederung usw.
Ganz abgesehen davon bin ich kein Fan von dem was akutell gerade läuft. Staatliche Intervention/Bürgschaften für Firmen die auch zu besseren Konjunkturzeiten nicht erfolgreich am Markt aufgetreten sind bewirken meiner Meinung nach nur Marktverzerrungen und Verzögerung des Untergangs. Dies tritt in verschiedensten Abstufungen bei verschiedensten Unternehmen auf. Als Beispiele sind Infineon und Opel zu nennen.
Die volkswirtschaftliche Kostenabschätzung in Bezug auf “Arbeitsplatzrettung” unterscheiden sich je nach Quelle (und politischem Naheverhältnis) ja entscheidend. Stützung von Arbeitsplätzen ohne Strukturänderung und Abbau von Überkapazitäten und Orientierung an Marktbedürfnissen kann meiner Meinung jedenfalls nicht das Ziel sein.
SPÖ / ÖVP 29.06.2009 13:40
Hier die aktuellen Stellungnahmen von Faymann und Pröll:
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Am Montag sagte Faymann gegenüber der APA, dass es ihm “natürlich” lieber sei, wenn die EU-Diskussion schon abgeschlossen wäre. “Ich sehe aktuell keine Gefährdung.”
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“Können uns keine Verzögerungen leisten”
Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) wollte am Montag die zweiwöchige Verzögerung nicht bestätigen. Er sei optimistisch.
“Wir kämpfen auch dafür, dass der Deal ordentlich über die Bühne geht”, so Pröll. Er machte zugleich allerdings deutlich, dass “die Lage zu angespannt” sei, “als dass wir uns eine weitere Verzögerung leisten könnten”.
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