Frauenquote für Aufsichtsräte?

Frauenministerin Heinisch-Hosek hat für Aufsichtsräte nach dem Vorbild Norwegens eine obligatorische Frauenquote von 40 % gefordert.

Obwohl diese Forderung einem liberalen Kernanliegen wie der Sicherung von Gleichbehandlung und dem Abbau von Diskriminierung zu entsprechen scheint, lehnen wir den Vorschlag ab. WARUM?

Die Befürworter der Frauenquote meinen, Vorurteile und männlich dominierte Netzwerke würden die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen behindern. Diese strukturelle Hürde müsse durchbrochen werden. Die Ursachen dafür, dass in Führungsetagen noch immer überproportional mehr Männer als Frauen anzutreffen sind, liegen aber woanders! Nämlich in der ungleichen Verteilung der Zeitkapazitäten durch die Kinderbetreuung!

Um sowohl das gesellschaftlich wichtige Modell Familie als auch das für die meisten Familien finanziell gar nicht anders leistbare Modell Familie – Beruf – Kinder zu ermöglichen, benötigen wir eine Modernisierung der Aufteilungsmöglichkeiten der Kinderbetreuung unter den Elternteilen genauso, wie auch für ältere Kinder eine flächendeckende Tagesbetreuung. Bisher wurde von der Politik gänzlich übersehen, dass Kinder, die dem Kindergarten entwachsen sind, schlecht alleine zuhause bleiben können. Ist diese Basis gelegt, bedeutet auch für Frauen mit Kindern – wie in mittlerweile vielen anderen europäischen Ländern – der Weg bis in die Chefebene keine Ausnahme mehr.

Der zweite wichtige Punkt, warum wir eine gesetzlich geregelte Frauenquote ablehnen, ist, dass schlagende Argumente, die für einen so gravierenden Eingriff in die Entscheidungsfreiheit der Aktionäre sprechen, nicht zu finden sind. Liberale wägen den Nutzen aus einer Regulierung  gegen die damit verbundenen Nachteile ab. Die fachlichen Anforderungen an Aufsichtsräte sind durch die Rechtsentwicklung in den letzten Jahren enorm gestiegen und sind auch weiter zu erhöhen. Die Schuld an der Finanzmarktkrise ist nicht zuletzt einem Versagen der unternehmensinternen Kontrollen zuzuschreiben, die zu verbessern sind. Gute Aufsichtsräte und Aufsichtsrätinnen, die für relativ geringe Bezahlung weit reichende Verantwortung übernehmen können, sind nicht leicht auszumachen. Ihre Auswahl muss sich geschlechtsneutral am Wohl des Unternehmens orientieren. Die Vorgabe von Quoten würde den Rekrutierungsprozess, der ohnehin schon schwierig genug ist, mit einem unsachlichen Element belasten.

Gender Politik hat mit mehr Entschlossenheit als in den vergangenen Jahren aber an den entscheidenden Fronten stattzufinden.

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KommentareTop

  1. Häferl 05.03.2009 07:46

    Quoten = Zwang und Zwang ist für Liberale ausschliesslich denkbar zur Abwendung von Gewalt, keinesfalls aber von Leid!

    Nur Kommunisten und Sozialisten glauben immer noch ernsthaft, dass man mit Zwang zur Abwednung von Leid in der Realität nachhaltig etwas erreichen kann – hat in der gesamten Mennschheitsgeschichte noch niemals funktioniert und auch das Credo “mehr Gleichheit” hat immer nur zu mehr gleich armen Menschen aber niemals zu mehr gleich wohlhabenden Menschen geführt. Funktioniert in der Wirtschaft nicht und funktioniert auch in der Zivilgesellschaft nicht, wie das jahrzehntelange Bemühen mit Zwangsmassnahmen leider auch das Thema Frauengleichberechtigung zeigt. Wirklich etwas ändern würde sich nur dann, wenn Frauen endlich jene Berufe wählen würden, die vernünftig bezahlt werden und nicht wie Lemminge nach wie vor in die bekanntermassen schlecht bezahlten Branchen watscheln!

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  2. Cristiano 20.12.2008 11:23

    Von Frauenquoten halte ich wenig.
    Zumal eine Staatssekretär(in)/Minister(in) für Integration zehnmal wichtiger wäre wie eine Frauenministerin.
    Das soll doch ein Scherz sein! Welche Akzente kann schon eine Frauenministerin setzen? Einfach lächerlich.

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    Dr. Gottfried Holztrattner 23.12.2008 00:12

    Zitat Cristiano: “Das soll doch ein Scherz sein!” – Dieses Kompliment ist Ihnen unversehens zurückzugeben.

    Hayekfan 27.12.2008 19:07

    Cristiano ich stimme Dir zu. Nachdem die Gute als erste und damit offenbar wichtigste Forderung, ein paar Frauen mehr in Aufsichtsräten haben will, anstatt wirklich etwas gegen die nach wie vor in einigen gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Bereichen bestehende Diskremminierung von vielen Frauen zu unternehmen, hat sich dieses Thema für die nächsten 5 Jahre leider erledigt, denn die anderen MinsiterInnen lachen nach diesen potemkinschen Vorstoss nur über sie – ausgenommen vielleicht Frau Bures :-)

    Etwas FÜR die Integration zu tun anstatt nur andauernd GEGEN die Ausländer zu polemesieren, wäre tatsächlich deutlich wichtiger, wird aber offenbar nach wie vor nicht als ernstes Themes angegangen -> so dumm können die Rechten gar nicht sein (und die hellsten haben dort wohl wirklich nicht das sagen), dass sie das nicht weiter ausnutzen werden – schade das jetzt auch noch die Grünen auf den Kronen-Zeitungs-Zug aufspringen wollen und lustig beim Xenophobieren mitmachen wollen :-(

    Irene 29.12.2008 13:11

    Interview: „Verpflichtende Frauenquote nicht superelegant, aber wirksam“ mit der Frauenministerin heute in den Oberösterreichischen Nachrichten
    http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/art385,89197

    Adriano 24.03.2009 18:42

    Irene, was willst du uns mit dem zeigen? Das Frauenquoten eigentlich eh unterstützenswert sind?

    Quoten sind illiberal, vielleicht nennen wir uns jetzt “Illiberales Forum – Anti-Heide-Schmidt” ?

  3. Häferl 19.12.2008 14:13

    Kann mir mal jemand schlüssig beantworten:
    1) Warum so extrem viele junge Frauen unbedingt wie Lemminge Berufe wählen müssen, die bekanntermaßen schlecht bezahlt und kaum Karrierechancen bieten, anstatt endlich einen der vielen anderen deutlich lukrativeren Beruf zu wählen?

    und

    2) Wie Frauenquoten in Aufsichtsräten von Branchen funktionieren sollen, in die sich kaum mal eine Frau verirrt (IT, Telekom, Energie, Stahl, Automobil, Bau, Elektronik, …), die aber gleichzeitig nicht gerade eine Minderheit an den Börsen darstellen?

    Antworten »

  4. Bastl 17.12.2008 09:38

    Ich für meinen Teil lehne jede Art der Diskriminierung ab, sei es nun positiver oder negativer Natur.
    Es wäre für mich untragbar einmal höhren oder fühlen zu müssen:

    Ja Herr Springer, Sie sind zwar fachlich die kompetenteste Person für diesen Job, nur sind Sie nicht heterosexuell, blond, eine Frau, Katholik, …)
    Das wünsch ich niemanden!

    Antworten »

    Martina 17.12.2008 19:13

    sobald 2 Bewerber mit gleichen Qualifikationen für ein- und denselben Posten kandidieren, wird immer jemand diskriminiert
    vermeiden läßt sich´s nicht, nur steuern

    kinte 18.12.2008 09:33

    Martina,
    diskriminiert wird jemand nur wenn die Entscheidung gegen diese Person aufgrund des Geschlechts, der Religion, Herkunft, Hautfarbe o.ä. getroffen wird.
    Gleiche Qualifikation ist ein Ding der Unmöglichkeit; wenn man genau schaut sieht man immer einen sachlich relevanten Unterschied zwischen 2 Bewerbungen. D.h. damit dieser Quotenzwang tatsächlich greift müsste das Gesetz auch definieren, was man unter Qualifikation versteht – und das möglichst undetailliert. Wenn 2 BewerberInnen das gleiche Studium abgeschlossen haben dann will ich als Entscheidungsträger auf Details schauen die man per Gesetz nicht definieren kann: Notendurchschnitt, Aktivitäten neben dem Studium, Auftreten, Motivation und und und… Mit einem Quotenzwang nimmt man mir all diese Kriterien (die übrigens nicht diskriminierend sind!) weg und genau das ist das Problem.

    Bastl 18.12.2008 22:35

    persönlicher eindruck und soziale kompetenzen fehlen mir a bisserl in deinem beitrag.
    die sind auch sehr wichtig – schulnoten sagen ja icht sonderlich viel aus. (zumindest oft nicht!)

    kinte 18.12.2008 23:53

    Bastl ich stimme dir völlig zu: Schulnoten sind nur (irgend)ein Beispiel gewesen. Die Liste ist natürlich lang.
    Der Punkt ist es ist so gut wie unmöglich dass 2 Menschen “gleich qualifiziert” sind.

    Nur so nebenbei: Schulnoten sagen viel aus. Aber oft nicht das Richtige ;)

    Martina 22.12.2008 01:14

    // Wenn 2 BewerberInnen das gleiche Studium abgeschlossen haben dann will ich als Entscheidungsträger auf Details schauen die man per Gesetz nicht definieren kann: Notendurchschnitt, Aktivitäten neben dem Studium, Auftreten, Motivation und und und…//

    schöner Wunsch
    in der Realtität, wird meistens nach Smpathie entschieden
    Es gibt übrigens die Möglichkeit, vor der eigentlichen Entscheidung die Bewerber zu einem Qualifikationstest einzuladen (schriftlich, anonymisiert) –
    und DANN erst mit den besten ein Gespräch zu suchen
    Wenn dann noch immer 2 Bewerber übrig sind, wird eine/r diskriminiert – positiv, oder negativ – das ist nicht zu vermeiden.
    Quoten sorgen nur für mehr Fairness, abseits persönlicher Befindlichkeiten

    Martina 22.12.2008 01:15

    y natürlich “Sympathie”

    kinte 22.12.2008 15:51

    Na wenn eh Sympathie entscheidend ist dann würde es reichen wenn Frauen “sympathischer” auftreten. Nach der Theorie dürften wir gar keine Diskriminierung haben oder meinst du dass Männer andere Männer prinzipiell sympathischer finden als Frauen?

    Ich denke unsere Meinungen gehen schon bei der Definition des Wortes Diskriminierung auseinander. Vielleicht hilft Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung

    Eine Entscheidung zwischen 2 Personen ist nicht nicht per se eine Diskriminierung. Das ist nur der Fall wenn die Entscheidung gegen eine Person aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe getroffen wurde: Gender, ethnische Herkunft, Behinderung usw.

    Martina 22.12.2008 21:36

    // Na wenn eh Sympathie entscheidend ist dann würde es reichen wenn Frauen “sympathischer” auftreten. Nach der Theorie dürften wir gar keine Diskriminierung haben oder meinst du dass Männer andere Männer prinzipiell sympathischer finden als Frauen? //
    :rolleyes:
    – Wikipedia ist nicht alles -
    Es gibt sowohl negative Diskriminierung (”nein, den/die nicht, weil, … – egal aus welchem Grund), als auch positive Diskriminierung (ja, den/die nehmen wir, weil … – egal aus welchem Grund)
    beide Formen sind politisch relevant.
    Z.B. werden, sehr selten, aber doch auch Behinderte manchmal positiv diskriminiert (etwa weil Förderungen daran geknüpft sind, oder aus anderen Gründen) – ich kann daran nichts Schlechtes erkennen. Auch hier kommt eine gesetzlich geregelte Quote zum Tragen.

    Bastl 23.12.2008 11:16

    bzw. für eine Person, wenn es sich um positive Diskriminierung handelt (siehe Wikipedia)

    Und was ist an einer Quotenregelung fair?
    Ich kann jetzt nicht für Frauen sprechen, aber wenn ich mir so die umgekehrte Situation vorstelle – sprich es gibt mehr Frauen in leitenden Positionen und es wird eine Männerquote eingeführt, würde es mir höchst unangenehm sein, das gefühl zu haben, ich wurde eingestellt weil ich ein mann bin um die quote zu erfüllen und nicht wegen meiner kompetenz (ob es nun so ist oder nicht)… ich find das nicht so positiv.

    ich finde man sollte andere maßnahmen gegen die diskriminierung von frauen finden!

    Martina 24.12.2008 02:17

    // würde es mir höchst unangenehm sein, das gefühl zu haben, ich wurde eingestellt weil ich ein mann bin um die quote zu erfüllen und nicht wegen meiner kompetenz//

    Wenn es dich selbst betrifft siehst du das anders ;-)
    Dann sieht es nämlich so aus: Du erhältst in 6 Monaten 15 Absagen und 1 Zusage, und sei es, nur wegen der Quotenregelung – ich glaub dir nicht, dass du dich schlecht fühlst

    auf meinen Vergleich mit den Behinderten steigt niemand ein, schade – denn hier gibt es eine Quotenregelung, trotzdem wird offen und subtil diskriminiert – also durchaus vergleichbar

    Häferl 27.12.2008 18:56

    @Martina: Ich wusste nicht, dass sich Frauen mit Behinderten gleichsetzen und bin entsetzt über diesen Frage! Ich für meinen Teil, glaube nicht an eine physiologische oder sonstige von Natur gegebene Beeinträchtigung von Frauen gegenüber Männern sondern halte Sie für (zumindest) gleichwertige Geschöpfe. Was soll deshalb dieser in sich ja schon Frauen diskremminierende Vergleich mit Behinderten? Behinderte haben bekanntlich tatsächlich eine geistige oder physische Beeinträchtigung und das ist wohl ein nicht wesentlicher Unterschied zu Frauen oder nicht?

    Mises Institute 28.12.2008 14:32

    Ich finde in diesem Zusammenhang – Diskriminierung – diesen Artikel sehr lesenswert: http://wienerschule.org/?id=4526

    Bastl 29.12.2008 22:21

    Auch als Mann wurde ich letztes jahr nur zu zwei gesprächen trotz ca. 20 bewerbungen eingeladen. Einen Job, habe ich dan bekommen. Ich bin stolz drauf, dass es wegen meiner Kompetenz und nicht wegen einer zu erfüllenden Quote war.

    Dr. Gottfried Holztrattner 30.12.2008 15:41

    An Bastl:
    Es ist schon bedenklich, daß Sie, wo Sie ganz offensichtlich gar nicht begriffen haben, worum es sich bei einer Frauenquote überhaupt handelt, es sich trotz dieser eklatanten Unkenntnis gestatten, völlig unqualifiziert darüber zu urteilen.

    Ira 30.12.2008 15:53

    @ Gottfried Holztrattner
    bisher lese ich nur Verurteilungen Ihrerseits, jedoch ohne inhaltliche Stellungnahme. Einfach nur dagegen sein, ist ja einfach. Interessant wäre es, warum Sie für die Frauenquote sind, in welchen Bereichen und mit welchen Werten Sie das durchargumentieren (da Sie das LIF ja bereits inhaltlich wegen angeblicher Zensur Ihrer Statements auf anderen Blogs angegriffen haben (und sich im übrigen bislang nicht dafür entschuldigt haben), gehe ich davon aus, daß Sie den Grünen nahestehen – wenn meine Vermutung nicht stimmt, können Sie mir das ja auch mitteilen).

    Dr. Gottfried Holztrattner 02.01.2009 18:52

    Werte Frau Ira,
    ich hatte dieses Forum genau studiert, bevor ich mich in selbigem persönlich zu Wort gemeldet habe. Eine ernsthafte inhaltliche Diskussion scheint mir hier nicht möglich zu sein, da die Emotionalität, welche bei einigen hier bedauerlicherweise im Gemüte vorzuherrschen scheint, eine solche leider schier unmöglich und sinnlos macht (wie man dies ja auch bereits beobachten konnte). Es ist mir daher in diesem Forum ein besonderes Anliegen, die sich hier auf sehr unreflektiertem Niveau echauffierenden Menschen auf Mißstände in ihren Äußerungen aufmerksam zu machen. Inhaltlich wurden einige der wichtigsten Aspekte der Frauenquote bereits von anderen vorgetragen – worauf jedoch leider beinahe durchwegs emotional reagiert worden ist. Ebendiese Reaktionen möchte ich hier anprangern.
    Ich werde mich im übrigen nicht für das Äußern eines Verdachtes entschuldigen. Sich für eine freie Gedankenäußerung entschuldigen zu müssen, das wäre ja Zensur! Sie haben mir im Gegenzug übrigens ebenfalls noch nicht erklärt, welcher Umstand für das verspätete Freischalten einiger Beiträge in Ihrem Forum verantwortlich gewesen ist, da Sie Zensur als Ursache ja bereits wiederholt ausgeschlossen haben, was ich Ihnen selbstverständlich glauben möchte.

    Oliver Hoffmann 06.01.2009 20:41

    Zu “Herrn” “Holztrattner”: Falls es sich bei dem angesprochenen “anderen blog” um http://zurpolitik.com/?p=1245 handelt, dann verzichte ich hiermit offiziell auf eine Entschuldigung. Es ist nämlich einfach nur mehr amüsant, wenn jemand, der sich darüber aufregt, (angeblich) zensuriert worden zu sein, sofort im gleichen posting zur Zensur anderer Vorstellungen aufruft. Nur als Illustration ein Ausschnitt aus ihren Ausritten dort: “Augenscheinlich ist es in diesem Blog neuerdings etwa das Vorrecht eines Herrn Hoffmann, seine Meinung dort kund zu tun, bzw. sich nach Lust und Laune primitiver Ressentiments zu entledigen (was die Sache in seinem Falle weit besser beschreibt). Man besehe sich auch seine jüngsten, äußerst verabscheuungswürdigen und unreflektierten Bemerkungen zur Person Glawischnig. Also wenn das nicht der Zensur würdig ist (so wie auch bereits andere seiner Kommentare, diese sogar eventuell noch mehr)…” Sie haben also kein Problem damit, Ansichten zu zensurieren, es geht Ihnen nur darum, die “richtigen” Ansichten zu zensurieren. Ich stelle hiermit klar, dass ich keine Beziehung zu den Betreibern des heide-schmift-blogs habe, dass ich keinerlei Kenntnis von irgendeiner Form der Zensur oder der Bevorzugung bestimmter Ansichten auf diesem Blog habe, dass ich aber jederzeit dafür eintreten werden, dass auch Menschen wie Sie ihren Schwachsinn verbreiten können, und sei es nur, damit sich die Widersprüche, in welche Sie sich selbst verwickeln, für die ganze Welt offen zeigen.

    Bastl 06.01.2009 21:05

    “An Bastl:
    Es ist schon bedenklich, daß Sie, wo Sie ganz offensichtlich gar nicht begriffen haben, worum es sich bei einer Frauenquote überhaupt handelt, es sich trotz dieser eklatanten Unkenntnis gestatten, völlig unqualifiziert darüber zu urteilen.”
    aus ihrer antwort lässt sich auch nicht erahnen ob sie denn wissen, worum es bei einer frauenquote geht bzw. woran sie ihre kritik an meinen posts festmachen.

    an alle:
    ich bin objektiv nicht für aber auch nicht gegen frauenquoten. um hier konkrete position beziehen zu können, muss ich noch einige gespräche mehr führen sowie infros einholen.
    jedoch möchte ich mich auch in diesem forum kritisch mit dem thema auseinandersetzen – eine diskussion bzw. eine diskussionsplattform dient meiner meinung auch dazu, etwas zu lernen oder eine subjektive meinung einmal zu überdenken.
    posts wie die von herrn holztrattner, verhindern meines erachtens eher eine forumsdiskussionskultur und heben auf keinen fall eine angeblich schlechtes niveau (was immer herr holztrattner damit meint)
    eine diskussion hat meiner meinung nicht das primäre ziel, jemand andres zu überzeugen oder ihm gar etwas einzureden. wichtig ist, die eigene meinung dem anderen verständlich zu machen. so kann man voneinander etwas lernen und sich ev. sogar qualifizierter positionieren.
    herrn holztrattners post ist für mich jedoch vollkommen unverständlich.

  5. Ivan Prandzhev 16.12.2008 19:01

    Hat sich jemand schon umfassender mit dem Thema befasst und ähnliche Problemstellen und die Lösungsmechanismen in anderen Staaten angeschaut? Wo hat es einen Erfolg gegeben und wie wurde es erreicht? Insbesondere würde es mich interessieren, wo die genannten Anreize schon eine Wirkung gezeigt haben. Vielleicht lasse ich mich überreden….

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  6. Ira 14.12.2008 16:08

    Helen Duphorn – erstmals weibliche Country Managerin bei IKEA Österreich (zur Info, weils zum Thema passt)
    Die Konzernchefin engagiert sich laut OÖ Rundschau “seit ihrer Studienzeit für Gleichberechtigungsfragen. Die Firmenphilosophie von Ikea kommt der Ehefrau und Mutter sehr entgegen.”
    Die Firmenphilosophie von IKEA beschreibt sie bei einem schwedischen Abend mit Frau in der Wirtschaft Wirtschaftskammer so: „Es liegt in unserer Verantwortung, Familie und Beruf für unsere Mitarbeiter vereinbar zu machen und Maßnahmen zu schaffen, die sich den Anforderungen des modernen Lebens anpassen.“ So sieht sie Verbesserungen durch flexiblere Kinderbetreuung sowie großzügigere Öffnungszeiten als unerlässlich und wichtig für eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie an.
    Stichwort Vereinbarkeit Familie und Beruf. Für Helen Duphorn steht fest, dass hier auch in den Führungsetagen noch Handlungsbedarf besteht. „Denn vor allem im Top Management arbeiten die Leute immer viel zu viel. Es ist keine Seltenheit, dass abends wenn die Kinder schlafen, noch der Laptop aufgedreht wird.“ so Duphorn. IKEA setzt gezielt Maßnahmen, um die Mitarbeiter zu unterstützen. So werden beispielsweise Meetings nie nach 17:00 Uhr angesetzt. Und auch als Mutter hat man gute Karrierechancen – dafür ist Helen Duphorn, selber Mutter eines Sohnes, das beste Beispiel.

    Antworten »

  7. Christine 12.12.2008 16:08

    Hm, wie’s für mich aussieht (ich könnte mich ja auch täuschen), geht es hier um eine klassisch feministische Diskussion, und zwar klassisch feministisch genau deswegen, weil schon die frühen Feministinnen uneinig darüber waren, ob zuerst der Bewusstseinswandel kommt oder die Implementierung von “Gesetzen”. Diese Diskussion ist – so denke ich zumindest – deswegen ein bisschen mühselig, da sie ein wenig an die Frage erinnert, was zuerst gekommen ist, das Huhn oder das Ei …

    Ich glaube nicht, dass man nur mit einer der beiden Strategien allein ans Ziel kommen wird.
    Am Beispiel der mittlerweile weithin gebrauchten Bezeichnung für männliche und weibliche Studenten, “StudentInnen”, ist auch schwierig festzustellen, was zuerst kam. Obwohl hier nicht gesetztlich festgelegt wurde, dass nun dieses Wort bevorzugt zu gebrauchen ist, mussten sich zunächst genügend Leute finden, die dieses Wort verbreiteten. Gleichzeitig sollte natürlich klar sein, dass die Verwendung des Wortes allein nicht entscheidend ist. Entscheidend für eine gesellschaftliche Weiterentwicklung ist selbstverständlich ein Bewusstseinswandel. Die Frage, die sich nun allen stellt (und sich seit jeher stellte), ist, ob dieser Bewusstseinswandel VOR dem “Wort” kommt oder DANACH…

    (Kurzer oder längerer Exkurs: Zudem fragen sich einige sicherlich auch, wozu wir ein neues Wort brauchen, um etwas zu bezeichnen, wofür wir bereits eine Bezeichnung hatten – “Studenten” anstatt dem neuen Wort “StudentInnen” … Das Warum des neuen Wortes erklärt sich für mich aus der Sprache selbst heraus. Die Sprache – so wie auch all die anderen “Codes”, die eine Gesellschaft hervorbringt – spiegelt wider, was und wie eine Gesellschaft denkt. Eine männerdominierte Gesellschaft hat auch eine entsprechend Sprache, die zum Beispiel – wie im Fall der “Studenten” die männliche Plural Form verwendet um sowohl Männer als auch Frauen anzusprechen. Frauen werden so von der Sprache durch Männer überdeckt. Sie sind zwar auch da, aber es wird nicht “WERT” befunden sie extra zu erwähnen. Angestrebte Veränderungen in der Sprache werden von so einer Gesellschaft in der Folge als “zu kompliziert und aufwendig” deklariert. Es dauert vielen zu lange beide Versionen, die männliche und weibliche Anrede, auszusprechen. In der markanten Neuschöpfung mit der “-Innen”-Endung wird den Frauen ein Stellenwert in der Sprache eingeräumt, was ich für sehr gut befinde.)

    Die Frage ist nun aber nach wie vor: Kommt der Bewusstseinswandel einer Gesellschaft “NACH” oder “VOR” dem “Wort” (oder der Aktion etc.)? Und diese Frage ist so nicht eindeutig beantwortbar, für manche kommt der Wandel davor (bzw. haben sie den Wandel schon vollzogen und fordern deswegen die entsprechende Umsetzung in der -sprachlichen- Realität) für manche erst danach.
    Eine Gesellschaft ist nie statisch, sondern immer in Bewegung, immer in Veränderung begriffen. Ich bin – wie wohl so einige – der Meinung, dass es der Gesellschaft (gemeint ist unsere, weil ich ja nicht für alle sprechen kann) gut tun würde, wenn sich ein ungefähres Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen einstellen würde. Dieses Gleichgewicht wird sich auch zweifelsohne einstellen, einfach weil wir in steter Veränderung begriffen sind und viele Aktivitäten dahin gehend unternommen werden. Allerdings können bestimmte Maßnahmen so einen Wandel in jedem Fall unterstützen und beschleunigen.

    Ich bin der Meinung, dass eine Quotenregelung sicher sinnvoll wäre, weil ein männlich/weibliches Gleichgewicht auf diese Weise sicher schneller erreicht werden kann. Auch wenn diese Quotenregelung nur für einen kleinen Teil der Frauen gültig wäre, so würde sie in jedem Fall ein Exempel statuieren und könnte so als Anknüpfungspunkt für weitere frauenfördernde Maßnahmen fungieren.
    (Auf die Qualifikation der Frauen will ich hier gar nicht eingehen, weil das nicht das Thema ist (sein sollte) und Frauen sicherlich kein Qualifikationsmanko haben. Es gibt (leider immer noch) genügend Länder in dieser Welt, in denen es für Frauen nicht selbstverständlich ist, eine entsprechende Ausbildung zu bekommen. Im Kontext von Österreich ist dies wohl nicht der Fall. Wer sich bilden möchte, kann dies auch tun.)

    Frauen und Männer sollten sich meiner Meinung nach auf jeder Ebene ergänzen und so gemeinsam gute Lösungen für anstehende Thematiken finden, gleich ob sich dies auf politischer – nationaler, globaler – oder innerfamiliärer Ebene abspielt. Eine Quotenregelung würde unseren veralterten Strukturen gut tun, sie aufrütteln und schneller einen neuen Wind in unsere Gesellschaft einbringen.

    Antworten »

  8. Alexander Hofmann 12.12.2008 11:34

    Laura,

    ich möchte eine Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, in der (nicht nur) Führungskräfte geschlechtsneutral (!) ausgewählt werden.

    Ich wünsche mir in den Vorstandsetagen weibliche und männliche Talente, die auch Kinder haben und ihren Mitarbeiterinnen und MItarbeitern ein gutes Beispiel für funktionierende work-life-balance vorleben. Auch marktbasierte Anreize zur Förderung einer solchen Unternehmenskultur wären daher aus liberaler Sicht zu befürworten.

    Mit Zwangsquoten würden wir diese Zielsetzung beschädigen. Das wäre Retro und eine grobe Beleidigung und Stigmatisierung all jener Fauen, die schon längst im Chefsessel sitzen und es nicht notwendig haben, sich heute noch sagen zu lassen, dass sie es ohne eine solche Regelung nicht geschafft hätten.

    Wir leben nicht mehr in den 70ern. Welcome to the 21st century!

    Antworten »

    Laura 12.12.2008 17:11

    Danke für Ihre Bezugnahme. Sie verdrehen da jedoch so manches, lieber Hr. Hofmann ! Dass sie es ohne Quote nicht geschafft hätten, liegt ja nicht an den Frauen, sondern an der Diskriminierung ! DAS ist die Beleidigung, nicht die Quote, Sie Würschtl !
    Ich habe außerdem nicht gemeint, dass ich mir mehr kinderlose Frauen (!) wünsche, oder irgend so einen Schmarrn, wie Sie das jetzt suggerieren (ich mag Kinder nämlich selbst sehr gerne). Ich wollte Sie lediglich auf die faktische Jetzt-Situation hinweisen, für welche ich Sie um eine ihrer eigenen Logik entsprechenden(das ist eben die Frage) Erklärung gebeten habe – ich habe diesbezüglich noch keine Zukunftswünsche oder dergleichen geäußert. Sie hingegen weichen dieser meiner Frage allerdings aus, indem Sie hier I h r e n Zukunftswunsch äußern (anstatt auf meine Frage einzugehen), als ob Sie mir hier Ihren im G e g e n s a t z zu meinem (von dem ich gar nichts gesagt habe) unterbreiten wollten, und welcher klarerweise als solcher legitim ist, und sich auch mit meinem bis zu einem gewissen Grad deckt, aber eben nicht die Antwort auf meine Frage ist. (In meinen Zukunftswunsch würde ich übrigens auch noch ganz klar einbauen – dazu haben Sie sich nämlich jetzt nicht geäußert – dass kinder l o s e Frauen auf keinen Fall stigmatisiert werden dürfen, sondern genauso geschätzt werden müssen, da dies als ihre freie Entscheidung(was sehr oft der Fall ist, auch wenn es natürlich auch alle anderen Kombinationen von Wollen/Nicht-wollen und die-Möglichkeit-Haben/Nicht-haben hier gibt, und ich will damit auch nur klarstellen, dass sich nicht jede Frau Kinder wünscht, also auch unabhängig von den Umständen) anzuerkennen ist und auf keinen Fall als moralisch weniger gut betrachtet werden darf (bei Männern ist das nämlich nicht in dieser ideologisch-emotionalen Dimension der Fall, wenn sie keine Kinder haben). Aus Ihrem Posting ist nämlich nicht eindeutig zu erkennen, wie Sie dazu stehen, da sie betont haben, dass diese Leute Kinder haben s o l l e n – “ich wünsche mir…” – ich möchte jetzt aber doch davon ausgehen, dass die Liberalen in Zukunft keinen Retro-Familienhype zu betreiben gedenken ;-) , aber lernen Sie bitte, sich etwas differenzierter und präziser auszudrücken, Hr. Hofmann, auch was die Geschichte mit dem “woanders” betrifft – wenn Sie hier nichts ausschliießen, dann formulieren Sie das bitte in Zukunft auch so, denn dieser Satz von Ihnen war eindeutig ausschließend und nicht nur vertagend formuliert, da brauchen Sie sich dann nicht über die Reaktionen zu wundern!)
    Dass wir unterschiedlicher Ansicht zur Quote sind, wird sich wie es aussieht nicht mehr ändern, und daher werde ich diesen Streit jetzt auch zumindest von meiner Seite aus beenden, da er müßig zu sein scheint.

  9. Oliver Hoffmann 12.12.2008 11:17

    Es gibt zwei Arten von “Liberalismus”: Die erste Art will den Bürger von staatlicher Bevormundung und staatlicher Diskriminierung befreien. Die zweite Art will den Bürger von seiner Tradition befreien und verwendet dafür staatliche Bevormundung und staatliche Diskriminierung. Die zweite Form des Liberalismus wurde die letzten zehn Jahre parallel von LiF und Grünen vertreten, mit dem bekannten Ergebnis. Wenn das Lif jetzt wieder zur ersten und ursprünglichen Form des Liberalismus zurückfindet, wird es sich erstens endlich besser von den Grünen unterscheiden und zweitens wieder für Männer wählbarer werden. Der Kurswechsel, der sich in den letzten Wochen abzeichnet, ist ein guter Schritt, Österreich braucht eine Partei, die verlässlich gegen staatliche Diskriminierung auftritt.

    Antworten »

    Laura 12.12.2008 17:17

    “…für Männer wählbarer werden” und halt Frauendiskriminierung einfach dulden. Seeeeeeeeeeeeeeeeeehr freiheitsförderlich, muss schon sagen, alle Achtung !
    Ich würde übrigens historisch gesehen nicht sagen, dass diese von Ihnen befürwortete Form des Liberalismus die ursprünglichere ist. Aber wie dem auch sei, das Lif hat seine neue Linie gefunden, ich werde mich hier nicht mehr kritisch dazu äußern, da ich das mittlerweile schon sehr lange versuche (zu erklären, warum diese Form des selbsternannten Liberalismus logisch gesehen diesen Namen gar nicht verdient, sondern einem Paradoxon zum Opfer fällt), und es müßig zu werden scheint.

    Laura 12.12.2008 17:33

    und dass etwa die Quotenregelung männerbenachteiligend wäre, könnte ich ihnen sofort auf etlichen Seiten eindeutig widerlegen. Freut mich jetzt aber nimma, da es hier nix zu bringen scheint, also nur wenns sein muss mach ich das noch, hab in diesem Blog aber schon genug gekämpft, irgendwann wirds einfach nur mehr mühsam, und is nimma lustig wie am Anfang.

    Laura 12.12.2008 17:42

    was das Lif nämlich bisher an Anti-Frauen-Diskr.-Maßnahmen zu bieten hat, scheint mir eher lachhaft im Vergleich dazu, welch Riesenschritt einzig die Quote, und dies noch dazu unverzüglich, bewirken würde. Ich mag nämlich ehrlich gesagt nicht drauf warten (und ich denke das ist ein äußerst legitimer und selbstverständlicher Einwand), bis das irgendwann einmal alles auch wirklich f l ä c h e n d e c k e n d , und nicht nur vereinzelt oder minderheitlich, f r u c h t e t , was sich das Lif da alles Schönes, wenngleich es im Hier und Jetzt geschieht, so vorgestellt hat (außerdem sind da auch nur eher spärliche Ausführungen dazu gekommen, von den großangelegten, breit wirkungsvollen Maßnahmen hab ich ehrlich gesagt nix gemerkt).

    Laura 12.12.2008 17:49

    männerbenachteiligend wäre es eben nur dann, wenn Sie davon ausgingen (tun Sie das denn?), dass den Männer ihre derzeitige ungerechtfertigte, weil rein geschlechtsabhängige Bevorzugung zustünde. Von DA her wäre die Quote als mindernd zu denken. Es ist dies aber eben kein ungerechtes Mindern. Und diskriminierend ist es schon gar nicht, aber das ist mir jetzt wie gesagt zu mühsam, das alles jetzt auch noch ganz genau alles auseinanderzulegen, da ich ohnedies hier mehrheitlich auf taube Ohren stoße.

    Werner Becher 12.12.2008 20:50

    @Laura: Wir diskutieren hier nur und suchen sachliche Argumente pro und contra zu (für uns) wichtigen Fragestellungen und Themen. Wir gönnen uns den Luxus einer offenen Diskussion von Einzelmeinungen ganz bewusst öffentlich und gemeinsam mit potentiell anders denkenden oder anderen Parteien nahestehenden Personen, denn wir als Liberale haben nicht das Problem, aus unseren ideologischen Betonbunkern nicht einmal hinaus schauen zu können/dürfen und auch wir sind auch von keinen Klienteln wie Bünden, Attac, Berufsgruppen, Religionen, etc. abhängig.
    Da unsere Programmarbeit erst am 1.1.2009 startet, gibt es überhaupt noch gar keine neuen oder anderen Positionen sondern nur Einzelmeinungen (wie auch Deine, meine, Alexanders, …), die sich in einem internen demokratischen Prozess mit gleichem Stimmgewicht für alle erst noch durchsetzen müssen, wenn Sie zur zukünftigen Parteilinie werden wollen. Wenn man an Demokratie glaubt, was ich für meinen Teil tue, dann werden sich die besten liberalen Argumente durchsetzen und bei der nächsten PartnerInnen-Versammlung zum Programm werden. Bitte deshalb unbedingt weiter so hartnäckig argumentieren – wir “brauchen” das!
    Wenn ich auch noch an Deinen Ratschlag an mich einen an Dich loswerden darf, auch auf die Gefahr hin gleich wieder arrogant rüber zu kommen: Alexander Hofmann “Würschtl” zu nennen steigert nicht unbedingt das Gewicht Deiner sonst so sachlichen Argumentation …

    Oliver Hoffmann 12.12.2008 22:43

    zu den diversen Tiraden von “Laura” (wer oder was immer das ist, es könnte ja auch ein Mann oder Trans-Gender sein):

    Es stimmt, dass es zahlreiche Ungleichheiten zwischen Männern im Allgemeinen und Frauen im Allgemeinen gibt.

    Wodurch werden diese Ungleichheiten erzeugt, welche dieser Ungleichheiten sollten beseitigt werden und mit welchen Methoden? Das sind drei Fragen, die je nach weltanschaulichem Standpunkt unterschiedlich beantwortet werden können.

    Der Standpunkt von “Laura”, den ich als radikal-feministisch bezeichnen würde, ist, kurz zusammengefasst: Die Ungleichheiten sind ausschliesslich durch eine umfassende Verschwörung gegen die Frauen erzeugt. Ungleichheit muss dort beseitigt werden, wo Feministen eine Veränderung wollen (Karriere, Einkommen. politische Spitzenfunktionen), und kann dort belassen werden, wo Feministen keine Veränderung wollen (Familienrecht, Wehrpflicht, Pensionsrecht). Als Massnahmen zur Beseitigung der Ungleichheiten sind alle Massnahmen staatlicher Macht zulässig, von Steuerrecht über staatliche Förderungen bis zum Strafrecht oder der Liquidierung von Privatunternehmen.

    Die Probleme mit der radikal-feministischen Position ergeben sich in zwei Bereichen:

    Erstens ist die Sichtweise, dass alle Ungleichheit durch eine Verschwörung zur fortgesetzten Benachteiligung der Frauen entstünde, eine einseitige, willkürliche und verkürzende Sichtweise. Die Nachteile, die Männer im Allgemeinen haben, werden ebenso völlig ausgeklammert wie die Vorteile, die Frauen bereits jetzt haben. Ebenso verdrängt werden in dieser Sichtweise die Vorteile, die beide Geschlechter und die Gesellschaft im Allgemeinen aus einer in manchen Bereichen asymmetrischen Partnerschaft zwischen Männern und Frauen ziehen. Vor allem aber werden alternative Erklärungen für die Unterschiede völlig verdrängt, so zum Beispiel die unterschiedliche Motivation von Männern und Frauen, sich in bestimmten Lebensbereichen zu engagieren, oder die Tatsache, dass den überproportional erfolgreichen Männern an der Spitze mindestens ebenso viele überproportional erfolglose Männer am unteren Ende gegenüberstehen. Für jeden männlichen Aufsichtsrat gibt es ein paar männliche Obdachlose und Herzinfarkt-Tote. Das erste Problem mit der radikal-feministischen Position ist also, dass sie die Unterschiede zwischen Männern und Frauen und ihre Gründe nur in einem eng begrenzten und ideologisch verzerrtem Licht betrachtet.

    In der Frage der Methoden zur Beseitigung liegt das zweite Problem, und hier findet sich die entscheidende Unverträglichkeit mit demokratischen, rechtstaatlichen und liberalen Prinzipien. Einmal abgesehen davon, dass die Radikal-Feministinnen Erfolg nur als eine Art politisches Nullsummenspiel sehen (Frauen haben nur dann gewonnen, wenn sie den Männern einen Prozentanteil weggenommen haben), wollen sie ihre Ziele buchstäblich um jeden Preis erreichen, also auch unter Ausschaltung aller rechtstaatlichen Prinzipien und unter Ausschaltung der individuellen Grundrechte. Es soll also nicht mehr der persönlichen Entscheidung der Männer und Frauen überlassen werden, ob sie lieber mehr Freizeit oder lieber eine bestimmte Form der Karriere wollen, der Staat soll eine ganz bestimmte Verteilung von Männern und Frauen in ganz bestimmten Bereichen des Lebens erzwingen. Die Methode, die hier gefordert wird, ist die vollständige Kontrolle des Staates über die Lebensplanung der Menschen in allen Bereichen des Lebens, also ein totalitäres Verständnis von Politik. Es ist nachvollziehbar, warum die KPÖ diese Form des Radikal-Feminismus unterstützt, teilweise ist auch verständlich, warum die Grün-Alternativen sich nicht so sehr an klassisch liberale Grundrechte wie den Schutz vor staatlicher Diskriminierung gebunden fühlen: Die Grünen sehen sich ja auch sonst eher im Gegensatz zu der Gesellschaftsordnung, in der wir leben. Die Liberalen waren aber historisch gesehen die politische Kraft, die den Schutz des Einzelnen vor staatlicher Willkür als ihre zentrale Forderung betrieben haben. Ohne diesen zentralen Wert gibt es für eine liberale Partei keine Existenzberechtigung.

    Nur zur Klarstellung: Ich bin kein Mitglied des LiF und will auch keines werden. Ich habe bei der letzten Wahl nicht das LiF gewählt. Die Motivation für meine Ausführungen ist das einfache Interesse als politisch aktiver Staatsbürger an einer intakten und funktionierenden Parteienlandschaft. Ich persönlich habe auch wenig Lust, mir mit Radikal-Feministen andauernde Rededuelle zu liefern, und das aus einem einfachen Grund: Der Radikal-Feminismus nimmt immer mehr Formen einer Ersatzreligion an, es werden einseitige Sichtweisen und Erklärungsmodelle zu Dogmen umgewandelt, und jeder Versuch, eine andere Sichtweise zu argumentieren, wird als Tabubruch verteufelt. Wenn man mit Fundamentalisten diskutiert, läuft im Endeffekt alles auf eine Art demagogischen Machtkampf hinaus, konstruktive Ergebnisse gibt es kaum. Deswegen antworte ich nur dieses eine Mal aus “Laura”, es hat ja keinen Sinn, sich dauernd zu wiederholen. Warum also diese Ausführungen? Zur Zeit gibt es keinen überzeugenden Grund, LiF zu wählen, eine gute Demokratie braucht aber eine Partei, die sich verlässlich um die Bewahrung liberaler Grundwerte kümmert. Wenn das LiF diese Funktion nicht wahrnehmen will, wird es nie über 2% bei bundesweiten Wahlen hinauskommen, und also folgerichtig dauerhaft in der politischen Versenkung verschwinden. Zu Recht verschwinden, weil es mit der KPÖ und den Grünen bereits zwei radikal-feministische Parteien gibt, dieses Wählerpotential liegt offenbar in Österreich bei 15%, und 13% davon gehen im Zweifel an KPÖ und Grüne. Die wenigen Wähler, die das LiF verlieren würde, wenn es sich vom Radikal-Feminismus lossagt, würde es mehr als wettmachen, wenn die klassischen liberalen Grundrechte endlich wieder glaubhaft vertreten werden. Dann gäbe es wieder eine liberale Alternative im Parlament und das wäre gut für die Demokratie.

    Es ist eine naheliegende und überfällige Massnahme, anstatt der “Gender”-Politik endlich eine Politik für Männer und Frauen zu machen. Es spricht nichts dagegen, ein Frauenprogramm zu haben, Frauen haben eben ganz bestimmte Interessen, und die müssen berücksichtigt werden. Aber Männer haben auch ganz bestimmte Interessen, und diese Interessen sind ebenso legitim. Anstatt in einem absurden Kampf gegen die eigene Bevölkerung Männer und Frauen nach der “Gender”-Ideologie umzuerziehen, sollten Männer und Frauen bei dem Lebensweg unterstützt werden, den sie wählen. Wenn also eine Frau Bauingenieur werden will, soll sie das problemlos machen können, und zwar auch dann, wenn es die einzige unter 100 männlichen Bauingenieuren ist. Frau Bauingenieur soll dann im weiteren Lebensweg weder einen Vorteil noch einen Nachteil aus ihrem Geschlecht ziehen, falls es doch einen nachweisbaren Nachteil gibt, kann man diesen ja durchaus gezielt kompensieren. Umgekehrt soll auch ein Mann, der für seine Kinder zuhause bleibt, dabei unterstützt werden, ob er jetzt mit der Mutter verheiratet ist oder nicht. Wenn sich die Eltern dann trennen, sollte der Vater dann aber auch verlässlich die Obsorge über seine Kinder bekommen und auch sonst alle Rechte haben, die eine Vollzeit-Mutter in dieser Situation hätte. Die Menschen sollen sich selbst entscheiden, welche Ziele und welche Prioritäten sie haben. Wenn dann 70% der Ärzte weiblich und 90% der Bauingenieure männlich sind, ist das auch gut. Wenn Frauen weniger Firmen gründen und weniger Spitzenjobs machen, weil ihnen eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit wichtiger ist, soll der Staat diese Entscheidungen respektieren. Andererseits sollte jeder die Möglichkeit haben, einen Weg zu wählen, der für das eigenen Geschlecht untypisch ist. Das wäre liberal.

    Laura 12.12.2008 22:57

    @Oliver Hoffmann: auf so ein Niveau möchte ich mich nicht begeben, da erübrigt sich jeder Kommentar.

    Laura 12.12.2008 23:01

    @Werner: Gerade Du bist doch sonst immer so für Humor ;-) !

    Laura 13.12.2008 00:06

    @Werner:Mit Dir, Alexander H., Ira Shanker, Amir Ahmed und so würde ich hier eventuell auch noch gerne – trotz der Divergenzen – weiterdiskutieren, da ich das durchaus bisher als interessant erachtet habe. Andere Personen in diesem Forum machen jedoch allein schon die Möglichkeit zu irgendeiner Diskussion völlig zunichte, indem sie die Beiträge der anderen nicht einmal wirklich gelesen zu haben scheinen, wohl aber verurteilen können. Du wirst vertstehen, dass ich meine Energien lieber für was anderes verwende :-) ! Ich möchte die “mich” betreffenden, äußerst beleidigenden und bodenlosen Beiträge von O.Hoffmann in Zukunft nämlich erst gar nicht mehr lesen müssen, da das völlige Zeitverschwendung ist, und werde daher das Forum auch nicht mehr so oft besuchen (hatte ich in den letzten Tagen ohnehin schon vor, da ich es auch zeitlich nicht mehr schaffe), da ich sie dann doch lese.
    Alles Liebe,
    Laura*

    *zur Person: radikal-kommunistisch-feministische, äußerst schiache, hysterische, eigennutzige, Matriarchat-Wollende, totalitaristische, männerhassende und unterdrücken-und-benachteiligen-Wollende, frustrierte Kampfemanze, die nur deshalb so geworden ist, weil sie niemand f****n will :-) ! In diesem Sinne: EVA RULES,
    Freundschaft !

    Lili 13.12.2008 14:39

    @Oliver Hoffmann: ich finde es ehrlich gesagt nicht angebracht, Leute in diesem Forum, die einen sehr klaren frauenrechtlichen Standpunkt haben und sich für Anti-Diskriminierungsmaßnahmen (denn als solche ist die Quotenregelung meiner Meinung auch zu verstehen und nicht als Zwangsmaßnahme eines totalitären Kontrollstaates) stark machen, als “radikalfeministisch” zu bezeichnen. Und finde es eigentlich traurig, dass Frauen im 21. Jahrhundert noch mit derartigen Vorwürfen konfrontiert werden. Wie ich schon im anderen Blog zum Thema der Frauenquote angemerkt habe, sind derartige Vorwürfe so alt wie die Frauenbewegung selbst- Frauen auf der ganzen Welt, die ihre Rechte eingefordert haben und dabei auch kämpferischer aufgetreten sind (weil sie sich anders kein Gehör verschaffen konnten!) und in diesem Sinne wohl auch “radikal” waren, wurden schon seit eher mit Atrributen wie “hysterisch”, “unweiblich” “männerhasserisch” etc. versehen. (Auch das heute durchaus geläufige Wort “Kampfemanze” hat hier seinen Ursprung). Zudem handelte es sich damals um die Einforderung von den heute so selbstverständlichen Grundrechten wie Wahlrecht, Recht auf Bildung- Ausbildung, Erwerbsarbeit etc.
    Daher finde ich es auf besondere Weise problematisch, dass du gleich am Beginn deines Kommentars völlig grundlos Lauras Frausein in Frage stellst (”wer oder was immer das ist, es könnte ja auch ein Mann oder Trans-Gender sein”) – und ihr später verschwörungstheoretische Erklärungsansätze bezüglich der Entstehung weiblicher Diskriminierungsmechnismen unterstellst. (deren Existenz du ja selbst gar nicht abstreitest) Was veranlasst dich denn zu diesen Zuschreibungen? Die Tatsache, dass Laura in diesem Forum vehement einen Standpunkt verteidigt, mit dem du dich nicht anfreunden kannst? – Wie ich deinem Kommentar entnehmen kann, ist dir ja das Vorhandensein von geschlechterbedingten Ungleichbehandlungen durchaus bewusst, insofern ist ja dein Standpunkt dem von Laura nicht völlig konträr. Eure Ansätze scheinen ja eher in den Lösungsvorschlägen des Problems zu divergieren.
    Dass es heutzutage auch männerdiskriminiertende Mechanismen seitens des Staates gibt (wozu man meiner Meinung nach etwa die Wehrplicht durchaus dazuzählen kann), bestreitet auch niemand.
    Ich denke nur, eine sachliche Diskussion ist halt schwierig, wenn man Anderesdenkende gleich in derartige Weise schubladisiert und ihnen (in diesem Falle völlig unberechtigt) totalitär-fundamentalistische Gesinnungen unterstellt. Ich hoffe, das entspricht nicht nicht deiner Definition von ” liberalen Grundwerten”.

    Martina 14.12.2008 00:01

    @ -Oliver Hoffmann

    //zu den diversen Tiraden von “Laura” (wer oder was immer das ist, es könnte ja auch ein Mann oder Trans-Gender sein): //

    Nein – das erkennt man am Geschriebenen, dass sie weder männlich ist noch war

    und freie Meinungsäußerungen sind nie Tiraden!

    Martina 14.12.2008 00:51

    //Es gibt zwei Arten von “Liberalismus”://
    Ja, einen guten und einen bösen.
    War nur eine Frage, bis das kommt.
    Ich bin gespannt, wie die Partei das Wort “liberal” definiert. Wird höchste Zeit, wie man sieht.

    // wieder für Männer wählbarer werden. //
    wollen wir das?
    Frauen sind immerhin die Mehrheit. ^^

    //Österreich braucht eine Partei, die verlässlich gegen staatliche Diskriminierung auftritt. //
    Das stimmt, allerdings sind Quoten eben eine Maßnahme gegen (unbewußte, bewußte, oder sonstwie zustandegekommene und daher sichtbare) Diskriminierung.
    Gegen Diskriminierung müßte man allerdings mehr vorschlagen und tun als Quoten einführen, auch das stimmt.

    Martina 14.12.2008 00:52

    Frage der Zeit

    Martina 14.12.2008 01:10

    //Die Menschen sollen sich selbst entscheiden, welche Ziele und welche Prioritäten sie haben.//

    Du bist lustig. Entscheiden doch andere stets für dich, welchen Job du bekommst. (Ich weiß, das war früher das anders, aber heute ist es mit der “freien Entscheidung” nicht mehr so)
    Die Argumente zum Thema Diskriminierung von Laura als “Verschwörungstheorie” zu benennen, ist wirklich tief.

    Sheldon 15.12.2008 20:31

    “Radikal-Feminismus”, dass ich nicht lache! Mit dieser Einschätzung erweisenen Sie sich als ungefähr genauso intelligent wie derzeit regierende PolitikerInnen… Hallo Kastrationsangst!

    Bastl 17.12.2008 09:35

    Das Zeitproblem kenne ich! Leider konnte ich hier in letzter Zeit nur so wenig posten, und werd jetzt nicht in der Liste der Diskussionswürdigen aufgenommen.
    Inhaltlich muss ich mich hier meiner Meinung enthalten, da ich nicht alle Beiträge ausreichend intensiv lesen konnte.

    Dr. Gottfried Holztrattner 22.12.2008 23:52

    An Herrn Hoffmann:
    Jemand, der allen Ernstes eine Internetseite betreibt, wie die Ihre es eine ist (”Männerpartei”), der möge nicht zu voreilig damit sein, den FeministInnen vorzuwerfen, sie würden in allem eine “Verschwörung der Männer gegen die Frauen” sehen. Ihre Internetseite läßt sich nämlich ohne weiteres auf den allgemeinen Grundsatz zurückführen, daß Ihrer Ansicht nach offenbar die Männer so arm seien, weil die Frauen so böse zu Ihnen wären. Auf diese Weise zu “denken” entspricht der Entwicklungsstufe eines Fünfjährigen!
    Abgesehen davon tun Sie ja gerade so, als hätten die Männer nichts mit der Unterdrückung der Frau zu tun(!), wenn Sie den FeministInnen vorwerfen, diese sähen ihre Lage fälschlicherweise(!) als eine durch eine Verschwörung der Männer gegen sie bedingte an. Bei den Göttern und Göttinnen des Olymp, lassen Sie es nicht zu, daß Ihre Ängste Ihr gesundes Denkvermögen gar so bedenklich übertünchen!

    Oliver Hoffmann 06.01.2009 18:48

    Zu “Herrn” “Holztrattner”, als Beitrag zur geistigen Gesundheit: Alle im Österreichischen Nationalrat vertretenen Parteien haben ein Frauenprogramm, aber kein Männerprogramm. Das LiF hat ein Frauenprogramm, aber kein Männerprogramm. Die Männerpartei ist gegründet worden, um ein Defizit auszugleichen: Wer wahre Gleichberechigung will, muss sich um die berecthigten Anliegen beider Geschlechter kümmern. Wenn Sie im Programm oder in den Aussagen der Männerpartei irgendwo die Aussage finden wollen, dass die “Männer so arm sind, weil die Frauen so böse zu ihnen sind”, wünsche ich Ihnen bei der Suche viel Glück (auf das Niveau von Prammer und Glawischnig gegeben wir uns nicht freiwillig). Wir sind ganz einfach dazu da, uns um die eine Hälfte der Bevölkerung zu kümmern, um die sich sonst niemand kümmern will.

    Julian 04.03.2009 20:11

    Ja Laura, du bist ja so arm… Keiner will dich mit deiner Meinung verstehen… Oh du Arme!
    Quoten sind nicht wirklich klassisch-liberal: Man kann Frauenquoten fordern, da gehst du allerdings besser zu den Grünen. Man kann Mindestquoten für österreichische Musik im Radio fordern, da wende man sich an die Deutschfreisinnigen vom BZÖ.
    Mit Quoten erreichst du nichts. Wenn, dann sollten die Liberalen eine Änderung der Geisteshaltung bewirken!
    Das Verbotsgesetz der NSDAP beispielsweise wirkt auch nur oberflächlich: Nur weil keine offen nationalsozialistische Partei in unserem Lande existiert, gibt es nicht weniger Nazis.
    Du gehst im besten Falle nur als Linksfeministin mit leichtem liberalen Touch durch!

  10. Laura 11.12.2008 00:47

    die Quote kann Mentalitäten nicht sofort ändern, aber sie kann erstens wenigstens die von daher kommenden ungerechten Hürden sofort beseitigen (was ein Riesenschritt für die Frauen wäre), und zweitens längerfristig gesehen sehrwohl (denn das würde sie de facto tun) Bilder und damit mit der Zeit auch Denkweisen verändern.

    Antworten »

    Werner Becher 12.12.2008 12:34

    Ich stimme Dir vollkommen zu und damit hast Du ein sehr wichtiges Argument in dieser Diskussion auf den Punkte gebracht, dass von niemandem wegzudiskutieren ist und eindeutig für eine Quotenregelung spricht.

    Trotzdem bleibt die Frage für die Liberalen zu diskutieren, ob ein staatlicher Eingriff (Bevormundung, Zwangsmassnahme, Eingriff in private Unternehmen, Freiheitsberaubung, etc.) in Anbetracht des zu erzielenden Ergebnisses, gerechtfertigt und angemessen erscheint oder eben nicht.

    Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, möchte ich nochmals betonen, dass es beim bisher einzigen (!!!) Vorschlag der Frauenministerin zur Gender-Politik um das Norwegische Modell und damit ausschließlich um folgende beiden Punkte geht:
    1) Nur Aufsichtsrat und nicht etwa (auch) die in der Praxis relevanteren Vorstände oder auch anderen Managementebenen von Unternehmen
    2) Nur börsennotierte Unternehmen und das sind in Österreich bekanntlich nicht wirklich sehr viele

    Nachdem es glücklicherweise bereits einige (wenige) Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen gibt, dreht sich die Diskussion um die entscheidende Frage, ob per Gesetzt in die Entscheidungsgewalt von Privatunternehmen eingegriffen werden muss, um ein paar wenige Posten in Aufsichtsräten mit zusätzlichen Frauen zu besetzen.

    Der Meinung zu sein, dass dieser Vorschlag vielleicht nicht wirklich einer der sinnvollsten für eine effektive und nachhaltige Gender-Politik ist sondern viele andere Maßnahmen wesentlich mehr Aufmerksamkeit und vor allem eine rasche Umsetzung verdienen würden, halte ich deshalb für vertretbar.

    Was spricht gegen Förderprogramme für Frauen und steuerliche Anreize für Betriebe für die Förderung des Frauenanteils im Management und warum wird das nicht sofort umgesetzt? Würdest Du solche Maßnahmen nicht auch als effektiver für die Sache an sich beurteilen?

    Laura 12.12.2008 17:28

    Nein, Hr. Becher, wir kommen nicht zusammen ;-) ! Auch ich würde mich diesbezüglich in meiner Argumentation jetzt nur wiederholen, Sie können sich also genauso gut all meine bereits vorhandenen Postings durchlesen! – Bzw. muss ich einen ganz ganz großen Punkt später noch anmerken, der hier noch viel zu wenig bis gar nicht durchgekommen ist, – falls mich das hier überhaupt noch freut, mal sehen.
    Achten Sie(Du?) aber bitte darauf, gerade als Parteichef, nicht in abfällige und arrogante Formulierungen zu verfallen, wie das bei Dir leider bisweilen passiert, obwohl Du es vielleicht gar nicht so meinst. Sowas kommt bei einem Parteichef einfach nicht gut, das vermittelt Schwäche. Aber ich gebe Dir jetzt keinen Ratschlag mehr ;-) , da für mich das neue Lif nicht mehr interessant ist, was wahrscheinlich bereits ziemlich unmissverständlich rübergekommen ist ;-) .

    Werner Becher 12.12.2008 20:23

    @Laura: Bin grundsätzlich für JEDEN Ratschlag dankbar, hätte mich aber im konkreten Fall deutlich mehr über die Beantwortung der nun schon mehrfach gestellten aber hartnäckig ignorierten Fragen am Ende meines letzten Postings (wären nicht Förderprogramm und steuerlichen Anreize wesentlich intelligenter und effizienter als diese Maßnahme für eine handvoll Menschen) gefreut.
    Wir diskutieren hier übrigens nur, denn es gibt bekanntlich gar noch keine andere/neue Linie zu diesem Thema – unser neues Programm wird in einem internen demokratischen Prozess gefunden werden, genau deshalb diskutieren wir hier mit jeder/jedem und nicht nur wie in anderen Parteien üblich, im geheimen nur parteiintern – die besten liberalen Argumente werden sich dann durchsetzen (wenn man an Demokratie glaubt, was ich für meinen Teil tue), bitte deshalb unbedingt weiter so hartnäckig argumentieren – wir “brauchen” das!
    Wenn ich auch noch einen Ratschlag loswerden darf, auch auf die Gefahr hin gleich wieder arrogant rüber zu kommen: Alexander Hofmann “Würschtl” zu nennen steigert nicht unbedingt das Gewicht Deiner sonst so sachlichen Argumente …

    Laura 13.12.2008 00:52

    ich habe mich bereits im anderen Forum, beim Artikel von Ira, zu den steuerlichen Maßnahmen geäußert. Und bei den Förderprogrammen müsste ich konkreter wissen, wie die genau aussähen. Natürlich sind Förderprogramme grundsätzlich zu begrüßen, sofern sie nicht nur den Namen eines solchen tragen, das müsste schon genau unter die Lupe genommen werden, was Du da ganz genau vorschlagen würdest! Und zu der “Handvoll” Menschen hab ich mich auch bereits geäußert (grrr ;-) ) …

  11. Werner Becher 10.12.2008 21:29

    Für all jene, die nicht nur mit eigenen Interpretationen einzelner aus dem Zusammenhang gerissener Satzteile von Alexanders Text beschäftigt sind, darf ich auch kurz zwischendurch den Link zu unserer Position zu diesem Thema posten: http://www.lif.at/content/site/themen/frauen/index.html

    Uns Liberalen vorwerfen zu wollen, wir würden frauenspezifische Anliegen auf Familienpolitik reduzieren, Sexismus am Arbeitsplatz leugnen, Frauen als weniger für Top-Jobs qualifiziert betrachten, etc. möchte ich nicht kommentieren …

    Wirksame Gender Politik lässt sich sicher nicht mit einer einzigen und noch dazu untauglichen Massnahme, wie jener einer Zwangsbesetzung von Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen erledigen sondern erfordert entschlossene und wirksame Massnahmen an vielen Fronten.

    Ich teile deshalb die Meinung von Alexander, dass wenn einige wenige ohnehin bereits in Top-Positionen angelangte Frauen jetzt auch noch ein paar Aufsichtsratsmandate dazu bekommen, nichts wirklich signifikantes für die 4 Mio anderen Frauen in Österreich erreicht ist. Eine nicht nur weiterhin abstrakt geforderte sondern konkret JETZT umgesetzte strukturell verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie, würde auch ich für deutlich effizienter halten. Wenn parallel dazu Förderprogramme für Frauen und steuerliche Anreize für Betriebe für die Förderung des Frauenanteils im Management begleitend gesetzt würden, dann wäre die Wahrscheinlichkeit eines Umdenken bei den verbliebenen Betonköpfen wohl deutlich höher.

    Antworten »

    aurora 10.12.2008 23:14

    @becher

    “Die fachlichen Anforderungen an Aufsichtsräte sind durch die Rechtsentwicklung in den letzten Jahren enorm gestiegen und sind auch weiter zu erhöhen.”

    Im Gesamtkontext bedeutet das nicht anderes als dass es weniger qualifizierte Frauen als Männer gibt und die Quote somit eine Hürde ist, andernfalls gäbe es ja ansonsten kein Problem fürs Unternehmen ist, weil sie dummen oder geringer qualifizierten Frauen einstellen müssen.

    Wer genau hat Ihnen gesagt dass nur Frauen oder mehrheitlich Frauen betroffen sind die bereits solche Mandate innehaben?

    Laura 11.12.2008 00:41

    schade dass Sie das nicht kommentieren möchten, Hr. Becher!

    Laura 11.12.2008 00:44

    wahrscheinlich weil sie es gar nicht kommentieren können, da es keinerlei Rechtfertigung für diese neuen Ansichten des Lif gibt.

    Laura 11.12.2008 00:58

    genau das drückt Hr. Hofmanns Text nämlich sehr deutlich aus, was Sie da als Hirngespinste abzutun scheinen.

    Laura 11.12.2008 23:41

    Nachtrag, da ich gestern schon zu müde war, länger zu schreiben: mit “diese neuen Ansichten” meine ich die Begründungen, mit welchen hier gegen die Quotenregelung vorgegangen wird. Diese Begründungen halte ich für frauengeringschätzend (ja, sind sie, siehe vor allem 5. Absatz), ergo durch nichts rechtfertigbar. (Es ist übrigens s e h r leicht, diesen Einwand einfach als unbegründet abzutun :-) .)
    Aber Sie und andere können es sich ja weiterhin so einfach machen, und die Kritik an der Verharmlosung oder sogar Leugnung (ja, das ist es, da hier explizit gesagt wird, dass die Probleme “woanders” = NICHT dort, liegen) von sexistisch motivierten, und nach wie vor noch zu stark existierenden, patriarchalischen Strukturen, einfach als konfuse (oder waren es doch bewusste?) Verdrehungen abtun, wie Sie das hier machen.
    Frauenpolitik darf nicht nur ein mehrheitsorientiertes (das selbstverständlich auch, aber nicht nur), sondern muss auch ein qualitatives Anliegen sein! Das mag schon sein, dass das für SIE nicht wichtig ist, Hr. Becher, wie es für Frauen in den höheren Etagen, zB eben bei den Aufsichtsräten, aussieht. Und wenn wir schon bei Mehrheitsorientierung sind: Es würde nämlich einiges für das öffentliche Bild (und im Zuge dessen das Selbstbewusstsein zahlreicher Frauen), und die allgemeine Stellung der Frau in der Gesellschaft bewirken, wenn in den egal wie weingen höheren Ebenen mehr Frauen wären! Das sollte nicht unterschätzt werden! Im übrigen geht es mir bei der Quote nicht nur um die Aufsichtsräte.
    Was mich noch interessieren würde, Hr. Hofmann und Hr. Becher, ist, wie Sie es begründen, dass (wie es im Blog schon irgendwo mal aufgeworfen wurde) die Führungsetagen nicht bereits lauter kinderlose Frauen in ihren Reihen aufweisen können ? Passt das denn in ihre Logik hinein ?
    Ich gebe Ihnen übrigens Recht bezüglich der Wichtigkeit der Vereinbarkeitsfrage, finde es aber einen wesentlich(!) zu einseitigen Zugang.

    kinte 16.12.2008 16:19

    @aurora,
    den von dir zitierten satz interpretiere ich ganz anders als du:

    für die entscheidung eines einzelnen unternehmens ist es völlig irrelevant wie viele qualifierte personen sich im markt befinden – wichtig ist wer sich für die position beworben hat.
    sagen wir in österreich x männer und y frauen gibt die für einen aufsichtsratposten prinzipiell qualifiziert sind; dabei kann x>y oder y>x sein; völlig egal. da die bestqualifizierten frauen aber schon alle mehrere ähnliche posten (kann durchaus passieren weil sie ja bei jeder entscheidung bevorzugt werden müssen!) haben zeigen sie kein interesse – und dem unternehmen bleiben 10 kandidatInnen (zB 5+5) wobei der bestqualifierte mann besser geeignet ist als die bestqualifierte frau – was ja auch mal der fall sein könnte. nun ist das unternehmen allerdings gezwungen(!) sich für die schlechter qualifizierte person zu entscheiden – was hilft’s dem unternehmen dass es im markt andere topqualifierte frauen gibt? rein gar nichts.
    fakt ist dass sich viele unternehmen nicht die bestgeeignete person unter den bewerberInnen aussuchen werden können wenn man einen quotenzwang einführt und wie erläutert hat das nichts mit der anzahl der überhaupt qualifizierten männer und frauen zu tun.

  12. Heidi 10.12.2008 10:47

    Liebe Laura, liebe Martina!

    Die frauenspezifischen Anliegen werden – und soweit solltet Ihr die Liberalen kennen – natürlich nicht nur auf die Familienpolitik reduziert!

    Auch viele andere Punkte wie z.B. der von Moritz angesprochene gesellschaftliche Aspekt und Komponenten wie Sexismus und generelle Ungleichberechtigung, sind genauso wichtige Anliegen der Liberalen. Bitte nicht falsch verstehen! Hier wurde ein Punkt herausgepickt, denn sonst hätte Alexander Hoffmann ein ganzes Buch verfassen müssen.

    Wir wollen jedoch schon aufzeigen wie sehr Kinder die Berufs-, Verdienst- und Karrieremöglichkeiten einschränken! Und das in Zeiten wo schlichtwegs fast für niemanden mehr leistbar ist, dass ein Elternteil zuhause bleibt.

    Ihr werdet sehen dass in nachfolgenden Artikeln zumindest genauso viel auf die zahlreichen anderen frauenspezifischen Themen eingegangen wird!

    Liebe Grüsse, Heidi

    Antworten »

    Laura 10.12.2008 17:36

    @Heidi: A.H. sagt explizit, dass das Problem “woanders” liege – wie soll ich da bitteschön noch zu dem Eindruck kommen, das Lif würde die sexistischen Vorurteile eh gar nicht leugnen, wenn doch das Problem woanders liegt ?

    Martina 12.12.2008 01:14

    Hätte mich eh gewundert, wenn sich das Lif so stark gewandelt hätte.
    Stein des Anstoßes ist folgende Passage:
    /// Die Ursachen dafür, dass in Führungsetagen noch immer überproportional mehr Männer als Frauen anzutreffen sind, liegen aber woanders! Nämlich in der ungleichen Verteilung der Zeitkapazitäten durch die Kinderbetreuung! ///
    Es wird 1 einzige Ursache für die Diskrimierung genannt: Kinder. Folgerichtig beschäftigt sich der folgende Absatz auch NUR mit der Familienproblematik.
    Wenn das auch noch als “öffentliche Aussage” des Lif dargestellt wird, entsteht leicht der Eindruck, dass Frauenpolitik auf die Familienthematik reduziert wird. (es gibt ja politische Strömungen, die genau das tun)

    –> Wenn das nicht so gemeint ist, dann bitte auch nicht so ausdrücken.

    und ja, ich gebe Laura recht: Es geht keineswegs nur Aufsichtsrätinnen, sondern um die Sichtbarkeit von Frauen überall, z.b. in der Politik, in der Wirtschaft – auf allen Ebenen

  13. Martina 10.12.2008 10:13

    Wie ich schon andernorts sagte, der Rekrutierungsprozess wird von den Vorurteilen der Entscheidungsträger um nichts weniger belastet als durch Quoten.

    Die “Freiheit” der Entscheidung sehe ich nicht.

    Antworten »

  14. Alexander Hofmann 10.12.2008 10:12

    Moritz, ich bin zu 100 % bei dir, dass die Ursachen differenzierter zu sehen sind und sich nicht nur auf das Betreuungsproblem reduzieren lassen. Was ich heraustreichen wollte ist, dass der konkrete Vorschlag nicht das geeignete Mittel ist, um die eigentlichen Ursachen des Problems zu beseitigen. Ich könnte mit der vorgeschlagenen Regelung auch nicht sexistische Vorurteile (dass es auch solche leider noch gibt, kann und will ich nicht leugenen), besteitigen. Insofern hat mich Laura (bewusst?) missinterpretiert. Alexander Hofmann

    Antworten »

    aurora 10.12.2008 12:14

    Vielleicht nicht sexistische Vorurteile und ihre Ursachen, wohl aber ihre Folgen

    Laura 10.12.2008 17:32

    @A.H.: Klar, ganz bewusst habe ich Sie missinterpretiert ! Hab ja nur drauf gewartet !
    Wenn in ihrem Artikel nichts von Sexismus als gigantisches gesellschaftliches Problem, das mindestens(!) genauso erheblich ist, wie das der Vereinbarkeit, vorkommt, dann müsste ich eine immense, bewusste, wahnwitzige, Missinterpretation leisten, um das trotzdem darin lesen zu können, bzw. um darin lesen zu können, dass Sie das eh gar nicht als weniger erheblich ansehen (tun Sie nämlich, wenn Sie sagen “dass es auch solche leider gibt” – als ob das Ausnahmefälle :-) :-) wären!).

    Laura 10.12.2008 17:46

    und dass Sie, Hr. Hofmann, wie es leider schon genug Männer tun, auf diesen hybriden Zug aufspringen, dass es nicht klarerweise locker genug qualifizierte Frauen gibt, um die Hälfte der Stellen zu besetzen, ist einfach nur tief von Ihnen.

    Laura 10.12.2008 17:49

    das tun Sie nämlich in Ihrem vorletzten Absatz in der zweiten Hälfte ganz massiv.

    aurora 10.12.2008 18:45

    @laura Ganz eindeutig, der letzte Absatz sagt im Kern nichts anderes als dass Frauen generell schlechter qualifiziert bzw. eine schlechtere Ausbildung haben. Unfassbar!

    Martina 12.12.2008 01:29

    Noch eine Passage:
    ///Die … meinen, Vorurteile … würden die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen behindern. Diese strukturelle Hürde müsse durchbrochen werden. ///
    später wird dezidiert gemeint, dass dem nicht so wäre.

    Das als Leugnen des Sexismus zu bennennen ist nicht einmal eine Mißinterpretation.
    Ich nehme einmal an, dass diese Formulierung mit den Partnerinnen nicht akkordiert ist, oder?

  15. Moritz 10.12.2008 00:41

    Die Ursachen der Problematik auf die nur mangelhafte Vereinbarkeit von Familie und Beruf herunterzubrechen halte ich – so bedeutend dieses Thema ist – für etwas zu kurz gegriffen.
    .
    Ich denke, dass wesentliche strukturelle Dinge in unserer Gesellschaft dazu beitragen, dass nur wenige Frauen den Sprung in die obersten Führungsschichten schaffen. Das beginnt bei der ungleichen Motivation vieler Eltern, in eine fundierte Ausbildung ihrer Töchter und Söhne zu investieren und setzt sich in der Mentalität von LehrerInnen, ProfessorInnen und Vorgesetzten fort. Im Laufe der Zeit hat sich wohl unser gesamtes Wirtschaftssystem auf männliche Führungskräfte eingestellt. Das sind, wenn Sie so wollen, “Vorurteile unserer männlich dominierten Gesellschaft”.
    .
    Wären allein die fehlenden Kinderbetreuungplätze schuld, so sollte man davon ausgehen, dass in einer “idealen Gesellschaft” Frauen und Männer in gleichem Maß von diesem Manko betroffen wären. Es gibt keinen Grund, warum nicht der Vater eine Teilzeitbeschäftigung annehmen und die Mutter in den Aufsichtsrat gehen sollte.
    .
    Aber genau deshalb, weil es sich um strukturelle Ursachen handelt, halte ich Quotenregelungen ebenfalls für den falschen Weg. Diese werden gesellschaftliche Vorurteile nicht abbauen helfen – eher im Gegenteil. Was helfen kann, ist eine nicht ermüdende Bewusstseinsschärfung, dass hier ein Problem in unserer Gesellschaft vorliegt, dass es zu ändern gilt. Entscheidungsträger sollen Rede und Antwort stehen, wenn sie sich aus dubiosen Gründen nicht für eine geeignete Frau, sondern für einen weniger geeigneten Mann entschieden haben.
    .
    Wie gesagt, das Problem liegt m.E. sehrwohl (auch) in der Gesellschaft. Die Gesellschaft kann man nicht von heute auf morgen mit Gesetzen verändern. Aber gute Politik macht nicht nur Gesetze…

    Antworten »

    Laura 10.12.2008 03:19

    Sexismus am Arbeitsmarkt Frauen gegenüber zu leugnen ist wirklich der absolute Gipfel.

    Laura 10.12.2008 03:20

    das Posting richtete sich natürlich an Hr. Hofmann, nicht an Moritz.

    Martina 10.12.2008 10:06

    Werden die frauenspezifischen Anliegen jetzt auf die Familienpolitik reduziert?
    Die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf ist zweifellos wichtig und verbesserungswürdig, allerdings nicht alleine, denn
    kinderlose Frauen sind von Diskriminierung genauso betroffen.

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